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Dietmar Otto, Christine Gesang, Friedhelm Gutenberger, Gerhard Weinfurter, Hannelore Rummel und Werner Jung bei der Probenarbeit.

Okrifteler Theatergruppe

„Es Bühnsche“ zurück im „Wäldche“

In der vergangenen Woche haben die Proben begonnen. Ausnahmsweise wird sich sogar fünf Mal der Vorhang öffnen für „Fünf Geschichten fer alle Leut’“ aus dem Okrifteler Wäldche.

Von Martina Weynd-Ong

Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 präsentiert sich die Theatergruppe „Es Bühnsche“ immer am letzten Oktober-Wochenende mit einem neuen Stück. Das ist mittlerweile guter Brauch in Okriftel, wo man stets auf die Neuproduktion sehr gespannt ist. „Und immer wieder hören wir dann von vielen aus unserem Publikum, dass es ihnen 2003 aus den verschiedensten Gründen nicht möglich war, unser allererstes Stück zu sehen“, betont Mary Gutmann, Mitbegründerin und Vorsitzende des Vereins „Es Bühnsche“. Daher haben sich die rund 30 Aktiven entschlossen, in diesem Jahr noch einmal das erste Stück „Im Okrifteler Wäldchen“ aufzuführen mit seinen fünf lustigen Geschichten.

Schließlich ist mit diesem Stück der Grundstein für das „Bühnsche“ gelegt worden, das aus einer spontanen Schnapsidee entwickelt wurde und zu einer großen Erfolgsgeschichte geworden ist, von der viele andere Laien-Theater nur träumen können. Mary Gutmann und Christel Käck hatten vor der 900-Jahr-Feier von Okriftel 2003 die Idee, das Programm um ein Theaterstück zur Geschichte des Ortes zu bereichern. Die beiden sprachen daraufhin Freunde an. Daraus wurde ein öffentlicher Aufruf. Schnell fanden sich 29 Interessierte.

Mary Gutmann knüpfte daraufhin Kontakte zum „Dorftheater Kettenschwalbach“, das ihr ein selbstgeschriebenes Stück überließ. Die Initiatorin schrieb es auf die Okrifteler Verhältnisse um. Daraus sind „Fünf lustige Geschichten fer alle Leut’“ entstanden, die alle im „Okrifteler Wäldchen“ spielen. Darin wird der Bogen gespannt von der Steinzeit bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, die auch die Entnazifizierungsbemühungen nicht auslässt. In jeder Episode wird gezeigt, wie es Fremde in allen Epochen nach Okriftel verschlagen hat und wie sie nach anfänglichen Verwicklungen in die Dorfgemeinschaft aufgenommen wurden.

Viele Veranstaltungen prägten die 900-Jahr-Feier. Trotzdem waren die drei Vorstellungen restlos ausverkauft. Sie begeisterten damals sowohl das Publikum als auch die Darsteller, die sich in dem neuen, ungewohnten Metier rundherum wohlfühlten. Nach dem großen Erfolg fanden es dann alle schade, dass das Ganze nur eine einmalige Sache gewesen sein sollte. Schließlich hatte die lange Probenzeit die bunt zusammengewürfelte Truppe zu einer festen Gemeinschaft zusammengeschweißt. Außerdem fragten immer wieder Leute, wann denn das nächste Stück aufgeführt würde, was schließlich zur Gründung des Vereins „Es Bühnsche Okriftel“ im März 2005 führte. Im gleichen Jahr wurde mit „Wie überall“ das zweite Stück der Theatergruppe aufgeführt, dem im Abstand von zwei Jahren immer weitere Neuproduktionen gefolgt sind.

Seit 2007 wird für die Aufführungen im Haus der Vereine stets im alten Kinosaal der ehemaligen Gaststätte „Zum Taunus“ in der Neugasse geprobt. Als alter Okrifteler und als Besitzer des Gebäude-Ensembles unterstützt Petr Jung das „Bühnsche“ auf diese Weise schon einmal kräftig. Das Geheimrezept der Theatergruppe liegt in der tiefen Verwurzelung der Darsteller im Ort. „Die Okrifteler sehen hier Freunde und Nachbarn auf der Bühne“, weiß Christa Fassl. Sie gehört wie die allermeisten anderen Darsteller schon seit Beginn an zum Ensemble. „Den Text vom ,Okrifteler Wäldche’ konnte ich sogar noch“, war Fassl überrascht, dass ihr selbst noch die Betonung eingefallen ist.

Die Proben für das Stück, das am 30. Oktober seine neue Premiere hat, haben in dieser Woche begonnen. Auf dem Programm stehen aufgrund der großen Nachfrage nach diesem ersten Kassenschlager dieses Mal sogar fünf Aufführungen. Der Verein „Es Bühnsche“ ist sich sicher, dass die insgesamt 1500 Karten weggehen werden wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

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