Lässt bitten: Christian Heinz, der designierte CDU-Fraktionsvorsitzende.
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Lässt bitten: Christian Heinz, der designierte CDU-Fraktionsvorsitzende.

Sondierungsgespräche

Eppstein: Die CDU hält Hof

Bei der konstituierenden Fraktionssitzung wählten die CDU-Stadtverordneten Christian Heinz wieder zum Vorsitzenden. Nun hat die CDU in Eppstein wieder die Qual der Wahl und startet ihr Bewerber-Casting. Eine Partei machte ihr schon Avancen.

Eppstein -Es war ein schwieriger und kräftezehrender Wahlkampf. Doch für die Parteien geht die Arbeit jetzt erst richtig los. Im Politikbetrieb gilt das Credo: Nach der Wahl ist vor der Wahl. Die eigentliche parlamentarische Arbeit steht jedoch erst am Ende eines Verhandlungsmarathons.

Die CDU-Fraktion hat nun den Startschuss abgefeuert, bereits getagt und die fraktionsinternen Rollen besetzt. Christian Heinz wurde wieder zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. Stellvertreter bleibt Dirk Büttner. Neue Fraktionsgeschäftsführerin ist Franziska Sehr. Die 21-Jährige ist die Tochter von Niederjosbachs Ortsvorsteherin Andrea Sehr und eine der Nachwuchshoffnungen der Partei. Als Beisitzer gehören dem Fraktionsvorstand künftig Martina Smolorz und Reiner Morgenstern an. Alle Entscheidungen seien einstimmig getroffen worden, betont Heinz.

Im Magistrat setzt die CDU weiter auf Kontinuität: Die vier bisherigen ehrenamtlichen Stadträte Elmar G. Alhäuser, Berthold Gruber, Josef Bähner und Horst Winterer werden zur Wiederwahl vorgeschlagen. Außerdem werde die CDU als größte Fraktion in der konstituierenden Sitzung der neuen Stadtverordnetenversammlung am 22. April den bisherigen Stadtverordnetenvorsteher Bernhard Heinz erneut vorschlagen, kündigt der designierte Fraktionsvorsitzende Heinz an. Als eine der fünf Vertreterinnen und Vertreter werde zudem Andrea Sehr benannt werden.

Die Eppsteiner Christdemokraten befinden sich einmal mehr in der komfortablen Position, sich den Koalitionspartner aussuchen zu können. Denn die CDU bleibt stark wie bisher, mit 42,5 Prozent der Stimmen und 16 Sitzen. Die besten Einzelergebnisse erzielte die CDU mit knapp 50 Prozent im Wahlbezirk Vockenhausen II und mit 55,3 Prozent im Briefwahlbezirk Ehlhalten.

Rechnerisch wäre somit mit allen übrigen Parteien ein mehrheitsfähiges Bündnis möglich. Heinz und seine Fraktion dürfen also - mal wieder - Hof halten und ein Bewerber-Casting ansetzen. Wird die CDU den alten Partner, die Grünen, behalten und mit dessen bekannten Macken und Vorzügen den nächsten "Lebensabschnitt" planen? Oder sich auf ein "Abenteuer" mit einem neuen Partner einlassen? Christian Heinz jedenfalls hält sich in puncto Lieblingskandidat weiterhin bedeckt. Überraschend ist das nicht, würde es doch die Verhandlungsposition der Christdemokraten schwächen, wenn man sich zu früh auf einen Favoriten festlege. Es soll stattdessen Gespräche mit allen anderen Fraktionen geben "über die wichtigen Themen und über eine mögliche Zusammenarbeit", sagt Heinz daher lapidar. Er bekräftigt: "Generell besteht der Wunsch, dass auch künftig im Stadtparlament sachorientiert und fraktionsübergreifend nach Lösungen im Sinne der Stadt gesucht wird."

Die anderen Fraktionen signalisierten bereits die grundsätzliche Bereitschaft, sich auf eine "Liaison" mit der CDU einzulassen. Der FDP-Vorsitzende Marcel Wölfle etwa schielt mit seiner Fraktion, die die kleinste im Stadtparlament sein wird, schon auf die Regierungsbeteiligung. FDP und CDU kämen dann mit 50,8 Prozent auf eine knappe Mehrheit. "Wir sind regierungsbereit", macht Wölfle deutlich. Maßstab werde aber das Wahlprogramm sein. Wölfle muss sich allerdings noch gedulden. Das erste Sondierungsgespräch werde mit dem bisherigen Koalitionspartner, den Grünen, stattfinden, kündigt Heinz an. Die Partei erreichte 19,5 Prozent und legte über 7 Prozent im Vergleich zu 2016 zu. Das bedeutet sieben statt bisher vier Plätze in der Stadtverordnetenversammlung. Damit hätte das Bündnis eine stabile Mehrheit im Parlament.

Das erste Gespräch dürfte denn auch harmonisch ablaufen: Immerhin hat die CDU von der Zusammenarbeit mit den Grünen in den vergangenen Jahren bereits eine positive Bilanz gezogen.

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