Noch ruht der See still, und die Pflanzen bestimmen das Bild. Doch heute soll die Rettungswache Eppstein am Ortsausgang in Richtung Fischbach übergeben werden.
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Noch ruht der See still, und die Pflanzen bestimmen das Bild. Doch heute soll die Rettungswache Eppstein am Ortsausgang in Richtung Fischbach übergeben werden.

Sicherheit:

Eppstein: Endlich grünes Licht fürs Blaulicht

  • vonManfred Becht
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Malteser-Rettungswache soll heute nach vielen Verzögerungen übergeben werden.

Eppstein -es jetzt wenigstens auf den letzten Metern reibungslos funktioniert? Lange hat es gedauert, bis für die neue Rettungswache der Malteser ein Standort gefunden war, allerlei Probleme und Verzögerungen hat es in der Bauphase gegeben. Und noch nach der offiziellen Einweihung im Februar traten einige kleinere Baumängel auf. Für den heutigen Mittwoch nun ist die offizielle Übergabe der Wache geplant, von der kreiseigenen GESIM als Bauherr an den Main-Taunus-Kreis als Mieter und vom Kreis an die Malteser als Untermieter. Zu dem Tag gehört auch die offizielle Bauabnahme. Nur wenn die klappt, können die Malteser mit dem Umzug der Wache vom Bürgerhaus Fischbach beginnen.

Elektriker aus Polen steckte in Heimat fest

Steffen Gries, Leiter der Rettungswache, drückt die Daumen, dass alles klappt. "Die ganze Mannschaft fiebert dem Umzug entgegen", sagt er. "Wir haben lange genug in einem Provisorium gearbeitet." Wie lange es dann dauert, bis die Wache einsatzfähig ist, das lasse sich so ganz genau gar nicht sagen. Dies sei ja schon etwas anderes als ein gewöhnlicher Wohnungsumzug. Als dann zuletzt von Baumängeln die Rede war, konnte da bei den Maltesern keine Begeisterung aufkommen. Es seien keine gravierenden Probleme gewesen, sagt Caterina Ubach-Utermöhl, Geschäftsführerin der GESIM. "Das ist nichts, was uns Kopfweh gemacht hat", erzählt sie. Und teurer geworden ist das ganze Projekt deswegen auch nicht mehr. Das ist für derartige öffentliche Vorhaben immer eine positive Nachricht.

Es war die Corona-Pandemie, die Dinge auf den letzten Metern durcheinander gebracht hat. Da waren alle Elektroleitungen eigentlich verlegt. Aber die Beschriftung fehlte, die wurde gebraucht, um zu wissen, wie welche Sachen angeschlossen werden müssen. Eine Menge elektronische Technik ist in der Rettungswache verbaut, bis hin zu den Rolltoren, die es im Einfamilienhaus nicht gibt. Der Elektriker, der die Beschriftung machen konnte, der kam wegen der Pandemie eine Weile nicht über die polnisch-deutsche Grenze.

Die Malteser sind in der glücklichen Lage, nicht heute nach der Übergabe erstmalig die neue Unterkunft betreten zu können. "Die haben sich da schon ganz gemütlich eingerichtet", so Ubach-Utermöhl. Einige Wände haben einen bunten Anstrich bekommen, Computer wurden schon installiert. Die Vorfreude hat sich so bereits in allerlei Aktivitäten in der Wache niedergeschlagen.

Spätestens mit dem Umzug wird dann die lange Vorgeschichte vergessen sein. Sie begann damit, dass der Kelkheimer Magistrat einen Standort suchte, um die Wache in der Stadt zu halten. Das aber scheiterte, während Eppstein ein Grundstück anbieten konnte, das unmittelbar an der B 455 und damit sehr verkehrsgünstig liegt, mit dem sich aber sonst nicht viel anfangen lässt. Die Veränderung liegt auf der Hand - die Fahrzeuge sind von dort aus schneller nicht nur in Eppstein und seinen Stadtteilen, sondern auch in Lorsbach und Wildsachsen, für das die Malteser ebenfalls zuständig sind.

Nach der Standortwahl wurde der Bauablauf eine Abfolge von Pleite, Pech und Pannen. Der Auftrag wurde zwei Mal vergeben, weil beim ersten Mal der Rahmen von 1,7 Millionen Euro nicht zu halten war; der Kreis entschied sich dann dafür, die Rettungswache in Modulbauweise hochzuziehen. Freilich stellte sich dann heraus, dass die beauftragte Firma nicht genügend Mitarbeiter hatte, um fristgerecht fertig zu werden. Dann wurden falsche Duschen eingebaut, die ausgetauscht werden mussten. Die Elektroplanung wurde geändert, so dass die Anschlüsse in der Küche plötzlich an der falschen Stelle waren.

Fast zwei Jahre Verzögerung

Und so wurde aus einer angepeilten Fertigstellung im Herbst 2018 eine Übergabe im Mai 2020. Zu denen, die das nervös gemacht hat, gehört Kelkheims Bürgermeister Albrecht Kündiger, der die frei werdenden Räume in Fischbach den Vereinen dort versprochen hatte. Die wollten immer wieder wissen, wann es so weit sei. Prognosen hat er nicht mehr abgegeben. manfred becht

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