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Die Eppsteiner Burg hat eine ganz neue Strahlkraft

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Von: Esther Fuchs

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Burg und Bergfried des Eppsteiner Wahrzeichens werden durch das neue Leuchtkonzept angestrahlt.
Burg und Bergfried des Eppsteiner Wahrzeichens werden durch das neue Leuchtkonzept angestrahlt. © efx

Das Beleuchtungskonzept ist vollendet und kostet 197 000 Euro. Unterstützt wird das Projekt durch viele Spenden.

Eppstein -Das historische Mauerwerk lag im warm-weißen Lichtkegel. Teile der Steinfassade erstrahlten leuchtend blau. Betracht wurde der Glanz aus der Kemenate der Burg. Es galt, den Abschluss des vom Burgverein angeschobenen und durchgeführten Beleuchtungsprojekts zu würdigen. Initiator und Projektplaner Peter Arnold übergab mit dem Verein sein „Baby“ nun der Stadt.

„Heute ist die symbolische, feierliche Übergabe“, erklärte der langjährige Vereinschef sichtlich gerührt und richtete seinen Blick zunächst zu Bürgermeister Alexander Simon und den derzeitigen Burgvereins-Vize Dirk Büttner. „Die Burg strahlt in neuem Licht“, stellte er zufrieden fest. Das Wahrzeichen der Stadt sei einmal mehr zum „Prunkstück“ geworden. „Weit und breit“ sei die Burg nun wahrscheinlich die einzige, komplett mit neuester LED-Technik angestrahlte Burg.

Die Beleuchtung setze sie perfekt in Szene und sei darüber hinaus äußerst charmant und romantisch, fanden die Gäste und waren sich mit Simon sowie der Ersten Kreisbeigeordneten Madlen Overdick einig. Burgverein, Stadt, Kreis, Unternehmen und Experten waren ins Projekt einbezogen. Der Wallufer Beleuchtungsexperte Arne Fiedler und seine Firma „Lightsolutions“ erhielten nach der Ausschreibung Ende 2013 den Auftrag, ein Lichtkonzept zu erstellen. Arnold, 2007 bis 2018 an der Spitze des Burgvereins begleitete das von ihm initiierte Vorhaben als Projektleiter bis zum Finale.

Strom sparen, keine Lichtverschmutzung

„Es ist geschafft“, freute er sich und nannte Zahlen: „Es stellte sich frühzeitig heraus, dass die Baukosten deutlich über 100 000 Euro liegen würden. Kostenträchtige Auflagen bei der Genehmigung einerseits, sowie die Erweiterung des Ausbaus während der Planungen andererseits, summierten sich auf tatsächliche Gesamtkosten von 197 000 Euro.“ Der Kreis gab 100 000 Euro, aus dem Stiftungsvermögen der Nassauischen Sparkasse kamen 15 000 Euro. Die Deutsche Glasfaser und Gertrud Löns spendeten je 3000 Euro. Beleuchtungsplaner Fiedler beteiligte sich mit Sachspenden und vergünstigtem Honorar - in etwa 15 000 Euro.

Im Januar 2014 wurden mit der Unteren und Oberen Denkmalbehörde, der Stadt und Burgenforscher Joachim Zeune erste Beleuchtungsproben mit Prototypen gemacht. Weitere Beratungen folgten. Die Antragstellung auf denkmalschutzrechtliche Genehmigung wurde im September 2018 unter Auflagen erteilt. Benjamin Peschke vom Burgverein kümmerte sich um dieses wichtige Papier. Die Bauarbeiten starteten im Februar 2019. Im September war der erste Bauabschnitt bereits fertiggestellt. Der zweite zog sich aufgrund von Corona bis November 2022 hin. Insgesamt 67 LED-Leuchten neuesten Typs, 3000 Meter Kabel und 2000 Meter Schutzrohre rücken die Burg nun energieeffizient ins Licht.

Gerhard Herzhauser, Elektrotechniker aus Frankfurt, unterstützte das Projekt, dessen Planungen Fiedler inne hatte. „Stromeinsparungen von etwa 80 bis 90 Prozent und keine Lichtverschmutzung, weil kein Licht in den Abendhimmel abgegeben wird“, versprach der Experte. Martin Burkhard erledigte die Erd- und Pflasterarbeiten. Beteiligt waren zudem die Eppsteiner Elektroinstallationsfirma Wilke um Olaf Simon und Lukas Krämer, Dachdecker Thorsten Becht aus Ehlhalten und Bauingenieur Alwin Dörr, früher der „Burgbaumeister“ bei der Stadtverwaltung.

Bürgermeister Simon zeigte sich vom Ergebnis begeistert. Die Stadt hatte zusätzliche Unterbodensteckdosen und Beleuchtungen an den Toilettenschildern bauen lassen. Im Ostzwinger möchte sie künftig noch weitere Leuchten nachrüsten. Simon, Arnold und Fiedler waren sich einig: „Die Burg Eppstein strahlt nun in die Region hinaus und ist zum Musterbeispiel für andere Baudenkmäler geworden.“

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