+
Künstler Stefan Budian (links) präsentiert dem Stifterehepaar Dr.Susanne Schürner-Ritter und Jörg Ritter das Gemeindebild.

Multimedia-Projekt

Emmaus: Ein kunstvolles Puzzle des Gemeindelebens

An Ostermontag 2015 hatte der Mainzer Künstler Stefan Budian mit ungewöhnlichen Vorhaben begonnen. Inspiriert haben ihn über 10 000 fotografische Einblicke in die Emmausgemeinde. Das multimediale Projekt verbindet die Eindrücke mit klassischer Kunst und digitalem Zeitalter. Realisiert wurde es durch das Eppsteiner Stifterehepaar Ritter.

Stefan Budian sieht seine Arbeiten als Prozess aus Inspirationen. Diese nimmt er aus seinem Umfeld. Die evangelische Emmausgemeinde bot dem Künstler in den vergangenen drei Jahren diese Inspirationsumgebung. Das Stifterehepaar Dr. Susanne Schürner-Ritter und Jörg Ritter finanzierte das Projekt.

Der Künstler nahm über 10 000 Fotos verschiedenster Gemeinde-Erlebnisse auf und interpretierte diese malerisch übereinander gelagert auf einem Holzuntergrund.

Zur feierlichen Übergabe im evangelischen Gemeindehaus, wurde schließlich das „Motiv Jesu in den Armen Marias nach der Kreuzigung“ als alles überlagerndes Endkunstwerk auf Holz präsentiert. Darunter sammeln sich tausende Bildsequenzen, die das Gemeindeleben zusammenführen.

„Das Bild ist nur eine Oberfläche des Prozesses der Einzelzustände, die alle für sich gleich wichtig sind“, sagt der Künstler während der Feierlichkeit. Die Entstehung des Gesamtkunstwerks aus den Einzelkunstwerken hat der Künstler fotografisch festgehalten und in einem

Online-Museum

archiviert.

In sieben Räumen, von ihm als „sieben Joche“ bezeichnet, gibt der interaktive Museumsbesuch Überblick über den Schaffensprozess vom ersten Bild „Ecce homo“ bis zum Endbild, das in Anlehnung an die Kunst des italienischen Renaissance-Malers und Baumeisters Giotto di Bondone, gefertigt wurde.

„Wir haben hier ein Schatzbild“, erklärt Pfarrer Moritz Mittag. Den Schatz sieht er zum einen im Gemeindeleben, „das Stefan Budian immer wieder reflektierte und malte“, so der Pfarrer. Zum anderen „nutzt er die Digitalisierung, verbindet die Bilder und Eindrücke mit der digitalen Welt“ und schafft ein Gesamtkunstwerk.

Der ganzheitliche Ansatz überzeugte das Stifterehepaar Ritter, das die Durchführung des Projekts möglich machte. Unter den Gästen erklärten beide ihre Dankbarkeit „für die Reise, auf die uns Stefan Budian mitgenommen hat. Sie ist einfach fantastisch geworden“. Im Hinblick auf die vielen überlagerten Bildzustände sei es unfassbar, was das Bild in sich trage. Nach einem Männerkochabend habe man dem Künstler seinerzeit die Unterstützung zugesagt.

Budian ist dankbar in Eppstein „einen großen Raum geschenkt bekommen zu haben, in dem ich gehen und dem ich einen Ausdruck geben durfte. Es ist toll, was aus der Gemeinde entwachsen ist und dass mir so viele Motive entgegengebracht wurden.“ Als „Krümelsammler“ hätte er immer wieder geschaut, zusammengefügt und etwas Neues geformt.

Das endgültige Gesamtkunstwerk wird demnächst im Eingangsbereich des evangelischen Gemeindehauses hängen. Den virtuellen Gang durch das „virtuelle Museum der Einzelkunstwerke“, ist über Stefan Budians Webseite möglich.

Am 6. April stellt Stefan Budian sein multimediales Malerei-Projekt in der „Kulturei Mainz“, im Zitadellenweg in Mainz, um 18 Uhr vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare