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Ronja Assmann gehörte mit ihren 13 Jahren zu den Jüngsten, die für ihren Einsatz geehrt wurden. Sie arbeitet im ?Christlichen Verein junger Menschen Bad Soden? und ist Gruppenleiterin der Sodener Minikirche.

Auszeichnung

Ein Dank an die stillen Stars - Ehrenamtliche werden geehrt

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Viele Menschen im Main-Taunus-Kreis engagieren sich in ihrer Freizeit, ohne einen Cent dafür zu bekommen. Beim Tag des Ehrenamtes wurden neun Einzelpersonen und Gruppen dafür ausgezeichnet.

Ronja Assmann freute sich, das war zu erkennen. Landrat Michael Cyriax hatte gerade erklärt, sie sähe älter aus als 13 Jahre, und als das Publikum gerade ins Raunen kam, da erläuterte er, dass die Mädchen so etwa in diesem Alter ganz gerne hörten. Natürlich war Ronja Assmann nicht aus diesem Grund auf die Bühne im Plenarsaal des Kreishauses geholt worden. Der Grund war, dass die junge Sodenerin sich intensiv in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert, unter anderem eine Gruppe in der „Minikirche Bad Soden“ leitet. Bewundernswert sei es, dies in einem solchen Alter schon zu tun, so Landrat Cyriax. Denn solche Gruppenstunden seien „durchaus dynamische Veranstaltungen“.

Alle zwei Jahre gibt es im Landratsamt einen solchen Ehrenamtstag. 64 Vorschläge waren eingegangen, neun Preisträger in drei Kategorien wurden ausgezeichnet. Für jeden gab es eine Menge Applaus und ein Preisgeld von 500 Euro. Ausgesucht hat die Gewinner ein Gremium, dem mit den Mitgliedern des Kreisausschusses auch Vertreter gemeinnütziger Organisationen angehörten. Leicht habe es die Jury nicht gehabt, berichtete Pasquale Fiore, der Ehrenamtsbeauftragte des Main-Taunus-Kreises.

Ronja Assmann gehörte mit ihren 13 Jahren zu den Jüngsten, die für ihren Einsatz geehrt wurden. Sie arbeitet im ?Christlichen Verein junger Menschen Bad Soden? und ist Gruppenleiterin der Sodener Minikirche.

Neben Ronja Assmann bekamen den Förderpreis in der Kategorie Kinder und Jugendliche noch die Schülergruppe des Flörsheimer Vereins „Sterne des Südens“ und der Kelkheimer Dominik Hahn. Die Schüler des Vereins „Sterne des Südens“ betreuen Grundschulkinder, helfen ihnen bei den Hausaufgaben, unterstützen beim Erlernen der deutschen Sprache, machen auch einmal einen Ausflug mit ihnen. Der Verein war vor Jahren einmal zur Unterstützung brasilianischer Kinder gegründet worden – diese gibt es immer noch, aber immer deutlicher wurde den Organisatoren im Laufe der Zeit, dass auch Kinder in der Heimat Hilfe brauchen. Dominik Hahn ist im Sanitätsdienst des Roten Kreuzes unterwegs. Verlässlichkeit und Kameradschaft sind die Dinge, von denen die Arbeit der Hilfsdienste lebt, betonte der Landrat.

Bei der Ehrung in der Kategorie Ehrenamt im Umwelt- und Naturschutz waren praktisch alle vorgeschlagen, die im Kreisgebiet bei diesen Themen seit vielen Jahren immer wieder auftreten. Zu diesen gehört Bernd Zürn, „Aushängeschild für den Naturschutz in Flörsheim“, wie es hieß, und der wurde auch geehrt. Trotz seiner 80 Jahre kümmert er sich regelmäßig um Steinkäuze, Störche und Naturschutzflächen des Bundes für Umwelt- und Naturschutz. Die beiden anderen Preise gingen an die Kelkheimer Gruppe des Bundes für Ornithologie und Naturschutz und an die Deutsche Waldjugend Kelkheim. Die Vogelschützer bringen vielen Bürgern bei Naturerlebniswanderungen Natur- und Pflanzenwelt näher, die Waldjugend hat sich dies als Zielsetzung speziell für Kinder und Jugendliche auf die Fahnen geschrieben. Altmodisch ist das nicht, und es wird auch nicht so empfunden: Die Kelkheimer Gruppe wächst seit 15 Jahren kontinuierlich an.

„Die stillen Stars“ war die dritte Kategorie überschrieben. Das sind Leute die sich über viele Jahre engagieren, ohne dass darüber oft in der Öffentlichkeit gesprochen wird. „Viele betätigen sich mehr, als es weithin wahrgenommen wird“, sagte Landrat Cyriax. Ein Beispiel ist Elke Fischer aus Kelkheim, die vor über 30 Jahren den Senioren-Mittagstisch in Kelkheim organisiert hat. Ebenfalls seit drei Jahrzehnten leitete Christel Fritz die Hofheimer Stillgruppe der La-Leche-Liga und hat in dieser Zeit mehr als 10 000 Beratungsgespräche geführt. Stefan Theimer aus Hochheim wiederum war maßgeblich an der Gründung des Fördervereins zum Erhalt des Hochheimer Hallenbades und an der Bürgergenossenschaft beteiligt, die das Bad bis heute betreibt. Typisch: Wer sich ehrenamtlich betätigt, tut dies zumeist nicht nur an einer Stelle. Theimer ist eben nicht nur seit 35 Jahren Mitglied der DLRG, sondern kümmert sich auch im Flörsheimer Amateur-Theater um Organisation und Veranstaltungsplanung.

Keiner der Ausgezeichneten habe sich selbst ins Gespräch gebracht, alle wurden von anderen vorgeschlagen, betonte Wolfgang Männer, der als Kreistagsvorsitzender gemeinsam mit Landrat Cyriax die Preise übergeben hat. Cyriax wies auf die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hin, das viel mit gesellschaftlichem Zusammenhalt zu tun habe. „Sie alle tragen dazu bei, dass unser Main-Taunus-Kreis lebenswert bleibt“, so der Landrat.

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