Rollendes Geschäft

Kreativ in der Corona-Krise: Deutschlands erstes Home Office auf Rädern steht in Hessen

Die Corona-Krise macht erfinderisch: Der Wallauer Messebauer Artlife GmbH, dem eine Vielzahl von Aufträgen weggebrochen ist, bietet bundesweit das erste mobile Home Office an. Die Produktion soll heute starten.

  • Zwischen Kurzarbeit undHome Office statt Büro: Arbeiten bleibt in der Corona-Krise eine Herausforderung
  • Viele Arbeitnehmer können Zuhause kein ordentliches Home Office einrichten
  • Ein Messebauer hat dafür ein "mobiles Home Office" auf Rädern erfunden

Wallau - Deutschland arbeitet aktuell im Home Office. Doch nicht überall haben Angestellte die Möglichkeit, in den eigenen vier Wänden einen ordentlichen Arbeitsplatz einzurichten. Das Problem brachte Artlife-Chef Stephan Haida auf eine ungewöhnliche Idee. In Zusammenarbeit mit den Projektentwicklern von Treeship hat der Wallauer Messebauer den "Xtra-Raum" kreiert - "das deutschlandweit erste mobile Home-Office", wie das Unternehmen am Wochenende mitteilte.

Büro auf Rädern könnte in der Corona-Krise die Alternative zum klassischen Home Office bieten

Event- und Messebauer haben es in diesen Tagen, Wochen und wahrscheinlich Monaten besonders schwer. Es gibt schlichtweg keine Veranstaltungen mehr. Die Misere traf die Artlife GmbH ins Mark. Wegen stillgelegter Aufträge meldete Geschäftsführer Haida für seine 50 Mitarbeiter Kurzarbeit an. Die, die noch Arbeit haben, schickte er ins Home Office. Ganz so einfach wie gedacht war das nicht. "In unserer Firma gibt es Teammitglieder, denen daheim der Platz für effektive, konzentrierte Heimarbeit fehlt", erzählt der Firmenchef. Aber Haida sagte sich: "Wir haben eine Werkstatt und ganz großartige, fähige Mitarbeiter, die gemeinsam an einer Lösung arbeiten wollen." Not mache erfinderisch, so der Unternehmer. Die Idee eines ausgelagerten, mobilen Home-Office war geboren.

Arbeiten in der Corona-Krise: Das rollende Home Office wird mit Büro-Ausstattung geliefert

Haidas rollender "Xtra-Raum" bietet auf einer Grundfläche von acht Quadratmetern einen Arbeitsplatz. Büromöbel, Regale, Rollcontainer und eine Schreibtischlampe sind Teil der Grundausstattung. Hinzu kommt eine Klimaanlage oder Heizung und ein WLAN-Router. "Die Einrichtung erfüllt alle gängigen Anforderungen an einen Heimarbeitsplatz", verspricht Haida. 

Blick in den Innenraum des mobilen Büros.

Die Stromversorgung funktioniere über eine haushaltsübliche Schuko-Steckdose. Aber wie beim Auto gibt es natürlich auch allerlei Extras: "In der High-End Version ist der Xtra-Raum mit einer Photovoltaik-Anlage erhältlich und damit autonom", sagt Haida.

Das mobile Home Office soll auch nach der Corona-Krise als Büroersatz zum Einsatz kommen

Gedacht ist der Xtra-Raum in erster Linie für Unternehmen, deren Mitarbeiter Zuhause keinen Platz für ein Arbeitszimmer haben und die die Arbeit vom häuslichen Familienleben konsequent trennen wollen. "Vielen Menschen fehlt schlicht und ergreifend der passende Raum für ruhiges und konzentriertes Arbeiten." Aufgestellt werden kann der Arbeitswagen etwa auf dem Grundstück des Mitarbeiters - sofern er eines hat. "Wir glauben, dass das Arbeiten nach Corona ein anderes sein wird, und dass unsere mobilen Büros, unabhängig von der Corona-Krise, weiterhin zum Einsatz kommen", sagt Haida. Der mobile Arbeitsplatz hat seinen Preis: Rund 15 000 Euro kostet der Wagen in der Grundausstattung, der aber auch gemietet werden kann.

Die Produktion des Xtra-Raums startet heute. "Da momentan alle Messeprojekte bis einschließlich Juni auf Eis liegen, können wir kurzfristig auch größere Stückzahlen bedienen", sagt Haida.

hf

Rubriklistenbild: © Artlife GmbH

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