Markus Rösmann, Benjamin Peschke, Juliane Rödl, Christopher Zahlten, Volker Steuernagel und Florian Kannengießer (v. li.) an der Bar. Hier wird sich in ihrem Film eine Liebesszene anbahnen.
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Markus Rösmann, Benjamin Peschke, Juliane Rödl, Christopher Zahlten, Volker Steuernagel und Florian Kannengießer (v. li.) an der Bar. Hier wird sich in ihrem Film eine Liebesszene anbahnen.

Kultur:

Eppstein: Liebeleien und ein Banküberfall

  • vonEsther Fuchs
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Es gibt einen Ersatz für die Burgfestspiele: "Film ab" statt "Vorhang auf" heißt es bei den Burgschauspielern.

Eppstein. Kreativität? Ideenreichtum? Kein Problem für die Burgschauspieler. Auch wenn ihnen die Covid-19-Pandemie kräftig die für dieses Wochenende geplanten Burgfestspiele 2020 verhagelt hat, lässt sich die muntere Truppe um Vorsitzende Juliane Rödl und Vize Volker Steuernagel nicht so leicht ins Aus manövrieren. Die Burgschauspieler sind durch und durch "Profis". Gemeinsam mit der Stadt als finanziellem Förderer und Freunden der Film-, Medien- und Eventbranche konnten sie nun ein alternatives, Corona-konformes Kulturprogramm in Angriff nehmen. So heißt es derzeit bei den Mimen nicht "Vorhang auf!", sondern "Film ab!"

"The Show must go on" - das wissen Rödl und ihre Mitstreiter nur zu gut. Wenn kein Live-Auftritt in den alten Mauern möglich ist, muss Ritter Eppo eben sein Talent als Filmschauspieler unter Beweis stellen. In den nächsten Wochen sollen insgesamt drei Filme entstehen, die dann der breiten Öffentlichkeit via Social Media zur Verfügung stehen werden.

Stadt hilft finanziell

"Wir haben anfangs noch eifrig weitergeprobt. Am Ende sogar online. Dieses Jahr sollte auf der Burg ,Arsen und Spitzenhäubchen" zu sehen sein', erklärt Steuernagel das einstige Vorhaben. Nun sitzt ein Teil jedoch nicht in der altehrwürdigen Kemenate, sondern in den eleganten Räumen der Event-Location "Percuma" von Markus Rösmann in Bremthal. Sie wird unter anderem als Filmkulisse genutzt.

"Wir überlegten hin und her und wollten aktiv bleiben. Schließlich haben wir aus der Not eine Tugend gemacht", wirft Juliane Rödl ein. Dankbar sind die Burgschauspieler für die finanzielle Unterstützung der Stadt und ihre guten Kontakte zur Filmbranche. Die Produktionsfirma "KaZaWa" wird die Neuzeit in die Mauern der Burg und die alten Gassen Eppsteins transferieren.

Ritter Eppo spielte eine Hauptrolle

Ein kurzer Teaser, also ein Werbefilm, der die Neugier der Fans wecken soll, wurde mit der Produktionsfirma bereits abgedreht. Dieser hat es in sich, zeigt er doch Ritter Eppo, der energisch die Wiederaufnahme des kulturellen Lebens in Eppstein einfordert. Die Kameras für den ersten von insgesamt drei geplanten Filmen, die in den nächsten Wochen via Youtube, Facebook und Instagram zu sehen sein werden, laufen. "Wir würden uns natürlich wünschen, dass unsere Filme auch im HR-Fernsehen gezeigt werden", hofft Rödl.

Schon der Teaser hat Fernsehformat. "KaZaWa"-Medien sind Profis ihres Fachs. Christopher Zahlten und Florian Kannengießer, die Köpfe der Produktionsfirma, sind seit 2013 keine Unbekannten auf dem Gebiet der Werbe- und Filmindustrie. Sie arbeiten für bekannte große und mittelständische Firmen sowie zum zweiten Mal für die Burgschauspieler. In 2013 drehten sie den Film "Peanuts", der auf der Internetseite der Burgschauspieler zu sehen ist. Dieses Mal soll es jedoch größer und professioneller zugehen. "Wir waren gerne wieder mit an Bord", freut sich Kannengießer über die erneute Zusammenarbeit. Die Verbindung zu Eppstein und den Burgschauspielern sei eng. Kannengießer und Zahlten wohnten zur Zeit ihrer Firmengründung in der Burgstadt.

Dass den Plänen der Burgschauspieler nun auch Taten folgen, ist nicht nur "KaZaWa"-Medien zu verdanken. Rödl, Steuernagel und Co. präsentierten im Rathaus "mehrere Ideen, um alternativ kulturell aktiv zu bleiben können. Die Stadt favorisierte das Filmprojekt", so Juliane Rödl. Die drei Filme sind der Stadt eine Bezuschussung von 7500 Euro wert. Inklusive des bereits abgedrehten Teasers soll das Projekt in Summe 10 000 Euro kosten. "Die restlichen 2500 Euro kommen von uns", erklärt Rödl und hofft insgeheim auf weitere finanzielle Förderer, wie beispielsweise die Bankfiliale in Alt-Eppstein, die ein weiterer Drehort sein wird.

An bekannten Orten wird Ritter Eppo als Retter der Kultur und Held unterwegs sein. Die Drehbücher sind nicht immer historisch angehaucht. Benjamin Peschke, Burgschauspieler und Beisitzer im Vorstand, hat zusammen mit Juliane Rödl originelle Geschichten mit teils authentischen Zügen geschrieben.

In zwei Wochen erstmals auf Sendung

Wenn also die nächsten Tage ein alter Mini vor der Bankfiliale in Alt-Eppstein vorfährt und zwei maskierte Personen aussteigen, gehört das zum Drehbuch der neuen Filmserie. Die Lounge und der Bar-Bereich von "Percuma", das Event-Haus von Rösmann, sollen als Szenerie für eine appetitliche Liebelei herhalten. Rösmann steht erstmals auf Anfrage der Burgschauspieler in einer kleinen Rolle als Barkeeper hinter der Theke. Aufgeregt sei er nicht, so der engagierte Unternehmer. "Es ist eher eine gesunde Neugier." Neugierig sollten auch alle Fans der Burgschauspieler sein. Bereits in zwei Wochen möchten sie mit dem ersten Film auf Sendung gehen.

Kontakt und Film ab

Wer mehr wissen möchte, kann sich auf der Internetseite unter www.burgschaupieler-eppstein.de informieren.

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