Engagement wie die Großen

Beim ersten offenen Fest der Kinderfeuerwehr gaben die Betreuer Einblicke in die erfolgreiche Arbeit seit der Gründung im Jahr 2010.

Von Robin Kunze

„Platz da, hier kommt die Feuerwehr“, schallte es über den Hof vor dem Quartier der Brandschützer an der Rossertstraße. Quelle des lauten Warnrufes war nicht etwa der Wehrtrupp auf dem Weg zum nächsten Einsatz, sondern ein Nachwuchsmitglied, schätzungsweise sieben oder acht Jahre alt, das mit seinen Altersgenossen auf Tretrollern über den Hof fegte. Die rote Latzhose verrät, dass es sich bei dem munteren Lautsprecher um ein Mitglied der Eppsteiner Kinderfeuerwehr handelte, die jetzt ihr fünfjähriges Bestehen mit einem offenen Fest feierte.

Zwei Dinge zeigt diese kleine Szene: Zum einen, dass die Jungs und Mädchen der Kinderfeuerwehr Spaß an der Sache haben, zum anderen, dass sie als Teil der Feuerwehr integriert sind. Ein Bild am Info-Stand zeigte ein gutes Dutzend der Jüngsten in voller Montur der Großen. „Das ist sozusagen unsere Zukunftsvariante“, lächelt Marie Brede, Stadtkinderwartin der Eppsteiner Feuerwehr. Der Höhepunkt, meint Brede sei aber die Lieferung der ganz eigenen Uniformen, bestehend aus roter Hose, Fleece-Hemd und Handschuhen, gewesen. Gesponsert wurden diese von der Bürgerstiftung Eppstein. „Da kamen dann gleich die Fragen, ob die Uniformen nicht auch in der Schule getragen werden dürfen“, erzählt Brede.

Insgesamt seien seit der Gründung stets insgesamt etwa 60 Kinder in den Gruppen der fünf Stadtteile vertreten, die Kinderfeuerwehr war damit aus dem Stand ein Erfolg. Schließlich galt es, die Jüngsten für die Arbeit der Brandschützer zu begeistern, denn ein Einstieg war zuvor erst im Alter von zehn Jahren möglich. „Neben spaßorientierten Spielen, die das Teamwork stärken, machen wir auch Ausflüge mit den Kindern, etwa zur Main-Taunus-Leitstelle in Hofheim oder zur Berufsfeuerwehr“, erklärt Brede.

Gerade die praxisbezogenen Einheiten sind es, die die Kleinen begeistern. „Am besten finde ich das Wasserspritzen“, erklärt Felicitas. Auch wenn zunächst an kleineren Schlauchmodellen geübt wird, trübt dies die Freude der Neunjährigen nicht. Auch für Luca (8) stehen die Übungen rund um das kühle Nass hoch im Kurs.

Die beiden Mini-Löscher kamen zur Kinderfeuerwehr, weil sie es ihren Eltern gleich tun wollten. Doch wie die Kinderwartin sagt, sind in den vergangenen fünf Jahren auch viele Externe auf das Angebot aufmerksam geworden. Felicitas brachte beispielsweise gleich drei Schulfreundinnen mit in die Gruppe. Bald möchte sie zur Jugendfeuerwehr, in der auch ihre große Schwester tätig ist. „Viele Kinder wollen irgendwann zu den Großen gehören“, weiß Brede, „das ist der große Anreiz“. In diesem Jahr seien zehn Kinder zur Jugendfeuerwehr gewechselt – zehn Mitglieder, die vor der Gründung der Kinderfeuerwehr möglicherweise in anderen Vereinen gelandet wären.

Damit hat sich die Kinderfeuerwehr bereits bewährt: Sie gibt den Sechs- bis Neunjährigen die Möglichkeit, frühzeitig Einblicke in die Arbeit und die Gemeinschaft der ehrenamtlichen Brandschützer zu gewinnen. Wer sich das Interesse erhalten kann, wechselt zur Jugendfeuerwehr und möglicherweise später in die Einsatzabteilung. Doch auch andere Freizeitaktivitäten lassen sich mit dem Engagement bei der Kinderfeuerwehr vereinen. Felicitas etwa ist auch im Tanz- und Kickboxverein. Bei solch einer Kombination scheint die Zukunft der Feuerwehr Eppstein in den besten Händen zu sein.

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