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Eppstein: Der Bürgerbus fährt auf die Zielgerade

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Von: Manfred Becht

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Sie freuen sich über die Vertragsverlängerung beim Bürgerbus (v. l.): Erste Stadträtin Sabine Bergold, Kamran Yousaf (Spar-Car), Stadtrat Horst Winterer und Bürgermeister Alexander Simon.
Sie freuen sich über die Vertragsverlängerung beim Bürgerbus (v. l.): Erste Stadträtin Sabine Bergold, Kamran Yousaf (Spar-Car), Stadtrat Horst Winterer und Bürgermeister Alexander Simon. © Stadt Eppstein

Vertrag wurde letztmals verlängert / Neuausschreibung muss Mitte 2024 folgen.

Eppstein. Bis zum Juni des nächsten Jahres fährt der Bürgerbus in der Burgstadt auf jeden Fall. Wie der Magistrat berichtet, wurde der Vertrag mit der Firma Spar-Car bis zur Jahresmitte 2024 verlängert und damit zum zweiten Mal die Option genutzt, die Laufzeit um zwölf Monate auszuweiten. Danach geht das nicht mehr, es muss neu ausgeschrieben werden.

Bis zu 800 Fahrten im besten Monat

Wie der zuständige Stadtrat Horst Winterer berichtet, war die Verlängerung des Vertrages für den Magistrat gar keine Frage. Denn das System Bürgerbus funktioniere einwandfrei, das Angebot werde auch gut angenommen. 600 bis 750 Fahrten werden monatlich absolviert, in einem Spitzenmonat waren es schon 800.

Der Bürgerbus ist ein Kleinbus, der spätestens 30 Minuten vor Fahrtbeginn, möglichst aber früher, unter Telefon 01 70 / 9 89 09 77 bestellt werden kann. Auf diesem Wege erfährt der Fahrgast dann, wo genau er in den Bus einsteigen kann. Es gibt ein dichtes Netz von Haltepunkten im gesamten Stadtgebiet. Die Fahrt kostet 3 Euro, ab 18 Uhr 5 Euro.

Bei den Preisen sei die Stadt dem Betreiber angesichts höherer Benzinkosten etwas entgegengekommen, berichtet Winterer. Auch die Vorverlegung des Betriebsschlusses von 24 auf 23 Uhr verbessere die Wirtschaftlichkeit. Kostendeckend arbeiten kann der Bürgerbus trotzdem nicht; die Stadt zahlt einen jährlichen Zuschuss von 30 000 Euro. Der wird politisch nicht in Frage gestellt.

Eine erneute Verlängerung des Vertrages ist nach den gesetzlichen Vorgaben dafür nicht möglich, deshalb wird in diesem Jahr die Neuausschreibung für die Zeit ab Mitte 2024 vorbereitet. Da das System gut funktioniere, sei an irgendwelche Veränderungen nicht gedacht, so Winterer. Versuchen wolle die Stadt aber, den seitenlangen Katalog spezieller Auflagen und Anforderungen an den Betreiber etwas zu verkürzen.

Nichts ändern wird sich vor allem daran, dass der Bürgerbus seine Passagiere nicht an der Haustür abholen kann und ihnen auch nicht bei der Verladung von Gepäck helfen darf. Deswegen gab es gelegentlich schon Beschwerden. „Wer das braucht, muss ein Taxi nehmen“, so Winterer. Andernfalls werden rechtliche Vorgaben verletzt, die verhindern sollen, dass solche Verkehrsangebote eine übermäßige Konkurrenz für Taxibetriebe werden.

Die Stadt darf den Vertrag auch nicht mit einem Taxiunternehmen abschließen, sondern muss mit einer Mietwagenfirma zusammenarbeiten. Das hängt mit den Konzessionen für die Taxibetriebe zusammen. Der praktische Unterschied ist, dass eine Mietwagenfirma nach jeder Fahrt zum Betriebsgelände zurückfahren muss, während ein Taxi auch unterwegs neue Kunden aufnehmen darf. Aktuell gibt es auch keine Überlegungen, das Angebot auf Strecken in die Nachbarorte auszuweiten. Von und nach Wildsachsen konnten Interessenten mit dem Bürgerbus eine Weile fahren. Aber die Resonanz war so gering, dass die Stadt Hofheim nicht lange bereit war, den erforderlichen Zuschuss zu zahlen. Eine Zusammenarbeit mit Niedernhausen scheiterte früher wiederum an konzessionsrechtlichen Fragen, inzwischen hat die Nachbargemeinde ein eigenes, anderes System eingeführt.

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