Volksbank schließt Filiale

Eppstein: Aus mit Ansage?

  • vonJulian Dorn
    schließen

Seit März 2020 ist die Filiale bereits geschlossen, nur "vorübergehend", wie es stets von der Frankfurter Volksbank hieß. Nun ist klar: Die Zweigstelle bleibt dicht. Die Stadt ist "irritiert" und die Anwohner sind verärgert. Was sagt die Bank?

Als Bürgermeister Alexander Simon Anfang Mai von der endgültigen Schließung der Volksbank-Filiale erfahren hatte, sei er "betroffen" und "irritiert" gewesen. Damit wurde aber im Grunde nur offiziell, was ohnehin schon viele befürchteten: Die Filiale an der Hauptstraße 108, die bereits seit März 2020 "pandemiebedingt" geschlossen ist und nur noch Automaten anbietet, bleibt es auch. Nur das Selbstbedienungsterminal wird erhalten.

Mancher wetterte damals schon, dass die Pandemie nur vorgeschoben sei und die Bank ein endgültiges Aus schlicht vorwegnehmen wollte. Stets hatten die Verantwortlichen aber versichert, dass die Schließung nur "vorübergehend" sei. Seither hätten sich immer wieder vor allem ältere Bürger an ihn gewendet, berichtet der Rathauschef, "da sie sich nicht angemessen informiert fühlten". Simon ärgerte sich seinerzeit ebenfalls über die mangelhafte Informationspolitik. Seine Nachfragen seien im vergangenen Jahr lange unbeantwortet geblieben, moniert er.

Für viel Ärger sorgte auch, dass der Bank-Briefkasten prompt abgebaut worden war. In ihrer Not schoben ältere Kunden die Überweisungsträger unter der Tür der Filiale hindurch, in der Hoffnung, dass ein Bote sie doch noch abholen würde.

"Zu Überbrückungsvorschlägen der Verwaltung, beispielsweise eine rotierende Öffnung mit anderen Filialen zu ermöglichen, hieß es dann nur, dass die Filiale zu klein sei, um ein Hygienekonzept einzuführen", so Simon. Es gebe aber "keinerlei Pläne" für eine dauerhafte Schließung, betonte die Bank damals auch gegenüber dem Kreisblatt.

Warum fühlt sich die Frankfurter Volksbank nicht mehr an diese Zusicherung gebunden? Man habe inzwischen das "Geschäftsstellennetz neu bewertet", erklärt Pressesprecherin Christina Laible. Schon länger seien die Transaktionen in den Filialen allgemein rückläufig. Viele Kunden nutzten inzwischen digitale Angebote für Bankgeschäfte.

Bank will Taxikosten notfalls übernehmen

Auch in Vockenhausen habe die Kundenzahl schon vor der Pandemie deutlich abgenommen, so Laible. Gleichzeitig steige die Nachfrage nach einer individuellen Beratung wie etwa zum Vermögensaufbau oder zur Baufinanzierung. "Diesem Bedarf können wir in einer Filiale wie Vockenhausen, die modernen Standards nicht mehr genügt, kaum entsprechen." In Kelkheim sei dies hingegen "vollumfänglich gewährleistet", sagt Laible. "Viele Kunden aus Vockenhausen steuern bereits die Filiale in Kelkheim für Beratungsgespräche an", so die Sprecherin. Kunden, insbesondere Senioren, waren im vergangenen Jahr jedoch bereits erbost ob der Empfehlung der Bank, die rund sieben Kilometer entfernte Zweigstelle aufzusuchen. Nicht jeder Kunde sei schließlich so mobil, kritisierten sie.

Laible kann den Unmut verstehen und versichert, dass die Bank Kunden mit Handicap nun unterstützen werde. "So übernehmen wir die Taxikosten für Kunden, die die Filiale aufgrund ihres Alters, eines Handicaps oder krankheitsbedingt sonst nicht aufsuchen könnten." Laible kündigt zudem an, dass das komplette Personal der Zweigstelle nach Kelkheim versetzt werde, so dass die Kunden auf ihre bekannten Ansprechpartner nicht verzichten müssten.

Der Bürgermeister hat indes angeregt, die Einrichtung eines "Finanz-Punktes" mit der Taunus Sparkasse zu prüfen: Solch eine gemeinsame Einrichtung gebe es etwa in Bremthal. Die Volksbank lehnt die Idee jedoch ab. "Das ist nicht geplant", so Laible lapidar.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare