Mittelalterliche Tänze im Innenhof werden die Besucher in diesem Sommer nicht erleben: Der Burgverein hat sich entschlossen, das Burgfest abzusagen.
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Mittelalterliche Tänze im Innenhof werden die Besucher in diesem Sommer nicht erleben: Der Burgverein hat sich entschlossen, das Burgfest abzusagen.

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Eppstein: Das Burgfest 2020 fällt aus

  • vonManfred Becht
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Der Verein bleibt aber aktiv und ruft zu Spendenaktion für Sanierungsprojekte auf.

Eppstein. -Rund 2000 Besucher kommen Jahr für Jahr zum Eppsteiner Burgfest. Dass dies unter den Bedingungen der corona-bedingten Kontakteinschränkungen nicht geht, liegt auf der Hand. "Sollen wir 100 Leute reinlassen und die anderen wegschicken?". Für Dirk Büttner, den Vorsitzenden des Burgvereins, ist das nur eine rhetorische Frage. Ein solches Vorgehen ist schlichtweg ausgeschlossen. Deshalb hat der Vorstand jetzt entschieden, was sich seit einiger Zeit abzeichnete: Das Burgfest 2020 fällt aus.

Natürlich sind noch einige Wochen Zeit bis zum Wochenende des 29. und 30. August - dem turnusgemäßen Termin des Burgfestes. Aber wichtige Vorbereitungen müssen lange vorher getroffen werden; vor allem aber müssten längst die Verträge mit den Musikbands unterschrieben werden, die zu dem großen Event auf der Burg spielen wollen. Auf ein solches Wagnis kann sich kein Veranstalter derzeit einlassen, schließlich weiß derzeit niemand, wie die Bedingungen für Veranstaltungen Ende August sein werden. Die Gefahr einer zweiten Infektions-Welle scheint keineswegs gebannt.

Absage an abgespeckte Version

Auf eine abgespeckte Version will sich der Verein nicht einlassen - es wäre schließlich überhaupt nicht absehbar, wie viele Besucher kämen. Und jemanden wegschicken, das will der Verein verständlicherweise nicht. Angedacht ist, ein Grillfest oder eine kleinere Veranstaltung auf dem Werner- oder Gottfriedplatz zu organisieren - damit man sich wieder einmal sieht und der Burgverein Präsenz zeigen kann. Wenn überhaupt, dann soll dies aber erst nach dem ursprünglichen Termin des Burgfestes stattfinden, also frühestens im Spätsommer.

Der Burgverein steht vor der Absage nun aber vor dem Problem, dass die Einnahmen aus dem Burgfest fehlen, die immer in die Burg investiert werden. Gerade gehen die Arbeiten an der neuen Beleuchtungsanlage auf die Zielgerade, aber neue Projekte zeichnen sich schon ab. Der Burgverein hat daher unter der Überschrift "Burgfest ist jeden Tag" eine Spendenaktion gestartet.

"Jeder Tag, den wir unsere schöne Burg erleben können, ist ein Fest für uns alle", erklärt Büttner das Motto. Und er freut sich, dass schon ein ganz ordentlicher Betrag von mehreren hundert Euro eingegangen ist. Wer möchte, kann unter dem Stichwort "Burgfest ist jeden Tag" etwas auf das Konto mit der IBAN DE52 5125 0000 0047 4015 50 einzahlen. Für welches Vorhaben wird das Geld konkret verwendet? Aktuell steht der letzte Bauabschnitt der neuen Beleuchtungsanlage auf der Burg, mit der das ganze System auf LED-Technik umgestellt wird. 200 000 Euro werden insgesamt investiert, die Finanzierung sei zum allergrößten Teil gesichert. Nützlich ist das Projekt vor allem auch für die Stadtkasse, die fortan deutlich weniger für den Strom auf der Burg ausgeben muss. Noch in diesem Monat soll der letzte Bauabschnitt in Angriff genommen werden.

Riss in der Mauer muss repariert werden

Dann wird auf jeden Fall Geld gebraucht, um den Teil der Burgmauer zu retten, in dem unlängst ein großer Riss aufgetaucht ist. Noch weiß niemand, wie gravierend das Problem ist, und was die Lösung am Ende kostet. Bürgermeister Alexander Simon hat schon durchblicken lassen, dass er auf Hilfe hofft - etwa vom Main-Taunus-Kreis. Ein finanzieller Beitrag des Burgvereins käme der Stadt natürlich mehr als gelegen.

Wenn ein Projekt zu Ende ist, fängt das nächste an", sagt Büttner. Das nächste nach der Sanierung der Mauer könnte eine Überarbeitung der Ausstellung im Museum sein. So etwas muss immer wieder einmal auf den aktuellen Stand gebracht werden, um attraktiv zu bleiben für die Besucher. Freilich wird der Burgverein darauf seine Aufmerksamkeit erst im übernächsten Schritt lenken können. Und in der Hoffnung, dass es 2021 wieder ein Burgfest geben kann. Manfred becht

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