2015 sah die Juchhe noch sehr nach altem Gemäuer aus. Wasseranschlüsse und Co. sind aber geplant.
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2015 sah die Juchhe noch sehr nach altem Gemäuer aus. Wasseranschlüsse und Co. sind aber geplant.

Vereinsraum für Burgschauspieler

Das Dach ist endlich dicht

  • vonJulian Dorn
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Der Innenausbau des Zimmers auf der Eppsteiner Burg schreitet voran. Beziehen kann es die Theatergruppe wohl im Frühjahr 2022, allerdings muss noch einiges gemacht werden.

Eppstein -Es geht voran am "Juchhe"-Bau auf der Burg. Nach mehr als zweijähriger Baupause ist inzwischen das Holzdach abgedichtet worden. Jetzt muss die Konstruktion noch begrünt werden. Außerdem wird nun die verglaste Front mit Abschlussleisten ans denkmalgeschützte Mauerwerk angepasst und verfugt.

Und auch im 40 Quadratmeter großen Inneren der "Juchhe" - die volkstümliche Bezeichnung bezieht sich auf die drei hohen Geschosse des Gebäudes, nach dem Bergfried war es das höchste der Burg - tut sich gerade einiges. Die Lage der Anschlüsse für die Küche haben die Burgschauspieler nun festgelegt. Auch die Entwässerung wird bald in Angriff genommen, genauso wie die Elektroleitungen mit Leerrohren, was die Mimen in Eigenleistung - wie vieles andere zuvor auch - verlegen wollen. Unterstützt werden sie dabei von Alwin Dörr, dem früheren Stadtarchitekten, der gemeinsam mit Stefanie Münch aus dem Bauamt die Leitung der Baustelle innehat.

Mehr als sieben Jahre nach der Baugenehmigung, vielen Rückschlägen und Verzögerungen nimmt der "Juchhe"-Neubau nun weiter Gestalt an. Möglich wird das auch durch ein Darlehen der Stadt. Damit geht doch noch der große Wunsch eines eigenen Refugiums für die Burgschauspieler in Erfüllung. Davon träumen sie seit 2006, als sie die Ärmel hochkrempelten und den Schutt wegräumten, der einen Raum auf der Burg - die "Juchhe" - seit Jahrhunderten bedeckt hatte. Seit 1350 diente es den Herren von Eppstein, später einem Kurmainzer Finanzbeamten und einem nassauischen Amtsmann als Wohnraum. 1810 wurde die "Juchhe" an Privatleute verkauft, 1819 das Wohnhaus abgerissen.

Weitere 115 000 Euro zur Finanzierung nötig

Rasch reifte bei den Schauspielern ein Plan: Ein Vereinsraum soll in den noch verbliebenen Gemäuern der "Juchhe" entstehen. Ein kostspieliges Unterfangen. Der ehemalige Stadtarchitekt Dörr ist nun auch für die Kosten-Kalkulation verantwortlich. 115 000 Euro wird die Verwaltung wohl noch für den finalen Bauabschnitt bereitstellen müssen, heißt es. 200 000 Euro haben die Schauspieler bereits investiert in den vergangenen Jahren, unterstützt von privaten Spendern, wie die Vorsitzende Juliane Rödl gegenüber dieser Zeitung bereits bilanzierte. Das Darlehen muss nun aber noch von den Stadtverordneten im Juli abgesegnet werden. Laut Dörr könnten die Bauarbeiten dann Ende des Jahres abgeschlossen sein und die Burgschauspieler im Frühjahr den Raum nutzen, um ihre Kulissen und Kostüme unterzubringen - und vor allem: "endlich zu proben, ohne um einen Raum betteln zu müssen", wie Rödl vor einiger Zeit betonte. Der neue Raum soll dann zusätzlich ein altes Kulturgut bewahren. "Wir planen eine Mundart-Schule für den Theaternachwuchs", verriet Rödl. Den Mimen soll der hessische Dialekt nahegebracht werden. Der Verein wolle den Neubau aber nicht für sich alleine beanspruchen. Er könne auch für private Feiern genutzt werden, so Rödl.

Wenn alles nach Plan verläuft. Allerdings seien schon einige Probleme im historischen Mauerwerk erkennbar geworden. Im Fluchtweg zwischen "Juchhe" und Mainzer Keller entdeckten die Bauarbeiter historisches Pflaster, das nicht abgetragen werden darf. Das könnte die Planung für den Zugang zur "Juchhe" und den Übergang zum Ostzwinger verkomplizieren. Es gibt also noch viel zu tun. judo

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