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Das abgebrannte Fachwerkhaus an der Burgstraße ist nicht gerade ein Hingucker. Gebäudeteile sind - teils eher notdürftig - mit Planen abgedeckt, Fenster und Türen stehen offen.

Eppstein

Eppstein: Brand-Ruine sorgt für Unmut

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Eine Brand-Ruine in Eppstein in der Burgstraße gammelt vor sich hin. Das Haus war vor vier Jahren ausgebrannt.

Eppstein -Vor ziemlich genau vier Jahren gab es noch eine Welle der Hilfsbereitschaft, als in der östlichen Burgstraße ein Fachwerkhaus brannte und die Familie, die dort gelebt hatte, ihre Wohnung verlor. Mehrere Vereine und andere organisierten Hilfsaktionen. Es stellte sich bald heraus, dass das Feuer durch einen Defekt im Heizungsraum ausgelöst wurde. Der Schaden ging in die Hunderttausende.

Viele, die heute an dem Gebäude vorbei kommen, ärgern sich. Was sie sehen, kann man nur als Ruine bezeichnen. Gebäudeteile sind - teils eher notdürftig - mit Planen abgedeckt, Fenster und Türen stehen offen. Das spricht nicht dafür, dass jemand Interesse daran hat, weitere Schäden an der Bausubstanz zu verhindern. Geht man den östlichen Aufgang zur Burg hinauf, kann man hinter das Haus blicken. Verkohlte Balken und ähnliches liegen dort herum.

Eppstein: Brand-Ruine stört Stadtbild

Nicht nur, dass über ganzen Szenerie tatsächlich immer noch ein leichter Geruch von verkohltem Holz liegt. Auswärtige Besucher, die von dieser Seite kommen, erhalten keinen guten ersten Eindruck von der Altstadt. Es sieht so aus, als ob es dort ein Problem gäbe, um das sich keiner kümmert. Wem das Anwesen gehört, ist unbekannt - die Behörden dürfen dazu keine Auskünfte erteilen.

Im vergangenen Jahr sah es so aus, als könnte das Problem gelöst werden. Im Sommer wurde über einen bevorstehenden Wiederaufbau des Hauses berichtet, es sollten wieder zwei Wohnungen dort eingerichtet werden. Bürgermeister Alexander Simon zeigte sich schon erleichtert, dass sich etwas tat. Doch inzwischen hat sich diese Hoffnung zerschlagen, denn es passiert nichts mehr. "Ich bin auch nicht glücklich mit dem Verlauf."

Der Bürgermeister berichtet, dass die Stadt das Anwesen nach dem Brand habe kaufen wollen. Die damaligen Eigentümer hätten sich aber für einen anderen Interessenten entschieden. Diesen habe die Stadt dann ausführlich beraten, so Simon. "Dies war in der Zeit vor der Bauphase", sagt der Rathauschef. Mit anderen Worten: Während der Bauarbeiten gab es nicht mehr so viele Kontakte.

Eppstein: Baustopp in Brand-Ruine wegen Asbest

Dafür umso mehr Probleme. Das Regierungspräsidium verfügte einen Baustopp, weil eine asbesthaltige Dacheindeckung nicht fachgerecht entsorgt wurde. Inzwischen ist das Material verschwunden, aber viel mehr ist nicht passiert. Das Baugerüst ist auch wieder verschwunden. Simon weiß, dass es wegen des Gerüstes diverse Streitigkeiten mit den Nachbarn gegeben hat. Die Stadt habe auch für Ersatz für wegfallende Parkplätze gesorgt, viel mehr aber sei nicht drin.

Auch die Bauaufsicht kann nicht viel tun. "Wir nehmen Sorgen um die Sicherheit ernst", so Johannes Latsch, Pressesprecher des Main-Taunus-Kreises. Dem Bauamt liege eine Bescheinigung über die Standsicherheit des Gebäudes vor - aus der Nachbarschaft war die Befürchtung laut geworden, es könnten Wände einstürzen. Unlängst war nach längeren Regenfällen Außenputz auf die Straße gefallen - der aber ist für die Standsicherheit des Gebäudes nicht wichtig. Die Bauaufsicht des Kreises wartet allerdings noch auf eine Bestätigung des Statikers, dass das gebaute Notdach den technischen Anforderungen entspricht.

Gebeten habe man den Eigentümer auch sicherzustellen, dass das Gebäude nicht durch Fremde betreten werden kann - eine Auflage, die zum Wochenbeginn nicht erfüllt war.

Weitere Handlungsmöglichkeiten habe der Kreis nicht; das Haus sei kein Einzeldenkmal. Für ein solches könnte ein Sanierungsgebot geltend gemacht werden. Zu hören ist momentan, dass das Gebäude verkauft werden soll. Auf den einschlägigen Immobilienportalen ist es allerdings nicht zu finden. 

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