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Bürgerinitiative wehrt sich gegen Baugebiet am Ehlhaltener Steinberg

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Von: Manfred Becht

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Sidrat Blöchle, Gisela Kümmerle, Johannes Verschoof und Dagmar Ehrlich-Müller (v. l.) üben Kritik an der Bebauung.
Sidrat Blöchle, Gisela Kümmerle, Johannes Verschoof und Dagmar Ehrlich-Müller (v. l.) üben Kritik an der Bebauung. © Knapp

Bürgermeister Simon kündigt für 2022 eine Entscheidung an

Ehlhalten -Schon seit 1980 sei von dem Baugebiet die Rede, sagt Gisela Kümmerle. Immer wieder höre man jahrelang nichts davon, dann stehe es plötzlich wieder auf der Tagesordnung. Dass gerade wenig diskutiert wird, beruhigt sie nicht besonders. Zumal sie nach eigener Aussage vom städtischen Bauamt die Auskunft bekommen habe, das Baugebiet sei beschlossene Sache. Und außerdem Eigentümer schon angeschrieben worden seien mit der Frage, ob sie sich einen Verkauf vorstellen könnten.

Tatsache ist, dass das Baugebiet am Steinberg, um das geht es nämlich, wieder auf der Tagesordnung erscheinen wird. Bürgermeister Alexander Simon weist auf Anfrage darauf hin, dass die Stadt mehrere Bauleitverfahren parallel betreibe, derzeit aber jenes für die Kindertagesstätte an der Embsmühle absolute Priorität habe. Simon weiter: "Das Verfahren am Steinberg wird weiter betrieben. Für 20022 ist mit einer weiteren Entscheidungsvorlage zu rechnen."

Rechtliche Schritte nicht ausgeschlossen

Offen bleibt: Werden die Ehlhaltener Bürger noch einmal in die Planungen einbezogen oder nicht? Im Jahre 2017 hat die Stadtverordnetenversammlung die Offenlegung der Pläne beschlossen. Nach einer solchen Offenlage haben die Bürger die Gelegenheit, Anregungen und Bedenken vorzutragen. Dann wird der Plan überarbeitet, und wenn es größere Veränderungen gibt, kann es eine erneute Offenlage geben. Andernfalls kann die Stadtverordnetenversammlung den Plan in Kraft setzen.

Ob dann gebaut werden kann, ist allerdings die Frage. Denn es gibt eine Bürgerinitiative, die sich gegen das Baugebiet wehrt. Die weiß zwar über den aktuellen Stand der Dinge auch nicht ganz genau Bescheid - sieht man von der Auskunft des Bauamtes ab, das Baugebiet sei beschlossene Sache. Aber BI-Mitglied Johannes Verschoof will ausdrücklich rechtliche Schritte nicht ausschließen. Motiviert haben ihn und seine Mitstreiter wie etwa Gisela Kümmerle zuletzt die Tatsache, dass in Hofheim der Bebauungsplan für das Baugebiet Vorderheide II vom Verwaltungsgerichtshof für ungültig erklärt wurde. Die Ehlhaltener wollen Kontakt mit den Hofheimer Klägern aufnehmen.

Die Initiative hat ein halbes Dutzend Gründe gegen das Baugebiet zusammengetragen. In Ehlhalten fehle jede Infrastruktur, heißt es beispielsweise, unter Hinweis auf die Einkaufsmöglichkeiten, die es nicht gibt. Bauen müsse man in der Nähe der S-Bahn-Haltepunkte, sagt auch Gisela Kümmerle. Dazu kommt der Verkehr. Neun Baugrundstücke sollen es werden, das wird nicht zu Dutzenden von Fahrzeugbewegungen im Ort führen. Aber auch ein paar zusätzliche Autos werden auf den engen Zufahrtsstraßen für zusätzliche Probleme sorgen, sind die Aktiven überzeugt. Eine gelegentlich angesprochene Umgehungsstraße hinüber zur Landesstraße Richtung Heftrich ist aus ihrer Sicht Utopie. Ein Verkehrsgutachten müsse her.

Reizvolle Naturlandschaft

Außerdem, sagt die BI, habe es sich dort lange um ein Landschaftsschutzgebiet gehandelt, und es gebe dort immer noch eine reizvolle Naturlandschaft. An einen wirklichen Bedarf glaubt die BI auch nicht, denn es stünden immer wieder einmal Häuser im Ort leer.

Und die Aktiven fürchten zudem, dass es bei den vorgesehenen neun Baugrundstücken nicht bleiben wird. So, wie das Straßennetz dort aussieht, könne gut nach einer Häuserreihe bald schon eine zweite folgen.

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