Da kommt er angerauscht, der Regionalexpress mit starker Lok und modernen Wagen. Station machen die Züge auch in der Kreisstadt Hofheim.
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Da kommt er angerauscht, der Regionalexpress mit starker Lok und modernen Wagen. Station machen die Züge auch in der Kreisstadt Hofheim.

Verkehr

Die Bahn verspricht mehr Komfort im Regionalexpress

  • VonManfred Becht
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Main-Taunus: Auf der Strecke Frankfurt-Limburg werden modernisierte Doppelstockwagen und schnelle Loks eingesetzt.

Hofheim -Im benachbarten Eppstein wird man diese Nachrichten mit sehr gemischten Gefühlen zur Kenntnis nehmen. Das dortige Empfangsgebäude nämlich hat schon einmal den Titel Bahnhof des Jahres gewonnen, nur der Regionalexpress und die Regionalbahn halten dort nicht. Seit Jahren liegt die Burgstadt den Verantwortlichen beim RMV damit in den Ohren, hat aber keinen Erfolg. Die Verkehrsplaner legen Wert darauf, dass die Bahnen schnell nach Limburg kommen - und deshalb nicht an jedem Bahnhof halten.

Jetzt soll die Benutzung dieser Züge noch attraktiver werden. Wie die Deutsche Bahn berichtet, werden nach und nach die auf der Strecke Frankfurt-Limburg eingesetzten Doppelstockwagen so umgebaut, dass sie erheblich komfortabler werden. Außerdem werden speziell von den schnellen Nahverkehr konzipierte Elektrolokomotiven eingesetzt. Für Eisenbahnexperten: Es handelt sich um Fahrzeuge der Baureihe 146.1.

Die Doppelstockwagen dürften die meisten der Fahrgäste mehr interessieren. Sie haben neue Sitze mit größeren Abständen bekommen, es reist sich also bequemer. Großzügiger sind auch die Bereiche für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder, ganz neu sind Anlehnstangen für Räder. Alle Wände und Bodenbeläge wurden erneuert oder aufgearbeitet, außen haben die Wagen eine neue Lackierung bekommen.

Und an einer technischen Aufrüstung kommt die Bahn auch nicht vorbei. An jedem Doppelsitz befindet sich eine Steckdose, außerdem gibt es kostenfreie und drahtlose Internetverbindungen. "Das kostenfreie WLAN gehört bei uns in jeder Neuausschreibung zum Standard", berichtet RMV-Geschäftsführer Knut Ringat. Außerdem werden durch stromsparende LCD-Bildschirme die Kunden besser informiert als bisher.

Noch eine Schippe drauf legt die Bahn in der ersten Klasse. Dort kann man es sich in verstellbaren Ledersitzen bequem machen und auf größeren Tischen mit Bechermulden seinen Kaffee sicher abstellen. Außerdem gibt es Fußstützen und Zeitungsnetze. Alle Waggons sind übrigens mit einem automatischen Zählsystem ausgerüstet, dessen Ergebnisse in die aktuellen Auslastungsprognosen einfließen.

54 Doppelstockwagen setzt die Bahn auf dieser Strecke ein, 39 sind bereits modernisiert. Und die Fahrgäste werden die Fahrzeuge ausgiebig kennenlernen können, denn sie sind womöglich noch viele Jahre im Einsatz. Die Deutsche Bahn hat jedenfalls im Jahre 2018 die Ausschreibung der Strecken RE20 und RB22 gewonnen und bedient diese Linien damit bis 2033.

Gezogen werden die Züge von ebenfalls modernisierten Elektrolokomotiven der Baureihe 146.1. Deren Motoren leisten 7600 PS und gehören damit zu den stärkeren Maschinen. Das bedeutet nicht nur, dass die Züge technisch ein Tempo von bis zu 160 Kilometern pro Stunde schaffen können. Sondern sie sind spurtstark, beschleunigen also nach dem Halt im Bahnhof überdurchschnittlich und sind so besser in der Lage, Verspätungen aufzuholen. bt

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