Die bunten Kabel bringen schnelles Internet - jetzt auch nach ganz Eppstein.
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Die bunten Kabel bringen schnelles Internet - jetzt auch nach ganz Eppstein.

Glasfaser-Ausbau

Auch Alt-Eppsteiner surfen bald mit Lichtgeschwindigkeit

  • vonJulian Dorn
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Als letzter Stadtteil bekommt jetzt auch die Kernstadt von Eppstein extra schnelles Internet. Die Bürgerinitiative hatte zuvor alle Hände voll damit zu tun, die Anwohner von der Glasfaser-Technik zu überzeugen. Der Argwohn und die Widerstände waren groß.

Eppstein -Am Jahresende wurde es nochmal stressig für Peter Arnold und die Bürgerinitiative (BI) für ein schnelles Glasfasernetz in Eppstein. Viele Gespräche haben die Mitglieder mit den Bewohnern von Alt-Eppstein geführt: Sie rangen um das beste Argument, telefonierten, diskutierten - und konnten am Ende noch viele Skeptiker überzeugen.

"Die Kampagne hat gefruchtet", bilanziert Ralf Weitbrecht, der für die Pressearbeit der Initiative zuständig ist. Nach Vockenhausen, Ehlhalten, Niederjosbach und Bremthal erhält auch die Kernstadt Eppstein das schnelle Glasfasernetz der "Deutschen Glasfaser". Mirko Tanjsek, der zuständige Projektleiter des Unternehmens, bestätigte Ende der vergangenen Woche: "Unsere Geschäftsführung hat grünes Licht für Eppstein gegeben."

Die vierköpfige Steuerungsgruppe um den langjährigen Burgvereins-Vorsitzenden Arnold hat also die Zielgerade des Gesprächs-Marathons doch noch erreicht: Vor dem Start der Glasfaser-Initiative vor knapp neun Monaten hatten sich lediglich 25 Prozent der Alt-Eppsteiner Haushalte für ein Angebot der Deutschen Glasfaser entschieden. Jetzt sind es 40 Prozent. Dieser Zielwert musste erreicht werden, damit die Unternehmensgruppe, die Glasfaser-Direktanschlüsse für Privathaushalte und Unternehmen plant, baut und betreibt, das Projekt in der Kernstadt überhaupt als rentabel betrachtet und in Angriff nimmt.

Der Weg dorthin war steinig und mit viel Argwohn gepflastert. Die Alt-Eppsteiner für "Internet mit Lichtgeschwindigkeit", wie auf einem Werbebanner vollmundig versprochen wird, zu begeistern, war eine Herausforderung. Generell ist die Nachfrage nach schnellem Internet bei jungen Familien und Menschen mittleren Alters sehr stark. Deswegen hat wohl der Ausbau etwa in Niederjosbach problemlos geklappt, wo in das große Neubaugebiet "Hollergewann" erst kürzlich viele Familien mit Kindern gezogen sind. Aber gerade bei den älteren Anwohnern in der Kernstadt ist die Skepsis gegenüber der neuen Technik bisweilen groß. Ein Knackpunkt dabei, der manchen vielleicht abschreckt: Die Haushalte, die mitmachen, verpflichten sich dazu, für die ersten zwei Jahre einen Monatsbeitrag zu zahlen. Viele ältere Bürger brachten den nicht von der Hand zu weisenden Einwand vor, dass sie schnelles Internet doch gar nicht bräuchten.

Viele Bedenken bei

älteren Anwohnern

Arnold und seine Mitstreiter versuchten, diese Bedenken argumentativ zu entkräften: Ein Glasfasernetz steigere den Wert der Häuser. Außerdem bestehe die Gefahr, dass der alte Ortskern abgehängt würde, falls die Glasfaser-Leitungen nicht kommen. Und schließlich sei Glasfaser die Technik der Zukunft, so die Befürworter. Die Leitungen jedenfalls schaffen Internet mit Übertragungsraten von bis zu 1000 Megabit. Damit würde die 14 000-Einwohner-Kommune jede Millionenstadt überholen, hieß es. Auch ein Appell an den Altruismus - Skeptiker könnten die Monatszahlungen quasi als "Solidarbeitrag" sehen, damit die Gemeinschaft profitiert -, konnte wohl noch einige argwöhnische Anwohner umstimmen.

Das freut auch Bürgermeister Alexander Simon. Er lobte die "gute Überzeugungsarbeit" und das "herausragende Engagement" der BI. "Jede Straße, in der Glasfaser liegt, ist ein Erfolg", so Simon weiter.

Wann die Arbeiten beginnen, steht indes noch nicht fest. Aktuell wird noch in allen anderen Stadtteilen gebuddelt und installiert. "Hier muss zügig weitergebaut werden", meint Simon. Zunächst sollen diese Arbeiten beendet werden. Die Freude dürfte bei Simon auch deshalb so groß sein, weil er persönlich von dem Erfolg der Glasfaser-Initiative profitiert: Er wohnt ebenfalls in der Kernstadt. Julian Dorn

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