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30 Prozent weniger Besuche

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Von: Katrin Eva Walter

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Christina Cantzler leitet die ehrenamtlich geführte Stadtbücherei in Eppstein.
Christina Cantzler leitet die ehrenamtlich geführte Stadtbücherei in Eppstein. © Katrin Walter

Der Grund für den Rückgang sei die Pandemie, so Leiterin Christina Cantzler - und, dass die Menschen insgesamt weniger lesen. Bei einer Gruppe fällt das besonders auf.

Eppstein -Im Jahr 2021 hat es in der Stadtbücherei knapp 30 Prozent weniger Besuche gegeben als im Vorjahr. Das geht aus einer Statistik hervor, die der Bücherei wie in jedem Jahr vorliegt. Die genannte Zahl ist bemerkenswert, denn 2021 hatte die Einrichtung häufiger geöffnet als 2020. Im ersten Pandemiejahr waren es nur 244 Stunden, im vergangenen Jahr dann 402. Dieser Rückgang kann wohl nur mit der Coronapandemie erklärt werden. Aber schon in den Jahren zuvor gingen die Nutzerzahlen zurück - wie bei anderen städtischen Büchereien. Leserinnen und Leser würden eher auf digitale Angebote zurückgreifen, sagt Leiterin Christina Cantzler. Kinderbücher seien weiterhin beliebt, aber: "Jugendbücher gehen gar nicht mehr. Ab der 8. Klasse hört das auf."

Auch englische Bücher im Angebot

Die Stadtbücherei bietet hauptsächlich Belletristik an, auch in Englisch. Außerdem Hörbücher, DVDs und Sachbücher. Fast 17 000 Medien stehen in den Regalen der Räume, die sich im historischen Teil des Rathaus II in der Rossertstraße 21 befinden. Der Standort bringt einen Nachteil mit sich: Die Stadtbücherei ist nicht barrierefrei. Nur über mehrere Treppenstufen erreichen Besucher die Räume im Hochparterre. Das sich das ändert, ist bisher nicht vorgesehen, denn andere Räumlichkeiten stehen nicht zur Verfügung. Die Nutzer seien aber "alle froh, dass es uns überhaupt gibt", sagt Cantzler.

Onlinekatalog fehlt noch, ist aber bewilligt

Und noch etwas fehle der Bücherei: ein Onlinekatalog. Die Mittel dafür seien von den städtischen Gremien schon bewilligt. Sie ist gespannt, wann es losgeht und ob das mehr Nutzer anzieht.

Sie fühle sich grundsätzlich gut von der Stadt unterstützt, sagt Cantzler. Vor elf Jahren hatte die Stadt den Raum saniert und ein neues Regalsystem bezahlt. Obwohl sie nicht dazu verpflichtet ist, gibt die Stadt jährlich 7000 Euro, welche die Bücherei völlig frei einsetzen kann. Davon kauft sie unter anderem Neuerscheinungen, die immer schnell da seien. Die 15 Mitarbeiter arbeiten alle ehrenamtlich, alles Frauen zwischen 40 und 85 Jahren.

Keine Leih- und Mahngebühren

So hat die Bücherei wenig Ausgaben, denn auch Cantzler als Leiterin bekommt ausschließlich eine Aufwandsentschädigung gezahlt. Eigenständige Einnahmen hat sie allerdings auch nicht: Die Bücherei nimmt weder Leih- noch Mahngebühren von den Lesern. Ideen, eine solche einzuführen, gebe es hin und wieder, aber Cantzler kämpfe dagegen an. "Die Gebühren müssen verwaltet und eingezogen werden, das koste die Stadt eine halbe Stelle." Außerdem hätten die Mitarbeiter nur Ärger, wenn sie hinter dem Geld hertelefonieren müssten. "Uns hat noch niemand ein Buch geklaut. Wir leben davon, dass wir kostenfrei sind."

Die Stadtbücherei ist immer dienstags und freitags von 15 bis 19 Uhr sowie mittwochs und samstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Es gilt 3 G und FFP2-Maskenpflicht. wal

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