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Im September 2007 wurde ein neuer Kunstrasen auf dem Bremthaler Sportplatz verlegt.

Sanierung

Fußball-Anlage in Bremthal: Neuer Kunstrasenplatz wohl 2020

HK-Redakteurin Christine Sieberhagen hat mit Bürgermeister Alexander Simon darüber gesprochen, welche Lehren die Stadt aus den negativen Erfahrungen mit dem Belag gezogen hat und wie der "Fahrplan" aussehen soll.

Herr Simon, wir hatten im Frühjahr im Zusammenhang mit der Sitzung des Ortsbeirats über das Vorhaben berichtet. Damals gab es noch keinen Zuschussbescheid seitens des Landes. Wann kam der Bescheid?

Nach der Genehmigung des Haushaltsplanes der Stadt Eppstein wurde ein Vergabeverfahren zum Finden eines Architekturbüros gestartet. Sodann wurde der Auftrag an ein geeignetes Büro vergeben. Parallel gab es erste Gespräche mit der Vereinsführung bei der SG Bremthal. Mittlerweile ist ein mögliches Leistungsverzeichnis erstellt. Dabei ist noch offen, wie der Platz verfüllt werden soll. Es kommt dabei Kork und Sand in Betracht. Wir haben die SG Bremthal gebeten, sich hier weitere Gedanken zu machen und angeregt, bei Fußballplätzen in der Region und deren Vereinen vorstellig zu werden. Ich habe angeregt, dass es testweise Trainingseinheiten oder Testspiele auf Plätzen mit Sandfüllung und mit Korkfüllung gibt. Erst dann entscheiden wir, welches Material verwendet werden soll. Derweil wird der Zuwendungsantrag vorbereitet. Erst nach positiver Bescheidung des Antrages darf die Maßnahme öffentlich ausgeschrieben werden. Wir rechnen mit einer Zuwendungshöhe von insgesamt rund 100 000 Euro. Dies ist jedoch lediglich geschätzt.

Wie hoch sind die Kosten, die die Stadt tragen muss und wie hoch die Gesamtkosten?

Im Haushaltsplan der Stadt Eppstein stehen für das Jahr 2020 für diese Maßnahme 270 000 Euro zur Verfügung. Wegen der eingerichteten Verpflichtungsermächtigung dürfen Aufträge aber schon aktuell vergeben werden. Für die Gesamtkosten kommt es darauf an, in welcher Beschaffenheit sich der Untergrund des eigentlichen Belages befindet. Nach ersten Kontrollen ist der Untergrund in einem guten Zustand, so dass wenig nachgearbeitet werden muss.

Jedoch haben nur Stichproben an verschiedenen Stellen stattgefunden. Erst wenn der aktuelle Belag entfernt ist, wird man sich ein komplettes Bild machen können. Gerade wird noch geprüft, ob eine Bewässerungsanlage des Kunstrasenplatzes wieder in Betrieb genommen werden kann. Diese wird aber in jeden Fall nicht mit "Leitungswasser" gespeist, sondern - wenn dies der Fall sein wird - kommt Wasser aus einer Schürfung in Frage.

Wann rechnen Sie mit dem Beginn der Arbeiten? Wie sieht der Zeitplan aus?

Als nächstes steht an, welches Füllmaterial - Kork oder Sand - es geben soll. Die Entscheidung fällt noch in diesem Sommer. Dann wird der Zuwendungsantrag finalisiert und eingereicht. Wir hoffen auf einen Bescheid im Herbst 2019. Das Leistungsverzeichnis wird dann erstellt sein und kann "auf Abruf" veröffentlicht werden. Das Vergabeverfahren wird bis etwa Ende 2019 andauern. Ziel ist es, dass vor Weihnachten der Auftrag erteilt wird. Zur Umsetzung wird es in der Spielpause im Sommer 2020 kommen.

Dass kein Granulat verwendet werden soll, hängt vermutlich mit den schlechten Erfahrungen zusammen, die zuvor gemacht wurden?

Das in Bremthal verwendete Granulat ist grundsätzlich nicht zu beanstanden. Auf vielen anderen Plätzen kommt es ohne Beschwerden zum Einsatz. In Bremthal gab es aber von Anfang an Probleme. Der genaue Grund konnte nie herausgefunden werden. Verklumpungen waren die Folge. Das Material ist ungefährlich. Aufgrund der umweltpolitischen Situation war es für uns klar, dass es zu keinem Einbau von Materialien kommt, in denen Plastiken enthalten sind. Dies soll ein kleiner Beitrag zur aktuellen umweltpolitischen Diskussion sein.

2007 wurde der Kunstrasen auf dem Bremthaler Sportplatz verlegt. Und schon bald darauf gab es Ärger: Im heißen Sommer des Jahres 2010 begann das Granulat zu schmelzen und klebte den Fußballern an den Schuhen. Zum Glück für die SG Bremthal verklebte sich das Material nicht mit dem Kunstrasen, sonst hätte der Platz komplett neu gemacht werden müssen. In Flörsheim war genau dies passiert. In Bremthal tauschte die Firma, die den Platz gebaut hatte, das Granulat aus. Dies half allerdings nur kurzfristig, in den Folgejahren wiederholte sich das Problem mit schöner Regelmäßigkeit. Vor allem während der heißen Sommermonate schmolz das Granulat. Die Stadt setzt für die Zukunft nun auf umweltfreundliche Varianten und möchte auf Plastikteile verzichten. Stattdessen sollen Kork oder Sand verwendet werden. sie

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