Drahtlos oder Kabel?

  • schließen

Die Stadt soll den WLAN-Zugang fürs Internet einrichten. Die Lorsbacher machen sich aber auch Sorgen um die Telefon-Zukunft.

Inzwischen ist der Ausbau schneller Internetverbindungen in Lorsbach, Langenhain und Wildsachsen zwar vertraglich vereinbart; der Main-Taunus-Kreis stellt dafür bekanntlich eine Million Euro zur Verfügung. Der Lorsbacher Ortsbeirat ist allerdings nicht davon überzeugt, dass tatsächlich etwas daraus wird; zu negativ äußern sich manche über die Erfahrungen mit dem Vertragspartner in der Vergangenheit. Und so möchte man es jetzt zusätzlich auf drahtlosem Wege versuchen.

Einstimmig wurde im Ortsbeirat auf Antrag der Linken beschlossen, dass der Magistrat prüfen soll, ob das schnelle Internet für die Lorsbacher durch einen von der Stadt betriebenen WLAN-Zugang – also drahtlos – erreicht werden kann. Die bisherige Störer-Haftung sei abgeschafft worden, erläuterte die Linke ihren Antrag – andernfalls müsste die Stadt als Betreiber des Zugangs für alles haften, was über einen solchen Zugang an rechtswidrigen Dingen abgewickelt würde.

Ganz deutlich wird in dem Antrag, dass das Angebot ausdrücklich als Alternative zum kabelgebundenen Internetzugang gedacht ist. In vielen Großstädten gebe es Bereiche mit kostenlosem, öffentlichen Internetzugang, betonte Linken-Sprecher Bernd Hausmann. Bei der Prüfung soll es auch um die Frage gehen, welche Kosten entstehen und wie diese auf die Nutzer umgelegt werden können.

Sorgen machen sich die Lorsbacher außerdem wegen der Bestrebungen der Telekom, das Telefonieren vollständig übers Internet abzuwickeln; bereits vom Jahr 2018 an bereits soll das bisherige analoge Telefonieren Geschichte sein.

Bietet nur die Wallauer MTKom Internetverbindungen in Lorsbach an, sind die Telefonkunden gezwungen, auch dort ihren Telefonanschluss zu buchen. Die Telekom könnte zwar die Glasfaserkabel in Lorsbach nutzen, müsste aber einen entsprechenden Vertrag mit MTKom abschließen – bislang war von Bestrebungen in dieser Richtung nichts zu hören.

Der Magistrat hat zwar darauf hingewiesen, dass MTKom auch Telefonie anbietet – wiederholt wurde aber berichtet, dass es Probleme gab, Telefon und Internet gleichzeitig über diesen Anbieter zu nutzen. Der hat freilich noch rund ein Jahr Zeit, das Angebot betriebssicher zu machen.

(bt)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare