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Der 42-jährige Christian Heinz, der mit seiner Familie in Eppstein wohnt, gehört bereits seit einigen Jahren dem Landtag an.

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Christian Heinz geht als Direktkandidat für die CDU in den Landtagswahlkampf

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Prognosen für die Landtagswahl am 28. Oktober sind schwierig. Fest steht aber, dass aus jedem Wahlkreis ein Vertreter direkt ins Hessen-Parlament einziehen wird. Wir stellen für die beiden Main-Taunus-Wahlkreise die Direktkandidaten der im Hessischen Landtag vertretenen Parteien vor. Heute: Christian Heinz (CDU, Wahlkreis 32 – Main-Taunus I).

Was tun im Hessischen Landtag? Christian Heinz wusste von Anfang an die Antwort: Er wollte in den Innenbereich. Dazu kam, dass die CDU seine juristischen Kenntnisse braucht, denn sie hat nicht viele Juristen in ihren Reihen; aktuell Jürgen Banzer (Hochtaunus), Hartmut Honka (Offenbach) und eben Christian Heinz. So sind das Innere sowie das Recht die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Arbeit im Hessischen Landtag.

Vom Brandschutz bis zum Friedhofsrecht – da kann es zum Beispiel um das Anlegen muslimischer Grabfelder gehen – reicht das vielschichtige Spektrum im Innenbereich. Das interessiert Heinz; zumal dabei Themen angesprochen werden, die direkten Bezug zu seiner Arbeit im Wahlkreis haben.

Seit 2010 ist Heinz Landtagsabgeordneter. Er hat den Biblis-Untersuchungsausschuss geleitet, war im NSU-Ausschuss, aktuell leitet er den Untersuchungsausschuss des Landtags, der die Vergabe des Auftrags für eine Polizei-Software an das US-Unternehmen Palantir aufklären soll. Mit seiner unaufgeregten Arbeitsweise hat sich der Eppsteiner über Parteigrenzen hinweg Anerkennung erworben.

Er selbst sagt: „Ich bin nicht der konfrontative Typ.“ Moderation und Zusammenführen seien Ziele seiner Arbeit. Und aus taktischen Gründen mit hochrotem Kopf dem politischen Gegner zu begegnen, sei nicht sein Ding. „Schauspielern kann ich nicht.“

Grundsätzlich habe sich die Arbeitsweise im Landtag in den vergangenen Jahren geändert. In den ersten drei Jahren seiner Parlamentsmitgliedschaft sei die Stimmung aggressiver gewesen. Diese Aggressivität sei hessische Tradition gewesen. Sie schrecke aber ab. Die jungen Leute im Parlament, seien ruhiger, ein anderer Typus, unbelasteter.

Konfrontationen sucht Heinz auch nicht bei den Themen, die seinen Wahlkreis betreffen. „Die Verkehrsbelastung beschäftigt viele Leute“ weiß er. Neue Straßen werde es aber kaum geben. Wären die Planungen für die B 8 umgesetzt worden, hätte das geholfen. So sei Zurückhaltung beim Bauen angesagt.

Nicht nur mit Blick auf die von Frankfurt vorangetriebene Josefstadt zwischen Eschborn, Steinbach und Frankfurt sagt der 42-Jährige: „Ich halte von Trabantenstädten und neuen Stadtteilen nichts.“ Großer Flächenverbrauch sei „Sache der Vergangenheit“. Moderates Wachsen und Nachverdichtung sei hingegen möglich.

Wenn Christian Heinz auf seinen Wahlkreis schaut, dann spricht er von einem „Leben in einem glücklichen Landstrich“. Die ganz großen Probleme gebe es im Osten des MTK nicht. Es sei wichtig, dass es bei der Regionaltangente West (RTW) vorangehe, beim Bau von Wohnungen mit sozialer Bindung könne das Land nur begrenzt Einfluss nehmen. Im Kreis stagniere der soziale Wohnungsbau, da es keine Flächen dafür geben. Und wer wolle schon „die letzten Ackerflächen zukleistern“?

Der Landtagswahlkampf wird CDU-Mann Christian Heinz in den kommenden Wochen noch intensiv beschäftigen. Am Herzen liegt ihm aber auch die Hessische Verfassung. Sie soll an 15 Punkten geändert werden, und auch darüber sollen die Bürger am 28. Oktober abstimmen. Heinz war Mitglied der Enquetekommission „Verfassungskonvent zur Änderung der Verfassung des Landes Hessen“ und hatte darin für die CDU die Federführung übernommen. Die Arbeit der Kommission sei „ein spannender Prozess gewesen“ und das Ergebnis letztlich „ein Signal, dass die Fraktionen über den politischen Kampf hinaus etwas zusammenbringen können“.

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