Enges Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt? So sah es auf dem Gottfried-Platz 2015 aus. In Pandemiezeiten nicht vorstellbar.
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Enges Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt? So sah es auf dem Gottfried-Platz 2015 aus. In Pandemiezeiten nicht vorstellbar.

Adventszeit

Eppstein: Einer der beliebtesten Weihnachtsmärkte fällt wohl auch aus

Der Gewerbeverein begründet die Absage mit den Corona-Regeln, die schwierig einzuhalten seien. Die Pause will er nutzen, um ein neues Konzept zu erarbeiten.

Eppstein -Der Eppsteiner Weihnachtsmarkt findet auch in diesem Jahr nicht statt. Dazu habe sich der Gewerbeverein IHH in Absprache mit der Stadt "nach langem Abwägen", so IHH-Chef Markus Rösmann, entschieden. Grund für die Absage sei die Corona-Pandemie. Denn bisher sei nicht absehbar, wie sich die Infektionszahlen bis Dezember entwickeln.

In der engen Altstadt könne das Organisationsteam nicht garantieren, dass die vielfältigen Auflagen, Abstandsregeln, Einlasskontrollen, Sicherheitsbestimmungen und Hygienemaßnahmen eingehalten werden, sagt Rösmann und führt als Hauptargument an, dass sich der Besucherstrom weder vorhersagen noch regulieren lasse. Bis zu 20 000 Besucher an zwei Tagen seien so nicht zu managen.

Immer strengere Auflagen und Vorschriften

"Die zweite Absage des Weihnachtsmarktes in Folge schmerzt sehr, ist aber alternativlos", sagt Rösmann. Der IHH sei aber optimistisch, dass 2022 der Weihnachtsmarkt endlich wieder stattfinden kann. Dann allerdings mit neuem Konzept. Der IHH nutzt die Corona-bedingte Pause für eine kritische Bilanz. Denn in den vergangenen Jahren seien Auflagen, Vorschriften und Kosten immer weiter gestiegen: Brandschutz, Sicherheit, Stromversorgung, Hygiene-Auflagen, Auf- und Abbau durch den Bauhof kosteten mehr, als durch die Standgebühren eingenommen wurde.

Der Verein übernahm als Veranstalter sämtliche Kosten, die schon seit einigen Jahren die Einnahmen überstiegen. "Die fehlende Summe haben wir aus der Vereinskasse beglichen", sagt Rösmann, "das kann nicht der Sinn von monatelanger ehrenamtlicher Arbeit sein und ist auch unseren Vereinsmitgliedern nicht zu vermitteln." Über das Konzept für den künftigen Weihnachtsmarkt werde der Verein in den kommenden Wochen beraten.

Magistrat muss noch entscheiden

Wegen des unverhältnismäßig hohen organisatorischen Aufwands sei auch die Idee einer abgespeckten "Light"-Version des Weihnachtsmarktes mit weniger Buden und höheren Corona-Auflagen verworfen worden: "Wer hat schon Lust auf einen Weihnachtsmarkt mit festgelegter Besuchszeit und Einbahnregelung", stellt Rösmann einige der Überlegungen infrage, über die in den vergangenen Wochen diskutiert wurde. Das Flair komme so nicht auf.

Formal wird sich das Schicksal des Weihnachtsmarkts erst bei der nächsten Sitzung des Magistrats entscheiden, da die Stadt ihn zusammen mit dem IHH veranstaltet. Bürgermeister Alexander Simon geht aber nicht davon aus, dass der Markt stattfinden wird, wie er auf Nachfrage dieser Zeitung sagt. red/wal

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