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Mischlingshündin Elsa hat es dem beherzten Eingreifen ihres Besitzers zu verdanken, dass sie die Attacke des Staffordshire-Terrier-Mischlings überlebt hat

Beim Gassi gehen

Hündin Elsa entgeht nur knapp dem Tod: Beißattacke im Feld

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Am vergangenen Samstag kam es im Bremthaler Feld zu einem Vorfall zwischen einem Staffordshire-Terrier-Mix und einer Mischlingshündin. Der Besitzer der Hündin konnte das kleine Tier mit Mühe retten.

Eppstein - Elsa ist ein kleiner Sonnenschein. Die drollige Mischlingshündin ist nicht nur der Liebling der Kinder rund um den Hessenring, sondern steht auch mit den Artgenossen aus ihrem Viertel auf bestem Fuß. Seit gut einem Jahr lebt die fröhliche Hundedame bei Familie Gronenthal, die sie aus dem Tierschutz adoptiert hat. 

Gassigehen mit der Familie steht ganz oben auf der Liste ihrer Lieblingsbeschäftigungen. Bisher – denn am vergangenen Samstag entging Elsa beim morgendlichen Spaziergang mit ihrem Besitzer Thomas Gronenthal nur knapp dem Tod: Die kleine Hündin wurde von einem freilaufenden Staffordshire-Terrier-Mix angegriffen und fast totgebissen.

Staffordshire-Terrier stürzt sich aggressiv auf Mischling

Passiert ist das Ganze im Feld seitlich der Wildsächser Straße. „Wir sind wie jeden Morgen auf der bei Hundebesitzern beliebten Spazierstrecke gelaufen, als urplötzlich aus etwa 100 Meter Entfernung ein Staffordshire-Terrier, der mit seinem Besitzer unterwegs war, mit abartiger Geschwindigkeit angerast kam“, erinnert sich Thomas Gronenthal. 

Dann ging alles in Sekundenschnelle: Der Staffordshire-Terrier, der in Hessen als sogenannter Listenhund geführt wird, stürzte sich auf die Mischlingshündin, verbiss sich in ihr, schüttelte das kleine Tier hin und her. Elsa wehrte sich, versuchte verzweifelt zu entkommen – doch physisch hatte die gerade mal acht Kilo leichte Hündin kaum eine Chance gegen den deutlich größeren und schwereren Listenhund. 

„Der Kampf der beiden Hunde erstreckte sich über eine Strecke von mehr als 300 Metern. Zu keiner Zeit hörte der aggressive Staffordshire auf die Kommandos seines Halters“, schildert Thomas Gronenthal. „Schließlich konnte ich den Staffordshire einholen, ich ging dazwischen und es gelang mir, dass er den Biss lockerte und Elsa losließ. Sofort nahm ich sie und rannte mit ihr nach Hause. Wir waren beide völlig blutüberströmt, ich bin dann sofort mit ihr in die Tierklinik nach Hofheim gefahren.“

Hund bekommt Angsttrauma

Die Veterinäre untersuchten Elsa sofort und konstatierten einen gebrochenen Halswirbel, zahlreiche Bisswunden und ein Angsttrauma. „Der behandelnde Arzt in der Tierklinik Hofheim sagte schließlich, dass sie sehr großes Glück hatte, die Attacke überlebt zu haben“, sagt ihr Besitzer, der nicht darüber nachdenken mag, was passiert wäre, wenn seine sechs Jahre alte Tochter an diesem Morgen dabei gewesen wäre. 

Der Halter des Staffordshire-Terrier-Mischlings hingegen drohte Gronenthal, der inzwischen Anzeige beim Ordnungsamt erstattet hat, nach dem Hinweis auf zivilrechtliche Folgen mit den Worten: „Haben Sie Kinder? Dann passen Sie gut darauf auf!“.

Elsa will nicht mehr Gassi gehen

Der kleinen Elsa geht es inzwischen wieder besser – zumindest körperlich: „Sie leidet aber noch stark unter dem Angsttrauma. In den ersten beiden Tagen nach dem Vorfall konnten wir sie kaum dazu bewegen, rauszugehen. Und auch wir fühlen uns noch unsicher“, sagt Thomas Gronenthal.

Die Halterin des Listenhundes – übrigens ein Mix aus Staffordshire und Weimaraner – lebt ebenfalls in Bremthal. Sie selbst war nicht dabei, als sich der Vorfall mit ihrem Hund ereignete, ihr Lebensgefährte führte das Tier aus. 

Sie sagt auf Anfrage unserer Zeitung: „Es tut mir als Hundehalterin leid, was an genanntem Tag geschehen ist, dies hätte ich gerne den Hundebesitzern persönlich mitgeteilt, um die eventuell angefallenen Tierarztkosten über die bestehende Versicherung abwickeln zu können. Das war mir leider nicht möglich, da die Besitzer meinem Lebensgefährten ihre Kontaktdaten nicht mitteilen wollten. Meine jedoch haben sie von meinem Partner bekommen. Gerne hätte ich die Möglichkeit bekommen, die Angelegenheit persönlich zu klären, da sich mein Hund ebenfalls verletzte und tierärztlich behandelt werden musste.“

Grund für den Vorfall kennen nur die Hunde

Und sie stellt klar: „Da mein Hund ein Mischling mit einem sogenannten ,gefährlichen Hund’ ist, musste er vergangenes Jahr zum wiederholten Mal zum Wesenstest und hat ihn positiv bestanden. Mein Partner und ich haben erfolgreich die Sachkundeprüfungen abgelegt, so wie es die Behörden fordern. Er ist der Liebling von Postboten und Nachbarskindern. Ich nehme ihn jeden Tag mit zur Arbeit. Wir haben ihn aus dem Tierheim und mussten bereits damals eine ganze Reihe von Vorprüfungen hinter uns bringen. Weshalb es zu diesem Vorfall kam, wissen nur die beiden Hunde.“

Im Dezember 2018 kontrollierte die Stadtpolizei Frankfurt die Parks nach "Listenhunden", da es immer mehr Beißereien gegeben hatte.

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