Gibt es solch ein Bauwerk bald auch in Eppstein? Eine Baumhaus-Herberge in Witzenhausen.
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Gibt es solch ein Bauwerk bald auch in Eppstein? Eine Baumhaus-Herberge in Witzenhausen.

Stadtentwicklung 

Hotel-Baumhäuser am Campingplatz? – Unternehmer hat Großes vor

  • vonManfred Becht
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Markus Rösmann arbeitet an Millionen-Ideen für Eppstein im Main-Taunus-Kreis. Er will die Stadt zum Touristen-Ziel machen

Eppstein -Markus Rösmann, Eppsteiner Unternehmer und seit einer Weile auch Vorsitzender des Gewerbevereins, hatte vor zwei Jahren gehörig Aufmerksamkeit auf sich gezogen in der Burgstadt. Es gelte, hat er damals wissen lassen, 20 Investoren aufzutreiben, die zusammen 100 Millionen Euro in Eppstein investieren und damit der Stadt einen richtigen Schub geben. Plakativ war von verschiedenen touristischen Attraktionen die Rede - von einer Hängebrücke quer über das Tal oder einer Seilbahn, einem Hotel auf jeden Fall.

Eppstein: Einen sichtbaren Anfang machen

Rund zwei Jahre später ist Rösmann weit davon entfernt, die Zahl zurückzunehmen. Nur geht es ihm jetzt mehr darum, einen sichtbaren Anfang zu machen, sagt er dieser Zeitung. Der soll erstens die Ernsthaftigkeit des Anliegens unterstreichen. Zweitens geht es ihm aber auch darum, Mitstreiter bei der Stange zu halten. Das gelingt nach seiner Überzeugung vor allem, wenn es erkennbare Fortschritte gibt.

Die großen Dinge hat er freilich deswegen nicht aus dem Auge verloren. Für einen Hotelbetrieb eignen könnte sich aus seiner Sicht das Gelände des in die Insolvenz geratenen Campingplatzes, dessen Schicksal immer noch ungewiss ist. Dabei stellt sich Rösmann nicht einen gewöhnlichen Hotelbau mit Parkplätzen davor vor, er spricht von Baumhäusern, Chalets und Tiny Houses - das sind kleine Häuser mit möglichst wenig Fläche, inzwischen gerne auch für Urlaubszwecke angeboten. Vorstellen kann er sich eine Finanzierung "von Eppsteinern für Eppsteiner", etwa durch einen Bürgerfonds. "Man muss das alles mal ganz neu denken", ist er überzeugt. Dass es da vielerlei Hürden zu überwinden gibt, das ist Rösmann klar. Das schreckt ihn aber nicht.

Andere Ideen sind deutlich eine Nummer kleiner. Das Weinfest zum Beispiel soll hochwertiger werden. "Wir wollen das nicht revolutionieren, aber jedes Jahr ein bisschen besser machen", so sein Plan. Bei dem Thema hat er den Hut des Vorsitzenden des Gewerbevereins auf, der das Weinfest veranstaltet. Beim angestrebten Touristikkonzept für Eppstein eher den des Sprechers einer Arbeitsgruppe der Initiative "Zukunft Altstadt Eppstein". Natürlich sieht er auch eine Rolle für sein eigenes Unternehmen Percuma in Bremthal, ein Gebäude vor allem für Firmenveranstaltungen. Dort ist noch ein Nachbargrundstück in Rösmanns Besitz, das eine Rolle spielen könnte.

Ein Visionär für Eppstein: Unternehmer Markus Rösmann.

Noch 2020 realisiert werden soll die Idee eines Rundweges, der nicht zu Sehenswürdigkeiten, sondern zu unbekannten, zum Teil sonst nicht zugänglichen An- und Aussichten führen könnte. Das soll keine Dauereinrichtung werden, sondern etwa mit Ess-Stationen zu bestimmten Tagen geöffnet werden.

Eppstein: Altes Handwerk in leeren Läden zeigen

Ebenfalls noch in diesem Jahr stellt er sich ein Projekt mit Studenten vor, das erkunden soll, welche Vorstellungen die Eppsteiner und vor allem die Jüngeren zur Zukunft der Stadt haben. Diese Idee basiert auf einem Vortrag der Architektur-Historikerin und Urbanistin Turit Fröbe, die in anderen Städten ähnliche Projekte umgesetzt hat.

Rösmann setzt bewusst auf ungewöhnliche Ideen, um die Eppsteiner zu mobilisieren. Nur damit könne er die Menschen hinter dem Ofen hervorlocken, ist er überzeugt. Die große Resonanz, die die Initiative "Zukunft Altstadt Eppstein" bislang gefunden hat, zeigt jedenfalls, dass es viele gibt, die sehr interessiert an dem Thema sind. In vielen Fällen steckt dahinter der Wunsch, die historische Altstadt zu beleben.

Dass eine auf den ersten Blick überzeugende Idee dabei noch nicht auf den Tisch gelegt wurde, ist keine Überraschung angesichts der Tatsache, dass viele Kleinstädte sich seit Jahren erfolglos mit dem Problem des Ladensterbens herumschlagen. In der Arbeitsgruppe Touristik jedenfalls wird die Idee diskutiert, mehrere alte Handwerke in verschiedenen Häusern zu präsentieren - einschließlich der Möglichkeit für die Besucher, dann dabei selbst aktiv zu werden. Dies könne auch die Gastronomie im Ort wieder stärken, ist Visionär Rösmann überzeugt. 

Von Manfred Becht

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