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Ein Mann aus Hessen will sich auf das Coronavirus Sars-CoV-2 testen lassen, doch das endet für ihn in einer Odyssee. (Symbolbild)

Sars-CoV-2

Coronavirus: Hesse will sich testen lassen – das endet in einer Odyssee

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  • Annalena Barnickel
    Annalena Barnickel
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In Hessen will ein Mann sich auf das Coronavirus Sars-CoV-2 testen lassen. Doch das endet für ihn in einer Odyssee. Auf Twitter teilt er seine Erfahrungen.

  • Coronavirus: Mann aus Hessen hatte Kontakt mit Infiziertem
  • Er will sich auf Sars-CoV-2 testen lassen
  • Das gestaltet sich aber kompliziert
  • Hofheim - Sich auf das Coronavirus testen lassen? Das ist in Hessen offenbar nicht immer so einfach, wie man es sich wünschen würde. Auf Twitter erzählt ein Mann aus Hofheim (Main-Taunus-Kreis) jedenfalls von einer zwei Tage langen Odyssee, tausende Male wurde sein Bericht in dem sozialen Netzwerk bereits geteilt.

    Darin erklärt der Mann, er arbeite als Übersetzer und habe bei einem Termin in Portugal Kontakt mit einem bekannten Schriftsteller gehabt. Am Sonntag (01.03.2020) habe er dann aus der Presse erfahren, dass der Kollege sich mit dem Coronavirus angesteckt habe.

    Bis er sich selbst habe auf Sars-CoV-2 testen lassen, habe es aber bis Dienstag (03.03.2020) gedauert – was ihn dazu verleitete zu hinterfragen, wie ernst der Coronavirus in Hessen eigentlich genommen wird.

    Coronavirus (Sars-CoV-2): Mann aus Hessen erzählt von seiner Odyssee auf Twitter

    Bei der Coronavirus-Hotline, die er noch am Sonntag versuchte anzurufen, erklärte man ihm, dass es Sonntag sei. Am Montag (02.03.2020) solle er das Gesundheitsamt anrufen. Aus Sorge um all die Menschen, mit denen er zwischenzeitlich Kontakt hatte, rief der Mann aus Hofheim zusätzlich beim ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) an. Doch auch dort erhielt er nach mehrmaligem Hin- und Her-Telefonieren die Information, dass er am Montag zu seinem Hausarzt gehen solle. Denn in Hessen gebe es derzeit keine offizielle Stelle, die auf das Coronavirus (Sars-CoV-2) teste.

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    Am Montag erreichte der Mann endlich jemandem vom Gesundheitsamt, dieses verweist an den Hausarzt. Der Hausarzt habe aber weder Mittel noch geeignete Ausrüstung zur Verfügung, berichtet der Übersetzer weiter. Also gibt das Amt die Nummer eines Arztes heraus, an den sich der Mann wenden könne. Bei Anruf in der entsprechenden Praxis wird er erst einmal gefragt, ob er Patient sei. „Nein, bin ich nicht, aber ich hatte Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall und will mich testen lassen.“ „Wir rufen zurück.“

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    Während der Hesse und sein Sohn sich in eine freiwillige Quarantäne begeben haben, erfuhr er, dass auch der benannte Arzt vom Gesundheitsamt keine Ausrüstung für einen Test zur Verfügung habe. Schließlich wandte er sich an das Universitätsklinikum Frankfurt, das ihm aber ebenfalls nicht weiterhelfen konnte. 

    Erst am Dienstag (03.03.20) schrieb der Übersetzer auf Twitter: „Ich konnte soeben den Test auf das Coronavirus (Sars-CoV-2) machen. In ein paar Stunden habe ich das Ergebnis. In meinem Landkreis gibt es jetzt eine Routine dafür. Das Chaos an der ,Hotline‘ des Landes Hessens bleibt (Stand gestern Abend) unverändert (sic).“

    Der Hesse ist nicht der einzige Twitter-Nutzer, der sich über das Chaos bei den Behörden und lange Wartezeiten beschwert. In den Kommentaren unter dem Thread erzählen Benutzer ähnliche Geschichten. 

    Alle Informationen rund um das Coronavirus in Hessen gibt es in unserem News-Ticker. Die Zahl der Corona-Infizierten in Hessen steigt währenddessen weiter an. In Kelkheim im  Main-Taunus-Kreis dürfen 70 Schüler wegen Coronavirus-Risiko zwei Wochen lange nicht mehr in die Schule. Außerdem gibt es ähnliche Geschichten von Menschen, die von dauerbesetzten Hotlines und dem Mangel an Schutzkleidung bei Hausärzte erzählen.

    Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus in Hessen ergreift der RMV erhöhte Hygienemaßnahmen: In vielen Bussen ist der Fahrkartenkauf nicht mehr möglich, Bahnlinien werden intensiver gereinigt und desinfiziert.

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