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So einfach können Sie Energie sparen – und die Heizkosten senken

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Von: Sascha Kröner

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Heizen will gelernt sein. Stoßweise lüften ist wichtig, wie es Alfred Strüder demonstriert. Auch das Thermostat will kontrolliert sein.
Heizen will gelernt sein. Stoßweise lüften ist wichtig, wie es Alfred Strüder demonstriert. Auch das Thermostat will kontrolliert sein. © Hans Nietner

Nicht jeder weiß, wie man seine Wohnung richtig heizt. Alfred Strüder vom Energieberatungszentrum im Landratsamt hat dafür einige Tipps parat.

Vorbei ist die Jahreszeit, in der sich Wohnungen von selbst aufwärmen und wir Fenster stundenlang geöffnet lassen können. Der Winter steht vor der Tür. Hauseigentümer und Mieter steuern die Temperatur und Feuchtigkeit während der kommenden Monate selbst. In früheren Jahrhunderten seien viele Räume kalt geblieben, weiß Rainer Steinbrech von den Eddersheimer Geschichtsfreunden. Die Familie habe am Ofen in der Küche gesessen. „Brennmaterial war kostbar“, erklärt der Eddersheimer, der in einem denkmalgeschützten Anwesen wohnt. Heute habe jedes Haus eine Zentralheizung. Selbst in einem historischen Fachwerkhaus müsse er nichts besonders beachten. „Täglich Stoßlüften, dann ist alles wieder gut“, berichtet Steinbrech.

Umzug ins Kreishaus

Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Denn auch Heizen und Lüften wollen gelernt sein. Wir haben bei einer weiteren Hattersheimer Familie nachgefragt: Sie lüfte stoßweise, indem sie Fenster und Terrassentür zwischen fünf und zehn Minuten aufreiße, erzählt die Hausherrin. Wenig genutzte Zimmer würden im Winter auch weniger stark beheizt. „Aber immer noch so, dass sie nicht auskühlen“, sagt die Hattersheimerin. Damit macht sie tatsächlich schon einiges richtig. Die Tipps lassen sich aber noch erweitern.

Worauf es genau ankommt, weiß Alfred Strüder vom Energieberatungszentrum Main-Taunus. Die Beratungsstelle, die über mehrere Jahre in Hattersheim angesiedelt war, ist mittlerweile ins Kreishaus umgezogen. Dort bekommt es Strüder immer wieder mit Menschen zu tun, die Nachhilfe bei den Themen Heizen und Lüften nötig haben.

Hohe Heizkosten

Der Energieberater betreut Arbeitslosengeldempfänger, die das Jobcenter zu ihm schickt, weil sie hohe Heizkosten produzieren. Alfred Strüder räumt ein, dass Leistungsempfänger nicht immer die komfortabelsten Wohnungen beziehen. Es gibt aber auch Faktoren, die jeder Einzelne im Winter selbst beeinflussen kann: Zunächst empfiehlt der Berater, zu schauen, ob es irgendwo zieht. Der Experte rät dazu, die entsprechenden Stellen mit einem Dichtungsstreifen aus dem Baumarkt in Ordnung zu bringen. Für den Fall, dass es unter einer Tür hindurch zieht, empfiehlt Alfred Strüder, eine Decke oder eine Stoffrolle vor den Spalt zu legen.

Heizen ohne unnötige Kosten setzt auch voraus, dass die Heizkörper ideal genutzt werden. Wer Möbel oder gar Schränke vor die Heizung baut, der darf sich nicht über den zusätzlichen Energieaufwand wundern. Auch Gardinen sollten die Heizungsstrahlung nicht blockieren, betont der Energieberater. Sonst heize man vor allem die Fensterfront. Sollte es trotzdem nicht richtig warm werden, müsse man kontrollieren, ob ein Defekt vorliegt. Beispielsweise könne sich Luft im Heizungssystem befinden oder der Stift des Thermostats verkalkt sein, so der Experte. Schließlich sollte man darauf achten, dass man nicht den Flur oder benachbarte Räume mitheizt. „Wenn ich einen Bereich kalt haben will und den anderen warm, muss ich die Türen schließen“, so Strüder.

Zwischenzeitlich muss gezielt frische Luft in die warmen Räume gelassen werden. In bewohnten Räumen sollte man alle zwei Stunden kurz lüften, um die Luftfeuchtigkeit rauszukriegen, sagt der Energieberater. Dies gelte vor allem bei Arbeitslosen, Kranken und Rentnern, die durchgehend zu Hause sind und dadurch mehr Feuchtigkeit produzieren. Der Trick beim richtigen Lüften ist es nun, die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch und die Temperatur der Wände nicht zu niedrig werden zu lassen. Strüder erläutert, dass die Temperatur des sogenannten „Taupunktes“, bei dem Wasser an Decken und Wänden kondensiert, in direktem Verhältnis zur Luftfeuchtigkeit steht. Bei hoher Luftfeuchtigkeit muss die Wand nur wenig abkühlen, um nasse Stellen zu bilden. Wer das Fenster über einen längeren Zeitraum kippt, fördert aber genau das Abkühlen der Wände bei nur langsam sinkender Luftfeuchtigkeit. Deshalb rät der Fachmann zum schnellen Durchzug mit weit geöffneten Fenstern. „Kurz und schmerzlos“, betont Alfred Strüder.

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