+
Sie freuen sich schon: Ralf Fischer und Manfred Krebs haben den Markt vor 25 Jahren initiiert und stoßen mit der Fischbach-Tasse an.

Weihnachtsmarkt

Ralf Fischer und Manfred Krebs gaben den Startschuss - auch weil ihnen der Kelkheimer Markt nicht gefiel

  • schließen

Zum 25. Mal öffnen am Wochenende die Stände rund um die Kirche. 65 sind’s diesmal – Rekord.

Ralf Fischer und Manfred Krebs sind für jeden Spaß zu haben. Als das Kreisblatt die Ideengeber des Fischbacher Weihnachtsmarkts trifft, ziehen sie sich fürs Foto gerne die Nikolausmützen auf. Krebs holt zu Hause noch schnell die Tasse mit Kirchenmotiv, die zum zweiten Markt 1995 angeschafft, aber ein Ladenhüter wurde. Anders der Budenzauber: Er hat seit 1994 eine besondere Erfolgsgeschichte geschrieben – und so freut sich das Duo auf den 25. Markt am 1. und 2. Dezember. Am Samstag ist von 15 bis 22 Uhr geöffnet, am Sonntag von 11 bis 21 Uhr.

Fischer zieht als Vorsitzender des ausrichtenden Kerbevereins noch immer die Fäden, Krebs ist als Besucher mittendrin. Bei den Anfängen war das anders. Beide waren Beisitzer im Kerbeverein. Sie erinnern sich, wie der Fischbacher Carneval-Verein stets am 1. Adventssamstag unter der Brücke an der Langstraße aus einer Bude Kartoffelpuffer verkaufte. Als die Narren das beendeten, wurde es ruhig in der Vorweihnachtszeit. In den Hinterköpfen des Duos Krebs/Fischer schmorte aber schon die Idee eines Marktes.

Krebs weiß, was ihn zusätzlich motivierte – die gesunde Rivalität zu Kelkheim. Der dortige Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus habe kein schönes Ambiente, keine besondere Atmosphäre gehabt. So war für die beiden Fischbacher klar: Wenn sie etwas eigenes auf die Beine stellen, dann nur rund um die Katholische Kirche. „Das war so unsere Spinnerei“, sagt Krebs zur Idee, die schnell Wirklichkeit wurde. Im Sommer 1994 luden sie Vereine und Geschäftsleute ins Bürgerhaus ein, um die Resonanz abzuklopfen. Die sei „durchweg positiv“ gewesen. So kam es noch in dem Jahr zum ersten Fischbacher Weihnachtsmarkt mit 20 Ständen. „Einen idyllischeren Schauplatz für einen Weihnachtsmarkt kann es kaum geben“, schrieb des Kreisblatt bei der Premiere. Ladeninhaberin Rosalinde Stumpf wird so zitiert: „Die Idee ist prima, ein Weihnachtsmarkt hat hier gefehlt.“

In den Armen gelegen

Das dachten sich auch Tausende Gäste. Am Samstagabend sei kaum Platz gewesen, erinnert sich Krebs. „Da haben wir uns jubelnd in den Armen gelegen. Wir hatten ja am Anfang Bedenken, ob es überhaupt gut geht.“ Und es lief noch nicht alles glatt: Weil einige ihre Heizlüfter laufen ließen, sprang mal die Sicherung raus und der Strom war kurz weg. Die Anbieter störte das kaum. Stände der ersten Stunde waren Ralf Fischer mit seinem Schuhhaus, der FCV, die Chorvereinigung, die Katholische Kirchengemeinde. Sie sind noch immer dabei. Nur einmalig gab es zum Auftakt einen Christbaumverkauf, und Walter Schirdewan war der erste Nikolaus.

Kein Platz mehr

So klein und fein wie der Markt begann, so kontinuierlich ist er gewachsen. Zum Jubiläum sind es genau 65 Stände – Rekord. Standen die Buden anfangs hinter der Kirche, hat sich der Zauber ausgebreitet in Richtung Kindergarten, Pfarrheim und sogar die Kirchgasse entlang. Mehr geht nicht, weiß Fischer, der in diesem Jahr schon einigen Interessenten absagen musste.

Wichtig ist ihm und dem Team weiter eine gute Mischung. Drei Viertel der Anbieter seien Stammkunden, darunter viele Hobbybastler – von selbstgemachter Kosmetik über handgesiebte Seifen bis zu kirgisischer Keramik. Bei Essen und Getränken darf’s ein Mix aus der Bratwurst und dem Glühwein sowie lateinamerikanischen Gerichten, Wild und Met sein. Wenige gewerbliche Händler gibt es, sie sollen eine Ausnahme bleiben.

Nicht wegzudenken sind Weihnachtsbaum, Nikolaus, Kinderkarussell und Zuckerstand. Ebenso schwört der Kerbeverein auf die gute alte Lichterkette der Stadt mit Birnen statt auf die modernen Leuchtschläuche. Wohl auch deshalb schätzt Initiator Krebs hier das „Ambiente drumherum“ und sagt: „Es sind Details, die das ausmachen.“ Und es sind viele Helfer vom Kerbeverein, die gut eine Woche vorher mit Materialbeschaffung und Hütten-Aufbau beginnen. „Dass es so Ausmaße gibt, war so nicht zu erwarten“, muss sich Fischer manchmal die Augen reiben. Auch wenn beim Verein keine Unsummen hängen bleiben, so ist der 51-Jährige mit dem Markt zufrieden, wie er ist. Große Wünsche hat das Duo der ersten Stunde nicht. Krebs weiß: „Das ist ein Selbstläufer. Man trifft hier Leute, die man das ganze Jahr nicht gesehen hat.“

Dass die Fischbacher wegen der verwinkelten Lage von großen Sicherheitsvorgaben verschont bleiben, lässt den Kerbevereins-Chef aufatmen. Gutes Stichwort: Bei einem Markt war es mit dem Atmen mal etwas schwerer, weil ein Betreiber seinen Ofen mit Bitumen heizte und Rauchwolken umher waberten. Fischer glaubt, ihn am nächsten Tag heimgeschickt zu haben. Doch der im Ofen zubereitete Braten sei „geschmacklich ein Hammer“ gewesen, erinnert sich Krebs.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare