+
Oh, wie lecker: Beim gemeinsamen Frühstück genießen die Mädchen und Jungen die fair gehandelten Sachen, die ihnen Leiterin Katja Schäfer (Mitte) und Erzieher Mesut Duman (rechts) servieren.

Schillerstraße

In dieser Kita geht es fair zu

  • schließen

Ob Frühstück, Schokohasen oder Spülmittel: In der Kita Schillerstraße werden vornehmlich Produkte aus fairem Handel verwendet. Den Kleinen gefällt’s und sie lernen dabei auch noch etwas.

„Die Schokocreme schmeckt wirklich gut!“ Viele kleine Leckermäulchen haben sich in der Küche um den Imbiss mit den Häppchen versammelt und greifen gerne zu. Das Besondere: Alle Produkte auf dem Tisch sind fair gehandelt. Und weil sich die Niederhöchstädter Kita Schillerstraße seit ein paar Jahren intensiv um das Thema bemüht, ist sie nun sogar offiziell als erste Fair-Trade-Kita in der Rhein-Main-Region ausgezeichnet worden.

„Sogar die erste hessenweit“, freut sich Stadtrat Thomas Ebert, der mit dem Bürgermeister und anderen Kollegen zu der Zertifizierungsfeier in die Einrichtung am Westerbach gekommen ist. Den Mann aus dem Rathaus kennen die Kleinen schon ganz gut, besucht er die Kita doch jedes Jahr zu dem großen gemeinsamen Fair-Trade-Frühstück. Produkte dafür beziehe man hauptsächlich von der Gepa, sagt Kita-Leiterin Katja Schäfer: Tomaten-Joghurt- und Kichererbsen-Ingwer-Aufstrich fürs Brot, den Saft und die Schokocreme. Auch Osterhasen und Weihnachtsmänner ordere man dort, seit neuestem sogar Reis. Sie freue sich immer, wenn die Palette fairer Produkte um etwas Herzhaftes erweitert werde. Manchmal sei das Angebot etwas süßlastig, schmunzelt sie. Auch den Geschmackstest durch die beiden asiatischen Mitarbeiterinnen habe der Reis mit gutem Ergebnis bestanden. Bananen für die 150 Kindergarten- und Hortkinder beziehe man bei BanaFair ein, heimisches Obst und Brot regional. Aufgetischt werden die Lebensmittel beim wöchentlichen gemeinsamen Frühstück, beim Elterncafé oder als Ergänzung zum bestellten Catering. Sogar bei Putz- und Geschirrspülmitteln und Hygienepapier achte man auf umweltfreundliche Produkte mit dem blauen Engel.

Wer die Fair-Trade-Urkunde erhalten möchte, muss aber auch zeigen, dass er sich mit der Herkunft von Lebensmitteln beschäftigt. Auch hier hat die Kita vieles mit den Kindern unternommen. So habe man eine Apfel-Kelterei und einen Imker besucht. Unter dem Stichwort „globales Lernen“ habe man sich darüber hinaus damit beschäftigt, unter welchen Bedingungen an anderen Orten der Welt Lebensmittel für den deutschen Markt produziert werden und vor allem wie die Kinder dort leben. „Spaß gemacht hat unseren Kindern auch ein Ausflug zum Frankfurter Weltkulturen-Museum“, sagt Katja Schäfer. Natürlich habe man auch die Eltern mit ins Boot geholt, denn eine Projektgruppe aus Eltern und Kita-Mitarbeitern sei sogar Voraussetzung für die Zertifizierung.

Für die feierliche Übergabe der Urkunde sind zwei Damen von der Initiative Rhein-Main-Fair nach Niederhöchstadt gekommen. „Ihr könnt dafür sorgen, dass alles ein bisschen besser verteilt wird in der Welt“, ermutigen sie die Kinder. Nachdem der Main-Taunus-Kreis erst vor zwei Wochen das Siegel gehalten habe – Eschborn ist ja bereits seit 2012 zertifiziert – , strebe man nun an, dass auch die Monopolregion Rhein-Main wie jetzt schon Ruhr und Nürnberg länderübergreifend dazugehöre. Vor drei Monaten habe man überlegt, dass auch Kitas dazugehören sollten.

„Dass wir schon so schnell die erste Kita auszeichnen, hätten wir nicht gedacht!“ Für die vielen Gäste haben die Kinder natürlich etwas vorbereitet. Im mit grün-blauen Kreppbändern und Luftballons geschmückten Foyer singen sie das mit passenden Bewegungen das Fair-Trade-Lied „We are the world.“ Dabei tragen sie T-Shirts und Röcke in den Farben des Logos. Auch in Zukunft soll es in der Kita am Westerbach fair weitergehen. So wolle man mit den älteren Kindern bald einen Videoclip erstellen, schildern die Erzieherinnen. Ziel sei die Bestätigung der Auszeichnung als „FaireKITA“ im Jahr 2021.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare