Sponsoren gesucht

„Bunter Tisch“ in Geldnot: Heizung ist zu teuer

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Weil sein neues Ausweich-Domizil nur mit Strom zu heizen ist, steht der „Bunte Tisch“ vor einem Problem: Das Budget ist aufgebraucht, jetzt werden Sponsoren für den Betrieb des interkulturellen Treffs gesucht.

Einen nicht gut isolierten Raum zu heizen, das kostet. Das war der Initiative „Bunter Tisch – Höchst Miteinander“ klar, als sie im Herbst nach umfangreicher Renovierungsarbeit eine ehemalige Gaststätte in der Bolongarostraße 112 bezog (wir berichteten). Dass die Räume aber nur mit Strom beheizbar sind, das bringt die Initiative jetzt in Geldnot. Um die Wärme drinnen zu halten, sind die Rollläden zu, und daran hängt ein Zettel: „Nein, der Bunte Tisch hat nicht zu! Wir versuchen nur, uns gegen die Kälte zu schützen“.

Das Problem nach dem Einzug: Die alte Ölheizung entsprach nicht mehr den Sicherheitsanforderungen, für eine Gastherme fehlte ein entsprechender Kamin. Ersatzweise hatte die Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) als Vermieter daher im Keller eine gebrauchte Strom-Therme für die Initiative installiert, die aus ihrem alten Domizil weichen musste, weil das Haus abgerissen werden soll (wir berichteten). Doch das vom langen Leerstand kalte Gemäuer und das alte Rohrleitungssystem hatten es in sich: Wie Mitte Januar der Blick auf den Stromzähler ergab, hatte die Heizung schon knapp 10 000 kWh verbraucht und das Budget für diese Heizperiode, das durch zusätzliche Zuwendungen schon deutlich erhöht werden konnte, war bei Weitem aufgezehrt.

Inzwischen wurden die Räumlichkeiten abgedichtet und isoliert. „Solange die niedrigen Temperaturen anhalten, sind die Rollläden geschlossen. Für besonders kalte Tage liegen für die fast täglichen Veranstaltungen zudem Wolldecken aus“, sagt Michaela Kugler vom Bunten Tisch. Und statt mit der Strom betriebenen Zentralheizung heizt die Initiative nun mit dezentralen Geräten. Das sei aufwendiger, habe den Stromverbrauch aber schon reduziert. Dennoch kämen die Heizkosten pro Woche immer noch auf nahezu 150 Euro. Die Finanzierungslücke, die heute schon knapp 1100 Euro betrage, könnte sich damit bis zum Ende der Heizperiode bis auf 3000 Euro erhöhen. Der Betrieb müsste daher, kaum dass er am neuen Ort richtig begonnen hat, eigentlich eingestellt werden.

Doch für die vielen Angebote – Deutsch- und Nähkurse, Frauentreff, Tanzabende und vieles mehr – ist es nicht leicht, einen anderen Ort zu finden. Deshalb versucht es die Initiative jetzt mit „Crowdfunding“: In einer Stückelung von 25 Euro, den Kosten etwa eines Betriebstages, werden ab sofort sogenannte „Heizanteile“ verkauft. Im Gegenzug erhalten alle Sponsoren eine besonders gestaltete Urkunde und Eintrittskarte zu einem „Blind Date“, das in der heizfreien Zeit stattfinden soll. Was das genau sein wird, ob ein spezieller Literatur-Genuss-Abend oder eine andere Veranstaltung, wird derzeit noch ausgeknobelt. Die Aktion läuft vorerst bis 20. Februar; fünf Anteile sind bereits verkauft. Wer noch unterstützen will, kann den gewählten Betrag auf das Konto des Bundes für Volksbildung Ffm-Höchst, Stichwort „Projekt Bunter Tisch / Heizaktion“ überweisen. Die Kontonummer lautet IBAN DE59 5125 0000 0000 3254 81 (Taunus Sparkasse, HELADEF1TSK). Für die Übersendung von Spendenquittung und Eintrittskarte die Adresse angeben. Infos gibt es auch per E-Mail unter info@buntertisch-hoechst.de.

(hv)

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