Die Altstadt aus der Vogelperspektive, idyllisch eingebettet in ein Tal, umfriedet von Wald: Mit dem Förderprogramm des Landes könnte Eppsteins Kern noch attraktiver gemacht werden.
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Die Altstadt aus der Vogelperspektive, idyllisch eingebettet in ein Tal, umfriedet von Wald: Mit dem Förderprogramm des Landes könnte Eppsteins Kern noch attraktiver gemacht werden.

Belebung der Innenstädte

"Die Perle Altstadt aufpolieren"

  • VonJulian Dorn
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Eppstein will sich um das Programm "Zukunft Innenstadt" des Landes bewerben. Dabei geht es um eine Million Euro für den ersten Platz. Politiker haben schon erste Ideen.

Eppstein -Schon vor Corona hatten es Stadtzentren und Ortskerne schwer, sich gegen den wachsenden Onlinehandel zu behaupten. Die Pandemie hat die Lage noch verschärft. Auch wenn jetzt Lockerungen kommen, werden viele Läden und Gaststätten geschlossen bleiben. Leere Schaufenster und verrammelte Restaurant-Türen zeugen von der Misere. Das hessische Wirtschaftsministerium fördert deshalb nun gute Ideen zur Belebung von Ortskernen und Stadtzentren mit 12,5 Millionen Euro.

Auch die Burgstadt will sich für das von der hessischen Landesregierung neu aufgelegte Programm "Zukunft Innenstadt" bewerben. Bürgermeister Alexander Simon informierte in der vergangenen Woche den Magistrat und hat sich bereits mit Eppsteins Ortsvorsteherin Eva Waitzendorfer-Braun ausgetauscht. Das Programm passe "wie angegossen" auf Eppstein, heißt es aus dem Rathaus.

Auch Bürger dürfen Vorschläge machen

Das Land Hessen beteiligt sich an Konzepten, um Innenstädte weiterzuentwickeln, mit bis zu 90 Prozent an den sogenannten "zuwendungsfähigen Ausgaben" ab 5000 Euro. Dabei können die Kommunen die Fördermittel auch an Dritte weiterleiten. Wer also eine Idee für ein Projekt hat, muss mit dieser im Eppsteiner Rathaus vorstellig werden, damit von dort aus der Antrag an das Wirtschaftsministerium gestellt wird.

Die erste Förderrunde, für die insgesamt 12,25 Millionen Euro bereitstehen, startete bereits Ende Mai und richtet sich an alle hessischen Kommunen.

Satte Zuschüsse vom Land Hessen winken

Diese können so bis zu 250 000 Euro erhalten. Zusätzlich können sich die Städte und Gemeinden um den Kommunalpreis bewerben. Besonders gute Ideen und Projekte werden von einer Jury prämiert. Für den ersten Platz gibt es eine Million Euro, für den zweiten 750 000 und den dritten immerhin noch 500 000 Euro.

"Es hat bereits vielfältige Initiativen für unsere Altstadt gegeben", so Bürgermeister Simon. Diese möchte er weiter einbinden und erinnert dabei an die "Initiative Altstadt" und die Aktionen des Eppsteiner Gewerbevereins Industrie Handel Handwerk. "Wir müssen die Menschen runter vom Sofa und wieder rein in die Innenstädte bringen", meint auch Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Es brauche Gründe, um sich dort aufhalten zu wollen, einkaufen zu gehen, andere Menschen zu treffen. "Wir brauchen einen Nutzungsmix", so der Minister.

Jugendzentren und Co-Working-Spaces

Das Programm soll Impulse geben, Kreativität und auch Experimentierfreude anregen. Es dürfe ruhig auch mal "etwas ausprobiert" werden, ermunterte Al-Wazir. Das könnten Pop-up-Stores sein, temporäre Bewirtungsangebote, Jugendzentren oder Co-Working-Spaces in leerstehenden Geschäftsräumen, die Umgestaltung von Plätzen oder neue Räume für Kultur und Außengastronomie. "Wir wissen ja nicht, was kommt, setzen aber auf den Einfallsreichtum in den Städten und Gemeinden", sagte Al-Wazir.

Städte- und Gemeindebund lobt das Programm

"Das Programm kommt genau zum richtigen Zeitpunkt", sagte Johannes Heger, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebunds. Er lobte auch, dass die Förderrichtlinien sehr weit gefasst seien und deshalb viel Raum für Flexibilität ließen. Wer gute Ideen habe, könne damit auch zum Vorbild werden. Abgucken sei ausdrücklich erlaubt. Im Herbst ist eine zweite Förderrunde geplant.

Auch Eppsteins Rathauschef Simon sieht das Programm als "gute Chance", die "Perle" Altstadt "aufzupolieren". Die Bürger hätten bereits spannende Ideen entwickelt. Die Bewerbung werde bald eingereicht, so Simon.

Eine Portion Glück gehört aber schon dazu, denn alle hessischen Kommunen könnten sich schließlich bewerben. judo

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