Das Gitter ist heruntergelassen: der Gibson Club auf der Zeil.
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Das Gitter ist heruntergelassen: der Gibson Club auf der Zeil.

Disco-Schlägerei: Opfer tot, Täter gefasst

  • Thomas J. Schmidt
    VonThomas J. Schmidt
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Der 41-jährige Mann aus Mainz, der nach einer Schlägerei in der Discothek „Gibson“ ins Krankenhaus kam, ist tot. Zwei weitere Tatverdächtige hat die Polizei noch an Pfingsten festgenommen. Einer war bereits in Gewahrsam.

Die Täter sind verhaftet, das Opfer ist tot. Gestern wurde bei dem Mainzer (41), der am frühen Sonntagmorgen in der Frankfurter Discothek „Gibson“ niedergeschlagen wurde, der Hirntod festgestellt. Dies bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Nachdem gestern seine Organe entnommen wurden, stellten die Ärzte die Geräte ab.

Festnahmen am Montag

Wie die Polizei gestern mitteilte, hat sie die beiden flüchtigen Männer am Montag festgenommen – der eine, 25 Jahre alt, ist den Beamten in Frankfurt ins Netz gegangen, der andere (29) stellte sich im Landkreis Offenbach freiwillig der Polizei. Bereits am Sonntagabend haben die Beamten in Langen im Landkreis Offenbach einen 38-jährigen Wohnsitzlosen festgenommen, der bei der Schlägerei der Haupttäter gewesen sein soll. Die drei Männer sitzen in Untersuchungshaft. Das ihnen vorgeworfene Verbrechen: Totschlag.

Der Abend hatte ausgelassen begonnen. Wie berichtet, feierten etwa 1200 Menschen in der Discothek „Gibson“ auf der Zeil das dreijährige Bestehen des Clubs. Eigentlich kein Jubiläum, doch zu den zahlreichen Prominenten des Abends gehörten auch Eintracht-Spieler, die das Ende der Saison begossen. So sehr begossen, dass Stürmer Nelson Valdez morgens gegen sechs Uhr von der Polizei abgeführt wurde, nachdem er gegen seine Freundin aggressiv geworden war. „Nach einer Stunde war er wieder frei“, sagte ein Polizeisprecher. Mit der Schlägerei habe Valdez nichts zu tun. Laut Madjid Djamegari, dem Geschäftsführer des „Gibson“, war Valdez um 2 Uhr der Zutritt versagt worden, weil er „Verhaltensauffälligkeiten“ gezeigt habe. Erst um 4 Uhr sei ihm inmitten des Durcheinanders von Polizei und Rettungskräften der Eintritt gelungen.

Die Schlägerei zwischen den beiden Männern (41 und 43 Jahre alt) auf der einen und den drei Tatverdächtigen auf der anderen Seite muss eine Sache von wenigen Sekunden gewesen sein, wohl am Rande der Tanzfläche. Der 41-jährige stürzte unglücklich und fiel ins Koma. Der 43-jährige hatte Glück, er wurde nur leicht verletzt. Die Polizei bestätigte gestern, dass sich die drei Tatverdächtigen zum Boxclub „Osmanen Frankfurt“ gehören, die enge Kontakte zu den „Hells Angels“ der Türkei unterhalten.

Strengere Kontrollen

Madjid Djamegari sagte gestern, das „Gibson“ werde seine Zugangskontrollen verschärfen. Das Sicherheitskonzept sei neu bewertet worden. Mit Ordnungsamt und der Polizei werde er „mögliche Maßnahmen besprechen, um die Sicherheit der Gäste, die zum Feiern kommen, weiterhin sicherzustellen und noch stärker präventiv möglichen Eskalationen vorzubeugen.“ Aus drei Eingängen werden zwei, und die Gästeliste wird durch die Geschäftsführung verantwortet.

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