Haben alle Hände voll zu tun: Bauarbeiter verlegen die blauen Wasserrohre auf der Großbaustelle Gimbacher Straße.
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Haben alle Hände voll zu tun: Bauarbeiter verlegen die blauen Wasserrohre auf der Großbaustelle Gimbacher Straße.

Sanierung Gimbacher Straße

Eppstein: Gute Nachricht von der Baustelle

  • VonManfred Becht
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Viel Lärm, viel Dreck und viel Arbeit: Der Tiefbau in der Gimbacher Straße ist in vollem Gange - und sogar im Zeitplan. Und das trotz einiger Hürden, denn das Projekt ist eine Herausforderung nicht nur für die Anwohner, sondern auch für die Ingenieure.

VON MANFRED BECHT

Eppstein -Als die Stadt die Grundsanierung der Gimbacher Straße plante, war von der Corona-Pandemie noch keine Rede. Also wurde der betreffende Abschnitt in zwei Teilstücke aufgeteilt: das eine 180 Meter, das andere 200 Meter lang. Mit dem ersten wurde so früh im Jahr begonnen, dass bei planmäßigem Verlauf die Arbeiten im April hätten abgeschlossen werden können. Dann beginnt oben auf dem Kaisertempel die Hauptsaison, so war die Überlegung. Mit der Baustelle in den Wintermonaten würde die Stadt der Gaststätte an dem Aussichtspunkt noch den geringsten Schaden zufügen.

Bekanntlich ist es anders gekommen. Die Gastronomie ist wegen der Pandemie geschlossen, und die aktuelle Debatte um Lockerungen der Kontaktbeschränkungen betrifft vor allem die Schulen und den Einzelhandel, vorläufig aber kaum die Gastronomie. Ob sich das ändert, ist noch nicht absehbar. Aber falls doch - und das ist die gute Nachricht - dann wird die Zufahrt tatsächlich wieder frei sein. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Bauhandwerker im Februar wegen der Kälte zwei Wochen verloren haben. Das lag vor allem an der Umleitungsstrecke für die Anlieger, die durch den Wald nach Fischbach führt. Die sei wegen des Schnees nicht befahrbar gewesen, sagt Iris Schelk, die bei der Stadt für das Projekt zuständige Tiefbauingenieurin. Salz zu streuen, das wäre im Wald nicht erlaubt gewesen.

Inzwischen kommt man wieder durch, so dass auf der Baustelle abschnittweise tagsüber die Straße aufgerissen werden kann, ohne dass den Anwohnern der Weg zu ihren Häusern abgeschnitten wird. "Es ist schon ziemlich matschig", berichtet einer der Anwohner am Dienstag bei einer Baustellenbesichtigung. Die Stadt werde den Weg noch etwas besser befestigen, warte damit aber bis nach dem Abtransport der dort liegenden Baumstämme. Andernfalls würde die Behelfsstraße gleich wieder ruiniert.

Neues Kanalrohr bereits verlegt

700 000 Euro kostet der erste Bauabschnitt bis zur Einmündung des Alten Fischbacher Weges. Was der zweite Abschnitt verschlingt, der im nächsten Jahr gemacht werden soll, steht noch nicht fest, denn die Ausschreibung steht noch bevor. Außerdem hat die Stadt auch schon Geld ausgegeben für die Stabilisierung verschiedener Stützmauern. Bürgermeister Alexander Simon ist heilfroh, dass die Anliegerbeiträge für den grundhaften Straßenausbau abgeschafft wurden - wegen dieses Themas hätte es mit einigen Anliegern sicher Ärger gegeben.

So aber halten sich, wie Simon und Schelk übereinstimmend berichten, die Beschwerden sehr in Grenzen. Interessiert waren die Anlieger im Vorfeld an Abstellplätzen für ihre Autos - die Stadt hat im Quartier unterhalb einige angemietet. Ein wenig Sorgen könnten sich manche machen wegen der Erschütterungen, die mit dem Straßenbau verbunden sind, aber diese werden mit speziellen Messungen kontrolliert, so dass der Verursacher feststeht, wenn es Schäden gibt.

Bereits fertig ist das neue Kanalrohr, derzeit ist die Wasserleitung an der Reihe. Sie war einer der Gründe für den Neuausbau, denn die alte Leitung war so dünn, dass weiter oben am Hang im Brandfall nicht genug Löschwasser zur Verfügung gestanden hätte.

Nach den blauen Wasserleitungen folgen noch die Elektrokabel. Dann wird die neue Oberfläche wiederhergestellt. Mangels Platz wieder ohne Bürgersteige, aber mit Erhebungen an zwei Stellen, um die Autofahrer zu bremsen.

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