Ein neues Schild zeigt jetzt neben dem Museum an, ob geöffnet oder geschlossen ist. Das alte Pappschild, das Burgvereins-Chef Dirk Büttner in der Hand hält, hat ausgedient. Erste Stadträtin Sabine Bergold gefällt die modernere Anzeige gut.
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Ein neues Schild zeigt jetzt neben dem Museum an, ob geöffnet oder geschlossen ist. Das alte Pappschild, das Burgvereins-Chef Dirk Büttner in der Hand hält, hat ausgedient. Erste Stadträtin Sabine Bergold gefällt die modernere Anzeige gut.

Wahrzeichen

Eppstein: Die Burg soll im Oktober wieder öffnen

  • vonManfred Becht
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Der Riss im Westzwinger wurde gesichert. Jetzt muss der Statiker noch seine schriftliche Bestätigung geben

Eppstein. Wäre Corona das einzige Thema, dann könnte der Besuch der Burg schon wieder erlaubt werden - mit bestimmten Vorkehrungen zwar, aber sogar unter Einbeziehung des Museums. Aber bekanntlich gibt es einen tiefen Riss in der Mauer des Westzwingers, der es verbot, Menschen in das Eppsteiner Wahrzeichen zu lassen. Inzwischen wurde die Mauer durch eine Holzkonstruktion gesichert, und ein Statiker hat auch schon erklärt, dass aus seiner Sicht keine Gefahr mehr besteht. Sobald er dies der Stadt auch schriftlich gegeben hat, sollten eigentlich wieder Besucher eingelassen werden. Die Öffnung der Burg verschiebt sich nun aber noch etwas auf Anfang bis Mitte Oktober, wie die Stadt informiert.

Maximal 50 Besucher werden eingelassen

Stadtarchivarin Monika Rohde-Reith kann den ersten Öffnungstag kaum noch erwarten. Dann kann sie das funkelnagelneue Schild von "geschlossen" auf "geöffnet" umstellen, das der Burgverein spendiert hat und das jetzt am Museumseingang installiert wurde. Es ersetzt ein Blatt Papier, dass auf eine Pappe geklebt wurde, die aus dem Jahr 2002 stammt. Es handelt sich nämlich um ein Plakat für die damaligen Burgfestspiele - fast schon selbst ein historisches Stück. 580 Euro hat das neue Schild gekostet.

Natürlich gibt es die wegen der Corona-Pandemie erforderlichen Auflagen. Ohne Maske kommt niemand in das Museum, und mehr als fünf Personen gleichzeitig werden nicht eingelassen. Jeder Besucher muss seine Adresse hinterlassen - aber nicht im Besucherbuch, das derzeit nicht geführt wird. Auch die Audio-Guides wurden weggeräumt, dafür gibt es Desinfektionsmittel und einen vorgegebenen Rundweg.

Für die ganze Burg wiederum wurde die Höchstzahl der Besucher auf 50 begrenzt. Der Turm bleibt allerdings zu - dort können die Mindest-Abstände nicht eingehalten werden. Rohde-Reith hält es allenfalls für denkbar, einzelne Familien auf den Bergfried zu lassen - und die nächste erst dann, wenn kein anderer mehr im Turm ist. Das geht aber nur, wenn genügend ehrenamtliche Helfer für die Aufsicht da sind.

Wegen der Begrenzung der Besucherzahl überlegt die Stadtarchivarin, den einen oder anderen zusätzlichen Öffnungstag anzubieten. Genau wie zusätzliche Führungen in kleinen Gruppen. Aber auch das hängt davon ab, wie engagiert die Ehrenamtler in der nächsten Zeit sind.

Flexible Planung

Natürlich ist vieles ausgefallen, was sonst auf der Burg stattfindet, zuletzt etwa das Burgfest. Damit sei eine wichtige Einnahmequelle des Burgvereins ausgefallen, sagt Vereinsvorsitzender Dirk Büttner. Burgfestspiele hat es auch nur in eingeschränkter Form gegeben, abgesagt wurde der anstehende Herbstspaziergang mit den Burgschauspielern. Bei 80 Teilnehmern kann von Abstand halten keine Rede sein.

Abgesagt wurde auch eine Ausstellung zur Lederindustrie in Vockenhausen. Die aber wird nachgeholt und voraussichtlich am 21. Mai 2021 eröffnet. Inzwischen haben sich zur Lederindustrie auch Zeitzeugen gefunden, die zum ursprünglichen Termin noch unbekannt waren - ein Qualitätsgewinn für die Ausstellung. "Notfalls wird sie im Burghof aufgebaut", sagt Rohde-Reith.

Überhaupt, nach den Worten von Eppsteins Erster Stadträtin Sabine Bergold will sich die Verwaltung im Herbst und Winter überlegen, was im nächsten Jahr stattfinden kann und soll. Am besten werde flexibel geplant, stellt sie sich vor. Denn keiner weiß, wie die Pandemie sich entwickelt. "Es soll auf jeden Fall etwas angeboten", sagt sie. "Es war der schlimmste Schritt, alles absagen zu müssen."

Zu den notdürftig geretteten Veranstaltungen gehörte das Mittelalter-Essen - Bremthals Pfarrer Moritz Mittag präsentierte die Rezepte zum Nachkochen per Video. Das ist nett, kann aber ein echtes Essen in der Burg nicht ersetzen, sagt auch Bergold. "Hoffentlich kann im nächsten Jahr vieles wieder wie früher stattfinden", sagt sie deshalb. manfred becht

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