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Bistum legt Bezirke zusammen

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Von: Barbara Schmidt

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"Generell soll eine gemeinsame Verantwortung für das Ganze im Bistum in den Vordergrund gestellt werden", nennt Bistumssprecher Stephan Schnelle ein Ziel der Strukturreform.
"Generell soll eine gemeinsame Verantwortung für das Ganze im Bistum in den Vordergrund gestellt werden", nennt Bistumssprecher Stephan Schnelle ein Ziel der Strukturreform. © Christof Hüls

Priestermangel und Mitgliederschwund bei den Katholiken machen eine Strukturreform notwendig. Main-Taunus und Hochtaunus werden künftig eine Region.

Main-Taunus. Im Januar 2023 sollen sich die Strukturen im Bistum Limburg, die sich mit der Bildung von "Pfarreien neuen Typs" schon stark gewandelt haben, nun auch auf regionaler und diözesaler Ebene ändern. Der dazu angestoßene Transformationsprozess hat weitere Eckpunkte benannt. So sollen die bislang elf Bezirke im Bistum zu fünf Regionen zusammengefasst werden. Damit ist der alternative Vorschlag einer thematischen Zentrenbildung vom Tisch.

Hintergrund sind der mangelnde Priesternachwuchs und die sinkenden Mitgliederzahlen in der katholischen Kirche. Der Bezirk Main-Taunus soll künftig mit dem Bezirk Hochtaunus, mit dem es bereits einige Kooperationen gibt, eine der Regionen im Bistum bilden. Das gehört zu den Ergebnissen eines Gremientags, bei dem rund 60 Mandatsträger in Montabaur zusammenkamen und die in zweieinhalb Jahren Prozess erarbeiteten Vorschläge diskutierten.

Neben Main- und Hochtaunus sollen etwa die bisherigen Bezirke Wiesbaden, Untertaunus und Rheingau oder Wetzlar, Lahn-Dill-Eder und Limburg je eine gemeinsame Region bilden. Bei den Zuordnungen hat man offenbar nicht rein nach der Größe geschaut, sondern auch ähnliche Verhältnisse berücksichtigt. Die Frankfurter Stadtkirche bleibt eigenständig.

Die neuen Regionen sollen eigene Budgets erhalten. Wie sie eingesetzt werden, entscheidet ein "synodaler Regionalrat" - der die bisherigen Bezirkssynodalräte auf der mittleren Ebene ablöst. Ursprünglich war eine solche Vertretung nicht mehr vorgesehen. Das hatte zu Kritik geführt.

Anstelle der bisherigen Bezirksreferentinnen und -referenten gibt es künftig Regionalleitungsteams aus zwei Personen mit mindestens 150 Prozent Beschäftigungsumfang. Nur noch eine Person muss dabei aus einem pastoralen Berufsfeld stammen, es können also auch Nicht-Theologen in diesen Funktionen arbeiten. Dienstvorgesetzt ist mittelbar das Bischöfliche Ordinariat, unmittelbar die Region, wie es schon bei Verwaltungsleitungen oder Kita-Koordination Praxis ist.

Auf Bistumsebene trifft künftig ein sogenanntes "Bistumsteam" unter Leitung des Bischofs alle wichtigen Entscheidungen im Verwaltungsbereich. Besetzt wird es paritätisch mit Regionalleitungen und den Bereichsleitungen des Bischöflichen Ordinariats.

In der obersten Bistums-Behörde, dem Ordinariat, wird ebenfalls umgebaut. Neu gebildet werden die Funktionsbereiche "Strategie und Entwicklung", "Personalmanagement und Einsatz" sowie "Marketing und Kommunikation". Dazu sind zwei "Leistungsbereiche" geplant, nämlich "Ressourcen und Infrastruktur" sowie "Pastoral und Bildung". An der Spitze des Ordinariats soll künftig ein Leitungsduo stehen, neben den Generalvikar tritt eine "weitere bevollmächtigte Person".

In Fach-, Kompetenz- oder Innovationszentren, ebenfalls mit Doppelspitze, soll die Verantwortung für bestimmte Themenfelder delegiert werden. Einige Kompetenzzentren wie das Zentrum für Trauerpastoral oder das Meditationszentrum (beide in Frankfurt) bestehen bereits. Auch das "Haus am Dom" lässt sich als solches sehen. Ob sie dem Bischöflichen Ordinariat oder einer Region zugeordnet werden, soll individuell geschaut werden. Innovationszentren sollen im Unterschied zu den Kompetenzzentren auf Zeit angelegt werden und agile Strukturen aufweisen. Sie sollen sogenannte "Erkundungsaufträge" umsetzen.

Der Sorge, das synodale Prinzip des Bistums könnte unter den neuen Strukturen leiden, tritt der Gremientag entgegen. Weiter solle es auf allen Ebenen synodale Räte geben. Neu ist: Gewählt werden können dann nicht mehr nur Pfarreimitglieder, sondern auch "Personen aus anderen Bereichen des kirchlichen Lebens". Klare Verantwortungszuweisungen an die Gremien sollen für weniger Sitzungs-Aufwand sorgen.

Nicht geklärt ist, wie etwa der Priesterrat oder Gremien wie der Diözesankirchensteuerrat in die neuen Strukturen passen. Das soll bis zum November überlegt werden. "Generell soll eine gemeinsame Verantwortung für das Ganze im Bistum Limburg in den Vordergrund gestellt werden", formuliert Pressesprecher Stephan Schnelle das Ziel.

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