Die Explosion im Foyer der Sparkassen-Filiale an der Hans-Böckler-Straße zerstörte eine große Fensterfläche und beschädigte zwei Geldautomaten.
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Die Explosion im Foyer der Sparkassen-Filiale an der Hans-Böckler-Straße zerstörte eine große Fensterfläche und beschädigte zwei Geldautomaten.

Kriminalität

Zwei Geldautomaten gesprengt

  • vonSascha Kröner
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Mit brachialer Gewalt haben Räuber die Rückseite von zwei Geldautomaten in der Taunus-Sparkassen-Filiale an der Hans-Böckler-Straße aufsprengt. Dazu verwendeten sie wahrscheinlich ein Gasgemisch. Einen der mutmaßlichen Täter hat die Polizei schon gefasst.

Ein lauter Knall riss Bewohner der Hans-Böckler-Straße in der Nacht von Donnerstag auf Freitag aus dem Schlaf. Gegen 4.15 Uhr erschütterte eine Explosion das Gebäude der Taunus-Sparkasse an der Ecke Hans-Böckler-Straße/Bürgermeister-Lauck-Straße. Unbekannte Täter hatten gezielt die Rückseite der Geldautomaten gesprengt und konnten mit einem Teil des Geldes entkommen.

Zurück blieb ein Bild der Verwüstung. Die Glasfront neben dem Eingang lag zerborsten auf dem Vorplatz. Teile der Innenausstattung hingen zerstört von der Decke. Eine Zeugin, die durch die Explosion auf das Geschehen aufmerksam wurde, alarmierte die Polizei. Die Frau beobachtete eine Szene wie in einem Actionfilm: Sie sah drei vermummte Männer, die aus der Sparkasse stürmten und mit einem schwarzen Audi A 5 flüchteten. Die Täter ließen sich weder durch die Nähe der Polizeistation stören noch von der Sperrung der Bürgermeister-Lauck-Straße.

Von der Polizeidienststelle im Höllweg ist die Sparkasse mit dem Auto innerhalb weniger Minuten erreichbar. Die Bürgermeister-Lauck-Straße, die normalerweise einen schnellen Weg zur Autobahn auf der anderen Main-Seite bietet, war in der Tatnacht noch wegen der vorausgegangenen Sanierungs- und Kanalarbeiten gesperrt. Beides brachte die Verbrecher nicht von ihrem Plan ab. Weit kamen die Räuber allerdings nicht: Die Polizei stellte den Fluchtwagen in der Nähe der Tankstelle in der Bürgermeister-Lauck-Straße sicher. In diesem Bereich endete übrigens die Umleitungsstrecke durch das Wohngebiet. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung konnten die Beamten einen der Täter fassen.

Es handelt sich um einen 24 Jahre alten Mann, zu dessen Herkunft sich Polizeisprecher Daniel Kalus-Nitzbon gestern noch nicht äußern wollte. Die Polizei wolle sich erst mal darauf konzentriert, die verbliebenen beiden Täter zu fassen, erklärte der Sprecher der Polizeidirektion Main-Taunus. Ein Polizeihubschrauber kreiste morgens gegen 6 Uhr über dem Wohngebiet.

Die Polizei geht davon aus, dass die Täter ein Gasgemisch benutzten, um eine Explosion im Nebenraum des Foyers auszulösen. Dadurch wurde ein großes Fensterelement aus der Wand gedrückt, was den Tätern den Zugang zur Rückseite der beiden Bankautomaten erlaubte.

Die Automaten befinden sich in einer schrägen Einbauwand rechts vom Eingang zur Sparkasse. Nach Auskunft der Polizei schafften es die Täter, zumindest einen der zwei Geldautomaten größtenteils leer zu räumen. Zur Summe der Beute sowie zur Höhe des Sachschadens wollte Polizei-Pressesprecher Kalus-Nitzbon gestern noch keine Angaben machen.

Die Ermittler gehen jedoch davon aus, dass die Höhe des Schadens mehrere tausend Euro beträgt. Wie die Polizei gestern mitteilte, ist die Statik des Sparkassengebäudes durch die Explosion nicht beeinträchtigt worden. Dies ist bei solchen Vorgehensweisen nicht immer der Fall: Der Polizei seien Situationen bekannt, in denen sich die Einbrecher bei der Zusammensetzung des Gasgemisches verschätzten und Gebäude fast zum Einsturz brächten, sagte Daniel Kalus-Nitzbon.

Die Ereignisse in Flörsheim erinnern an einen Fall im benachbarten Hochheim, wo die Täter im Vorjahr einen Automaten im Einkaufszentrum am Königsberger Ring sprengten (siehe Info-Kasten). Es handelte sich dabei ebenfalls um einen Automaten der Taunussparkasse, die damals den ersten Raub mittels Sprengung verzeichnete. Die Explosion in Flörsheim sei nun der zweite Fall der Sprengung eines Automaten, erklärte Sparkassensprecher Lars Dieckmann gestern auf Nachfrage.

Ein Schutz sei dagegen nicht möglich, meinte der Pressebeauftragte. Der Fall in der Hans-Böckler-Straße weckte bei den Bankangestellten Erinnerungen an den kürzlich erfolgten dreisten Raub in Bad Homburg, wo mehrere maskierte Männer mit zwei Autos in die Rathaus-Galerie fuhren. Die Täter rammten einen Geldautomaten und luden das gesamte Gerät in ihren Fluchtwagen. Auf den ersten Blick sehe die Polizei aber keine Verbindungen zwischen diesen beiden Fällen, sagte Daniel Kalus-Nitzbon.

Die Beamten bitten um Informationen, die zur Ergreifung der weiteren Täter beitragen könnten. Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer (0 61 92) 2 07 90 entgegen. Die Filiale der Taunus-Sparkasse in der Hans-Böckler-Straße bleibt vorerst geschlossen.

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