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Die Krone des ehemaligen Naturdenkmals ist ab

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Von: Katrin Eva Walter

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Nicola Beck (sitzt oben auf dem Stamm) von der Firma Bechstein hat den Baum mittels Seilkletter-Technik abgetragen.
Nicola Beck (sitzt oben auf dem Stamm) von der Firma Bechstein hat den Baum mittels Seilkletter-Technik abgetragen. © Baumpflege Bechstein

Der Stamm des Nadelbaums bleibt als Lebensraum für Vögel, Insekten und Co. erhalten. Sie war eine der höchsten und ältesten Fichten weltweit. Um ihn zu kürzen, mussten die Arbeiter klettern.

Eppstein -Gut 20 Meter kürzer ist sie jetzt, die sogenannte Brautfichte oder Lenztanne, die am Wellbach fast auf halber Strecke nach Eppenhain steht. Der Baum ist zuvor stolze 37 Meter hoch gewesen, der Baumstamm hat einen Umfang von rund 5,7 Metern.

Eine Gefahr für Spaziergänger

Eine der höchsten und ältesten Gemeinden Fichten (Picea abies) soll sie sein, oder jetzt viel mehr gewesen sein. Denn es ging ihr vermutlich nicht anders wie vielen anderen Fichten auch: Die Trockenheit der vergangenen Jahre haben ihr zu schaffen gemacht, wie ein Mitarbeiter der Firma Baumpflege Bechstein aus Kriftel erklärt, die die Arbeiten ausgeführt hat. Durch die Dürre hat der Borkenkäfer leichtes Spiel, denn die Bäume können sich so nicht mehr damit helfen, den Schädling mit Harz quasi aus der Rinde herauszudrücken. Der obere tote Teil der Brautfichte wurde zunehmend gefährlich für Spaziergänger, es hätte sein können, dass etwas herabfällt und sich jemand verletzt, wie der Mitarbeiter erklärt. So kam es zu der Entscheidung des Forstamts, den Baum auf 15 Meter zu kürzen.

Schon vor vier Jahren stark beschädigt

Der Stamm soll stehenbleiben, denn er biete vielen Tieren wie Vögeln, Käfern und Insekten einen Lebensraum. Manche Käfer gingen ausschließlich an stehendes Totholz, so der Mitarbeiter.

Von 1965 bis 2018 war die Lenztanne ein Naturdenkmal. Der Status war ihr aberkannt worden, weil sie schon vor vier Jahren stark beschädigt war, wie der Text auf einer Tafel verrät, welche die Stadt dort angebracht hat. Dort ist auch zu lesen, dass das Alter der Brautfichte auf mehr als 250 Jahre geschätzt wird. Es könnten aber auch 50 Jahre mehr oder weniger sein, heißt es.

Traurige Geschichte

Die Tafel erklärt auch, durch welche traurige Geschichte die Brautfichte zu ihrem Namen kam: "Sie heißt im Volksmund Lenztanne oder auch Brautfichte. Der Name Brautfichte soll sich auf das schöne Käthchen beziehen, das ihren Bräutigam in den Krieg Napoleons ziehen lassen musste. Er fiel und das unglückliche Mädchen erhängte sich, so die Erzählung, mit ihrem Brautschleier an dieser Fichte."

Es bleibt zu hoffen, dass bald schon Tiere und Pilze den Nadelbaum mit neuem Leben füllen. wal

Die Brautfichte: hier noch mit ihrer Krone.
Die Brautfichte: hier noch mit ihrer Krone. © Baumpflege Bechstein

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