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Romantisches Ambiente: Eppsteins Wahrzeichen in LED-Licht. Foto: Walter Adler

Neue LED-Beleuchtung auf der Burg

Eppstein: Altes Gemäuer in neuem Licht

  • vonEsther Fuchs
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Fast jeder Stein des Eppsteiner Wahrzeichens erstrahlt in neuem Glanz: Der Burgverein hat ein aufwendiges LED-Beleuchtungskonzept installieren lassen. Billig war das Projekt nicht - und noch ist es nicht abgeschlossen.

Eppstein -Es ist fast geschafft. Im vergangenen Herbst nahm der Burgverein sein von langer Hand geplantes Projekt in die Hand. Die Arbeiten zum neuen Beleuchtungskonzept der Eppsteiner Burg starteten. Ehrenmitglied und ehemaliger Vorsitzender des Vereins Peter Arnold übernahm federführend Organisation und Durchführung. Zeit, Mühe und viel Herzblut flossen in das Projekt, das nun zu 80 Prozent fertiggestellt ist.

Die Burg strahlt in neuem Glanz und das vor allen Dingen auch klimafreundlich. Die Leuchten an der Süd- und Nordseite sind installiert und heben in klarem LED-Licht jeden Stein einzeln hervor. Das bestätigt auch "Burgenpapst" Joachim Zeune, der die Eppsteiner als Mittelalterarchäologe, Historiker und Burgenforscher unterstützt. Zeune zeigte sich begeistert vom Blick auf die Burg bei Nacht, die ihm nun fast mehr Historie vermittele als bei Tag.

Noch leuchtet nicht jeder Winkel

Billig waren die Arbeiten nicht und lagen zuletzt deutlich über den zunächst anvisierten 100 000Euro. Allein Erdarbeiten und Kabelverlegungen sollen 140 000 Euro gekostet haben. Der Burgverein bezahlt das Projekt aus eigener Tasche, auch dank vieler finanzieller Gönner.

Die Längsseiten der Burg erstrahlen also in neuem Licht. Doch in den Fensterlaibungen der Burg und in der Palasmauer fehlt derzeit noch die Illumination. Drei Strahler, die den Bergfried von der Westseite anleuchten, sollen im Frühjahr installiert werden. Im Burghof und in der Kemenate, dem Mainzer Keller und an der inneren Stadtmauer sollen ebenfalls noch Lampen hinzukommen.

"Schade, dass wir da nicht noch mehr geschafft haben", bedauert Peter Arnold. Die Arbeiten verzögerten sich nicht nur aufgrund der Covid-19-Pandemie. Zuletzt waren es viele Einzelereignisse, wie beispielsweise auch die maroden Burgmauern, die das Projekt ins Stocken brachten. Nach intensiver Untersuchung, in Teilen sogar per Drohne, musste man feststellen, dass ein nicht unwesentlicher Teil an Mauersteinen im Laufe der Jahre locker geworden war. Die Absperrung des Burgturms war ob der Risiken unverzichtbar.

Zu gerne hätten Peter Arnold und der Burgverein die Fensterlaibungen in romantischem Licht erstrahlen lassen. Dass im Zuge der Arbeiten die Beleuchtung der Talkirche an das Burgpanorama angeglichen werden konnte, freut Arnold jedoch sehr.

Zumal die Eppsteiner die diesjährige Adventszeit so ganz anders feiern müssen als gewohnt. Vor dem ersten Adventssonntag öffnen sich in 2020 nicht die Adventsfenster an der Burg. Das kleine, aber feine kulinarische Weihnachtstreiben an der Rossertstraße muss coronabedingt ausfallen. Die Idee des Bürgermeisters, die Adventszeit mit Adventsfenstern in allen Stadtteilen zum Strahlen zu bringen, befürwortet Peter Arnold. Damit strahle die romantische Burgstadt über alle Stadtgrenzen hinaus.

In der Altstadt haben daher städtische Mitarbeiter bereits die Weihnachtsbeleuchtung installiert. Die Lichterbögen entlang der Burgstraße sorgen nun für vorweihnachtlichen Glanz. Auch die Weihnachtsbäume sind bereits gestellt.

Am ersten Adventssamstag öffnen sich dann zeitgleich fünf Adventsfenster in allen Stadtteilen, eins ist im Bürgerhaus in Alt-Eppstein. Identische Fenster finden sich außerdem am Rathaus I in Vockenhausen, am Alten Rathaus Bremthal, im Bistro der Verwaltungsstelle Ehlhalten und in Niederjosbach an der Feuerwehr. Jedes Wochenende bis zum vierten Advent wird sich ein weiteres Adventsmotiv an den Gebäuden der fünf Stadtteile öffnen.

Gestaltet wurden die Motive 2019 von den Kindern der Montessori Fördergemeinschaft Eppstein. Die Burgstadt möchte mit der weihnachtlichen Beleuchtung ein Zeichen von Gemeinschaft in einer schwierigen Zeit senden. Für etwas Licht in der Corona-Dunkelheit. Esther Fuchs

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