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Hobby-Sammler Elcke Eirich mit den beiden Stichen.

Kupferstiche für Burgmuseum

Eppstein: Gestochen scharfer Blick in die Vergangenheit

  • vonJulian Dorn
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Ein Hofheimer Hobbysammler stiftet Burgmuseum zwei Kupferstiche. Sie liefern interessante Einblicke in die Geschichte der Burgstadt.

Eppstein -Die Burg thront majestätisch über der Stadt. Ein malerisch-märchenhafter Anblick, denn die Festung ist um 1638 noch wie ein Schloss ausgebaut. Die Hessen, denen die Westhälfte gehörte, haben den Palais aufgestockt und "modern" mit großen Kreuzstockfenstern ausgebaut. Der Bergfried wurde erhöht und scheint bei dieser Darstellung fast in den Himmel zu wachsen. Unterhalb der Burg ist das ummauerte Städtchen zu sehen mit dem Ober- und Untertor, davor der angestaute See. Dieses Motiv ist auf einem der beiden Kupferstiche zu sehen, die der Hofheimer Hobbysammler Elcke Eirich nun dem Eppsteiner Stadt- und Burgmuseum geschenkt hat. Als Sammler von alten Drucken hatte er auch zwei Ansichten Eppsteins in seinem Bestand.

Und das schon seit rund 70 Jahren, denn mit dem Sammeln hat Eirich, wie er sagt, bereits als Schulbub angefangen. Oft hat er die Schätze beim Lumpenhändler oder aus dem Sperrmüll gerettet. Das Motiv von 1638 stammt von einer Buchgrafik, die Burg und Stadt von Süden her zeigt. Sie stammt aus einem Büchlein von Eberhard Kieser und Daniel Meisner aus dem Jahr 1638. Der Kupferstecher Sebastian Furck hat das Motiv der ältesten bekannten Ansicht von Wilhelm Dilich von 1605 übernommen und wenig verändert. Auch Matthias Merian hat wenige Jahre später bei Dilich oder Kieser und Meisner "abgekupfert" und 1646 die bekannte Ansicht gestochen. Die Kupferstiche von Dilich und Merian sind ebenfalls in der Dauerausstellung des Burgmuseums zu sehen.

Auch das zweite Motiv ist bekannt: Der Stahlstich, gestochen bei Poppel in Nürnberg, zeigt die Burgstraße von Westen mit Blick auf die Burg. Diese ist bereits im Zustand einer verfallenen Ruine. Zur Linken sieht man den alten Friedhof, vor der Mauer ist Holz für den Sägeplatz aufgeschichtet. Das Werk stammt aus dem Jahr 1838 und ist bereits in der Sammlung des Museums vorhanden.

Museumleiterin Monika Rohde-Reith freut sich dennoch sehr, dass der Hofheimer Eirich das Burgmuseum bedacht hat: "Es lohnt sich immer wieder, die Details ganz genau zu betrachten, um sich ein Bild vom damaligen Eppstein zu machen."

Julian Dorn

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