Harfe

Claudia Fröhling bietet Musikschülern Unterricht au seltenem Instrument an

Sie ist ein zeitloses Instrument, aber vielen unbekannt: Die Harfe. In der Musikschule Eppstein ändert sich das jetzt. Dafür sorgt Claudia Fröhling .

Vertieft in ihre eigen Welt spielt Claudia Fröhling die Keltische Harfe. Auf dieser Harfenart lernen Kinder das seltene Instrument spielen. „Kinder können die großen Konzertharfen nicht halten, erst im Alter von 13 oder 14 ist man groß genug“, weiß die Harfenlehrerin aus Erfahrung. „Früher lernte man daher in der Regel erst Klavier.“

Denn nicht allein der Saitenumfang der Keltischen Harfe wächst bei einem Konzertmodell von 32 auf 47 an, auch wiegt die Konzertharfe 45 bis 50 Kilo.

Und nicht nur das: „Eine Keltische Harfe kostet etwa 2000 Euro. Eine Konzertharfe liegt bei rund 25 000 Euro“, erklärt Claudia Fröhling den Unterschied. „Daher fahren wir Harfenspieler auch alle alte Autos“, fügt sie lachend hinzu. Der Preis sollte aber nicht abschreckend wirken. „Wer das Harfespielen nicht studiert, muss sich auch nicht zwingend ein großes Instrument zulegen.“

Sie selbst habe auch mit einer Keltischen Harfe angefangen – vor fast 21 Jahren. „Ich war neun als ich angefangen habe“, erzählt die heute 30-Jährige. „Meine Mutter spielt Fagott und wenn sie keinen Babysitter bekommen hat, hat sie mich und meine Schwester einfach mit zu ihren Konzerten genommen. Dort sind wir beide mit den unterschiedlichsten Instrumenten in Kontakt gekommen.“

Nach einigen Jahren Geigenunterricht nahm sie schließlich Unterricht in Bad Vilbel: „Meine erste Harfenlehrerin war eine Studienkollegin meiner Mutter. Wir wohnten damals in Bad Homburg, für den Unterricht musste ich dann jedes Mal nach Bad Vilbel kommen.“ Aber wie kam es zu der Idee, das Instrument gleich zu studieren? „Naja, ich war nach der Schule im Ausland und als ich wieder kam, wusste ich nicht, was ich machen sollte. Und da ich die meiste Zeit dann Harfe spielte sagten meine Eltern: ,Nur hier rumsitzen und Harfe spielen geht nicht. Dann studiere es wenigsten!’“, erinnert sie sich.

Doch nur vom Harfe spielen und Musikunterricht geben, kann man als Harfenist kaum leben, erzählt die angehende Lehrerin. Daher sei sie froh, noch ein weiteres Standbein zu haben. „Es gibt nur wenige Orchesterstellen. Und diese sind dann für die nächsten 20 bis 25 Jahre besetzt. Außerdem sind die Harfenposten die ersten, die gestrichen werden.“ Aus diesem Grund studierte Claudia Fröhling noch auf Lehramt – ihre Fächer: Musik und Geschichte. Ihr Referendariat absolviert die Harfenistin zurzeit am Taunusgymnasium. Für das Abschlussexamen im Mai lernt sie schon fleißig. Ihren Schüler am Taunusgymnasium kommt das seltene Instrument auch zugute: „Wenn wir im Unterricht singen, begleite ich meine Schüler lieber auf der Harfe als auf dem Klavier.“ Und dass das Harfe spielen so weiterhin ein Hobby bleibt, habe auch für sie etwas Gutes: „Der Druck von außen ist geringer. Während des Studiums war der Druck schon sehr hoch, ich habe in Köln eine harte aber gute Schule genossen. Und wie es momentan ist, ist ein wieder mein Ausgleich.“ Ein festes Ziel für die nächsten Jahre habe sie aber nicht: „Mir ist es das Wichtigste, das eigene Können und Wissen weiterzugeben.“ Kapazität für mehr Musikschüler sei noch vorhanden, schildert die junge Musikerin. „Viele Schüler gibt es selten, obwohl die Harfe wirklich ein zeitloses Instrument ist. Harfenmusik gibt es aus jeder Epoche, die Harfe eignet sich für jeden Stil – außer vielleicht für Heavy Metall“, meint sie schmunzelnd.

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