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Burgfest mit Umzug, Party und Frühschoppen

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Von: Katrin Eva Walter

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Die Burg soll bald wieder so aussehen wie auf diesem Foto, zurzeit wird das Gerüst abgebaut.
Die Burg soll bald wieder so aussehen wie auf diesem Foto, zurzeit wird das Gerüst abgebaut. © Foto des Bergfrieds: Stadt- und

Zum 50. Geburtstag der allsommerlichen Veranstaltung will der Burgverein etwas Besonderes bieten. Deshalb geht es diesmal schon am Freitag, 26. August, los.

Eppstein -Das Burgfest feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Deshalb soll es etwas Besonderes werden, wie Ramon Olivella berichtet. Er ist Vorsitzender des Burgvereins, der das Fest jedes Jahr am letzten August-Wochenende organisiert - jedes Jahr mit einer einzigen Ausnahme im Jahr 2020. Schuld war wie bei vielen Festen die Coronapandemie. 2021 bot der Burgverein eine Light-Version an, nun soll sogar einen Tag länger als üblich gefeiert werden.

Es geht schon am Freitag, 26. August, mit einem Umzug los, bei dem sich die Eppsteiner Vereine vorstellen. Darunter die TSG, die Burgwache, die Burgschauspieler und andere. Die Mitglieder des Burgvereins wollen gewandet kommen. Mit von der Partie ist die Eppsteiner Rotte, eine Gruppe von Mittelalter-Darstellern, die sich im Ritterkampf üben. Nach dem Umzug durch die Altstadt soll es laut Olivella eine interne Feier für die Vereine auf der Burg geben. Die seien schließlich auch schon vor 50 Jahren wichtig gewesen, weil sie die kleine Gruppe der Burgfest-Organisatoren tatkräftig unterstützten. 1972 hatten die Eppsteiner zunächst die Fertigstellung der Burg feiern wollen, die gerade restauriert worden war. Das Fest etablierte sich, und auch in diesem Jahr hat der Bergfried gerade aufwendige Restaurationsarbeiten hinter sich. Das Material, mit dem 1972 die Mauern geflickt worden waren, stellte sich vor etwa zwei Jahren als bröckelig heraus, weshalb der Turm noch bis vor kurzem komplett eingerüstet war - die Abbauarbeiten laufen.

Große Feier am Samstag

Das Burgfest-Programm steht noch nicht in Gänze, aber Olivella lässt schon einmal durchblicken, was die Gäste erwartet. Am Samstag, 27. August, soll es eine Feier geben, die um 18 Uhr startet. Am Sonntag, 28. August, geht es dann morgens mit dem Frühschoppen und der Big Band Hofheim weiter, für Kinder soll es bis 17 Uhr ein Ritterlager für 3 Euro, ermäßigt 1,50, geben. Die Eintrittskarten sollen so ähnlich aussehen wie vor 50 Jahren, nur moderner - damals gab es ein Steinchen mit Foto an einem Band.

Die Geschichte des Burgvereins reicht sogar noch etwas länger zurück als 50 Jahre, wie auf der Webseite des Burgvereins nachzulesen ist. Das 650. Jubiläum der Verleihung der Stadtrechte an Eppstein war im Jahr 1968. Die Vorbereitungen für das Fest und das Fest selbst mit einem historischen Festumzug sorgten für ein neues Geschichtsbewusstsein der Eppsteiner Bürger. Zu dieser Zeit war das Wahrzeichen der Stadt jedoch stark renovierungsbedürftig. Es bröckelte an den Wänden und Risse entstanden am Burgturm, bis die Bürger befürchteten, dass dieser umfallen würde. So überlegten Kommunalpolitiker, ob die Stadt die Burg verkaufen sollte. Denn die Stadt Eppstein, einer der ärmsten Kommunen im Main-Taunus-Kreis, war nicht in der Lage, die wichtigsten Sanierungsarbeiten zu bezahlen. Doch im Jahr 1970 bildete sich eine Bürgerinitiative, die das Ziel hatte, die Stadt bei der Erhaltung der Burg zu unterstützen, indem sie zum Beispiel den Ost-Zwinger von Schutt, Büschen und Bäumen befreite. Der Burgverein wurde schließlich im Jahr 1974 als gemeinnütziger Verein gegründet. Ziel war es nun, bei den Bürgern und in den städtischen Gremien für die Sanierung der alten Gemäuer zu werben. Durch das jährlich stattfindende Burgfest, später auch das Mittelalteressen, den Mitgliedsbeiträgen und Spenden konnte der Verein Geld für die Denkmalpflege einnehmen.

Inzwischen 820 Mitglieder

Bei der Gründung hatte der Verein 70 Mitglieder, 2010 waren es ungefähr 820. Die Burg ist ein geschütztes Kulturdenkmal und steht unter der besonderen Obhut der Vereinten Nationen. Da auch in Zukunft immer wieder Arbeiten an der Burg notwendig würden, geht Olivella davon aus, dass es den Burgverein noch lange geben wird. mlv/wal

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