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Bürgermeister Alexander Simon und seine Herausforderin Nadja Gneupel (2. v. re.) stellten sich den Fragen von HK-Redakteurin Christine Sieberhagen (re.) und Beate Palmert-Adorff (Eppsteiner Zeitung). 

Politik

Bürgermeisterwahl in Eppstein: Kandidaten diskutieren beim gemeinsamen Forum von HK und EZ

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Es gab eine klare Rollenverteilung beim gemeinsamen Bürgerforum von Höchster Kreisblatt und Eppsteiner Zeitung zur Bürgermeisterwahl: Amtsinhaber Alexander Simon (CDU) erläuterte, wie die aktuelle Politik fortgesetzt werden soll, und Nadja Gneupel (FDP) erklärte, was sie anders machen will.

Eppstein - Beide Kandidaten wollen, dass möglichst ganz Eppstein Glasfaseranschlüsse bekommt, für beide ist der Radweg zwischen Eppstein und Bremthal das wichtigste Projekt bei der Förderung des Radverkehrs. Die beiden Themen dürften somit bei der Wahlentscheidung der Eppsteiner keine Rolle spielen. Die Frage ist also: Wo haben Alexander Simon (CDU), der von den Grünen unterstützt wird, und Nadja Gneupel (FDP), die auch für die SPD antritt, unterschiedliche Vorstellungen?

Christian Weyher hatte eine Frage zur Betreuungssituation.

Da ist zum Beispiel die Frage nach dem Einzelhandel in der Altstadt. Simon möchte mit den Eigentümern sprechen, damit die Häuser saniert werden und dadurch die ganze Altstadt attraktiver wird. Es sei bereits gelungen, mit dem Markt an der Staufenstraße einen Frequenzbringer anzusiedeln. Gneupel möchte versuchen, die Eigentümer dafür zu gewinnen, für etwas geringere Mieten ihre Geschäfte zu vermieten. Auch kann sie sich vorstellen, durch einen gemeinsamen Laden mehrerer kleiner Betriebe, etwa in den Räumen des ehemaligen Supermarktes, der Altstadt einen Impuls zu geben.

Sarah Engelmann hatte ein konkretes Anliegen.

Für die Nahversorgung in Niederjosbach setzt Simon auf weitere Gespräche mit dem Eigentümer des Geländes an der Bezirksstraße, auf dem Wohnungen und Ladenlokale entstehen könnten. Gneupel schlägt für die Stadtteile ohne Laden eine mobile Lösung vor, einen Einkaufsbus, der zu festen Zeiten in den Orten hält. "Anderswo wird das gut angenommen", hat sie herausgefunden.

Christian Weyher hatte eine Frage zur Betreuungssituation.

Ein mögliches Neubaugebiet sehen beide in Bremthal, zwischen der Wiesbadener Straße und dem Friedhof. Gneupel möchte auch noch Flächen am S-Bahn-Halt in Niederjosbach entwickeln - im Gegensatz zur aktuellen Mehrheit im Rathaus. Dort wäre für sie auch Platz für Sozialwohnungen, Simon sieht diese eher in der Ortsmitte Vockenhausen. Auf die Frage nach neuen Wohnformen weist Simon auf die Seniorenwohnungen in der Müllerwies hin, Gneupel möchte sich auch für Mehrgenerationenhäuser engagieren.

Aktuell gibt es Probleme mit Betreuungsplätzen für Kinder, so der Hinweis der Moderatorinnen Christine Sieberhagen (HK) und Beate Palmert-Adorff (EZ). Simon erhofft sich von der bevorstehenden Umstellung des Anmeldesystems einen besseren Überblick, Gneupel würde am liebsten einen Puffer an Kindergartenplätzen schaffen, um unvorhersehbare Engpässe zu vermeiden.

Die FDP-Kandidatin Nadja Gneupel.

In der Jugendarbeit setzt die FDP-Kandidatin auf eine Befragung der Jugendlichen, um deren Wünsche und Bedürfnisse zu ermitteln, und würde auch gerne mehr mit den Nachbarkommunen zusammenarbeiten. Aus Sicht des Amtsinhabers ist die Stadt bei der Jugendarbeit gut aufgestellt, einerseits durch die Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Verein Jugendberatung und Jugendhilfe, andererseits durch die Angebote von Kirchen, Vereinen und der Stadt.

Rund 200 Zuhörer nahmen die Gelegenheit wahr, beim Bürgerforum die beiden Bewerber und ihre Ziele kennenzulernen.

Elektrofahrräder sind aus Sicht beider Kandidaten geeignete Verkehrsmittel in der Burgstadt. Simon kündigte abschließbare Boxen für E-Bikes an allen Bahnhöfen an, Gneupel möchte die Fahrzeuge leihweise zur Verfügung stellen, damit Interessenten sie ausprobieren können, ohne gleich ein Exemplar kaufen zu müssen.

Gefahren wird, mit welchem Fahrzeug auch immer, auf den Straßen, und die müssen in Ordnung sein. Gneupel wiederholte die Forderung der FDP nach deutlich mehr Mitteln für die Straßenunterhaltung, Simon stellte heraus, dass in diesem und im nächsten Jahr dafür mehr Geld zur Verfügung steht als je zuvor. Die umstrittenen Anliegerbeiträge für den Straßenausbau wollen beide abschaffen und halten eine Erhöhung der Grundsteuer dafür nicht für notwendig.

Amtsinhaber Alexander Simon.

Bei haben "Plan B"

Macher versus Genussmensch? Die Formulierung wäre wohl zu sehr zugespitzt, aber durchaus möglich. Denn wäre er ein Tier, müsste es für Alexander Simon ein Tausendfüssler sein, um ganz viele Dinge gleichzeitig tun zu können. Nadja Gneupel sähe sich dagegen gerne als Katze bei einer älteren Dame, wo sie viel Schlaf und viele Streicheleinheiten bekäme.

Für die Fußballer der Frankfurter Eintracht interessieren sich Tiere nicht, Simon schon. Eine Vereinschronik in Buchform würde er auf eine einsame Insel mitnehmen. Gneupel bezeichnet sich allenfalls als Sympathisantin der Eintracht, das Rückspiel im Europapokal geriet ihr wegen der Verlängerung schon zu lang. Ihr Baby im Bauch habe während des Spiels kräftig getreten, berichtet sie. Was das aber bedeutet, weiß sie nicht. Zum Reisegepäck für die Insel gehört jedenfalls eher das aktuelle Buch von Michelle Obama.

Einen "Plan B" für den Fall einer verlorenen Bürgermeisterwahl haben beide Kandidaten auch. Simon würde seine Zulassung als Rechtsanwalt wiederbeleben und ist froh, auf Politik als Beruf nicht angewiesen zu sein. Gneupel würde sich und ihrem Baby, das im August kommen soll, ein volles Jahr Mutterschutz gönnen. Aber Politik als Beruf kann sie sich schon vorstellen, nur weit weg soll es nicht sein, nicht in Berlin, aber in der Nähe schon. Auch ein zweiter Anlauf bei der nächsten Bürgermeisterwahl sei denkbar. . .

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