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Martin Menke (DRK Main-Taunus Familiendienst), Architekt Andreas Steba und Erste Stadträtin Sabine Bergold schauen sich am künftigen Standort am Bündelberg die Pläne für den Naturkindergarten an.

Naturkindergarten am Bündelberg

Eine Kita im Grünen: Start bis zum 1. August – Holzhaus statt Bauwagen

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Spätestens am 1. August soll der Naturkindergarten in Eppstein in Betrieb gehen. Am Ort des Geschehens ist davon allerdings noch nichts zu sehen.

Die Stadt Schwalbach hatte wohl schon damit gerechnet, den Bauwagen los zu werden, den sie sich für einen geplanten Naturkindergarten beschafft hatte, aus dem dann aber nichts geworden ist. Zerschlagen haben sich aber auch Überlegungen, die Stadt Eppstein könnte ihn für ihre Naturkita verwenden. Die soll bekanntlich auf dem Gelände der Villa Bündelberg eingerichtet werden. Es hat sich dann aber herausgestellt, dass mehrere Bäume gefällt werden müssten, um den Wagen an Ort und Stelle zu bringen.

Bäume zu fällen für einen Naturkindergarten – für Eppsteins Erste Stadträtin und Sozialdezernentin Sabine Bergold passt dies nicht zusammen. Deshalb soll nun auf dem Gelände an der Taunusstraße in Vockenhausen ein Holzhaus gebaut werden. Die Planungen sind fertig, der Bauantrag ist eingereicht. Wenn die Genehmigung da ist, soll zügig ausgeschrieben und gebaut werden. Denn ein wenig eilig ist es schon – spätestens am 1. August soll die Einrichtung in Betrieb gehen.

DRK kündigt Infoabend an

Einige Interessenten haben sich laut Bergold schon im Rathaus gemeldet, andere bei der DRK Familiendienst Main-Taunus gGmbH, die den Kindergarten betreiben möchte. Geschäftsführer Martin Menke kündigte eine gemeinsame Informationsveranstaltung mit der Stadt an – dass die Einrichtung auf ein ausreichendes Interesse stößt, davon gehen alle Beteiligten aus.

„Dieser Kindergarten ist nicht für alle Kinder geeignet“, betont Menke und bezog ausdrücklich die Eltern mit ein. Eine gewisse Naturverbundenheit sollte es schon geben – und wer nicht möchte, dass das Kind matschverschmiert nach Hause kommt, der sollte wohl eine andere Einrichtung auswählen.

„Das Leben findet in der Regel draußen statt“, so Menke. In dem geplanten Blockhaus ist Platz zum Mittagessen und Schlafen, auch ein kleines Büro und Toiletten sind eingeplant. Gespielt aber wird draußen, zum Frühstücken treffen sich die Kinder auf einigen Baumstämmen vor der Hütte, einer der Anziehungspunkte auf dem Gelände soll die Matschecke sein. Nur wenn es Sturm, Hagel oder Gewitter gibt, steht für Notfälle noch der Gemeinschaftsraum in der Villa Bündelberg zur Verfügung. Ohne eine solche Zuflucht wird es auch gar keine Betriebsgenehmigung geben.

Ungewöhnlich ist, dass der Betreiber lange vor der Eröffnung das Personal verpflichten konnte. Drei Erzieherinnen sind es, alle haben schon in solchen oder ähnlichen Einrichtungen gearbeitet. Und wenn niemand anders es getan hätte, dann hätten die drei Damen Stadt und Betreiber darauf hinweisen können, dass sie es nicht übertreiben soll mit der Betreuung von Kindern an der frischen Luft. Um 15 Uhr seien die meisten todmüde, weiß Menke, so dass sich DRK und Stadt dafür entschieden haben, die Betreuung auf den Zeitraum von 8 bis 15 Uhr zu begrenzen.

Begrenzen will die Kommune natürlich ihren finanziellen Aufwand. 125 000 Euro stehen noch aus dem Haushalt 2018 dafür zur Verfügung. Reichen wird das nur, weil die Stadt sich um Zuschüsse des Landes kümmert. Mindestens 50 Prozent der Investitionen werde aus Wiesbaden finanziert, womöglich deutlich mehr, so Bergold.

Garten weiter zugänglich

Verbauen wird das Geld jetzt Andreas Steba. Der Niederjosbacher hat die Pläne gemacht und wird den Bau begleiten. Es handele sich zwar um ein Holzhaus, im Stile eines Ferien- oder Wochenendhauses. Aber ein massives Fundament muss es bekommen. Rundum möchte Steba vor allem mit natürlichen Materialien arbeiten. Wichtig ist auch: Im Garten der Villa Bündelberg wird zwar ein Bereich für den Kindergarten mit einem Zaun umgeben, öffentlich zugänglich bleibt das Gelände aber. Und es dient weiter sozialen Zwecken – so wie es im Testament der Familie Ramp steht, die das Anwesen einst der Gemeinde Vockenhausen vermacht hat.

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