Dirk Büttner (rechts) sprang auf den zweiten Platz der CDU-Liste. In Eppstein ist er aktiv in vielen Vereinen, etwa beim Burgverein, wo er Nachfolger des Vorsitzenden Peter Arnold (links) wurde.
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Dirk Büttner (rechts) sprang auf den zweiten Platz der CDU-Liste. In Eppstein ist er aktiv in vielen Vereinen, etwa beim Burgverein, wo er Nachfolger des Vorsitzenden Peter Arnold (links) wurde.

Ortsbeiratswahlen

Alt-Eppstein: Kandidaten machen große Sprünge

Auch in Alt-Eppstein wird die CDU die stärkste Kraft im Ortsbeirat- wenn auch mit deutlichem Verlust. Aber das ist nicht einmal das Bemerkenswerte: Fast spektakulär ist die Tatsache, dass die Wähler das Personaltableau der Christdemokraten völlig durcheinandergebracht haben. Und nicht nur das der CDU.

VON MANFRED BECHT

Eppstein -Die CDU hat bei der Wahl zum Ortsbeirat Alt-Eppstein Stimmen verloren, der Anteil schrumpfte von 32,8 auf 30,3 Prozent. Das entspricht zwar nicht dem Trend in der Gesamtstadt; bekanntlich hatten die Christdemokraten ihr Ergebnis leicht verbessern können. Aber das ist nicht einmal das Bemerkenswerte an dem Alt-Eppsteiner Ergebnis: Fast spektakulär ist vielmehr die Tatsache, dass die Wähler das Personaltableau der Christdemokraten völlig durcheinandergebracht haben. Und nicht nur das der CDU.

Drei Sitze bekommt die CDU, nach der ursprünglichen Liste wären diese an Bruno Domes, Eva Waitzendorfer-Braun und Norbert Ruff gegangen. Aber die Wähler haben fleißig kumuliert und panaschiert, und so landete Eva Waitzendorfer-Braun auf Platz eins, zweiter wurde Dirk Büttner, dritter Albert Marthaler. Bruno Domes landete auf Platz vier, Norbert Ruff auf Platz fünf. Damit kommen diese beiden nicht zum Zuge, denn die drei Spitzenleute werden ihre Mandate annehmen. "Jeder, der kandidiert, ist auch bereit mitzuarbeiten", so Dirk Büttner.

Aber wie kommt es zu einem solchen Wechsel? Entscheidend ist ganz offensichtlich die Bekanntheit der Kandidaten. Büttner ist seit vielen Jahren in der Eppsteiner Politik aktiv, aber auch in den Vereinen, er war zum Beispiel Vorsitzender des Burgvereins. Albert Marthaler war lange Vorsitzender des größten Eppsteiner Vereins, der TSG Eppstein. Eva Waitzendorfer-Braun ist wegen ihres Engagements in der Talkirchengemeinde gut bekannt. Bruno Domes ist zwar Leiter der Berufsgenossenschaftlichen Bildungsstätte in Eppstein, verfolgt auch den Ortsbeirat kontinuierlich, aber das bleibt den meisten Wählern verborgen. Und Norbert Ruff ist zwar in der abgelaufenen Wahlperiode Ortsvorsteher gewesen, aber als solcher offenbar nicht übermäßig deutlich in Erscheinung getreten.

Bei den anderen Parteien spielte sich ähnliches ab: Die SPD behielt trotz eines Rückgangs von 15,2 auf 13,9 Prozent einen Sitz, den sich aber statt des Spitzenkandidaten Rezep Uzun mit erheblichem Vorsprung Peter Keller holte. Bei den Freidemokraten, die mit einem Stimmen-Anteil von 7,2 Prozent etwa 1,6 Prozentpunkte verloren, überholte Thomas Uber den an Nummer eins gesetzten Gerd Haß.

Die Freien Wähler verloren 0,6 Prozentpunkte und erreichen 25 Prozent der Stimmen, das beste Ergebnis von allen Stadtteilen. Aber die Wähler ersetzten die Anführer Oliver Seifert und Thomas Dürrich durch Florian Albers und Linda Kliese-Dürrich. Lediglich die Wähler der Grünen hatten an der vorgegebenen Liste nichts auszusetzen - Renate und Martin Alberts sollen nach dem Willen der Partei in den Ortsbeirat, und so kommt es auch. Dabei reicht den Grünen ein Zuwachs um 6 Prozentpunkte auf nunmehr 23,6 Prozent nicht für einen dritten Sitz.

Unveränderte Sitzverteilung

Und überhaupt hat sich an der Sitzverteilung im Ortsbeirat gegenüber der zu Ende gegangenen Wahlperiode nichts geändert. Die CDU bleibt weiterhin stärkste Partei, deshalb ist auch Dirk Büttner sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis. Er geht davon aus, dass es bei dem gewohnten Brauch bleibt, dass die stärkste Partei den Ortsvorsteher stellt. Das wäre in dem Fall die CDU. Es solle aber auf jeden Fall mit den anderen Parteien über eine Zusammenarbeit gesprochen werden, kündigt er an.

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