hkp_E-Auto_031220_4c_1_0412
+
Noch steht er meistens vor dem Rathaus in Vockenhausen herum: der E-Golf der Stadt Eppstein.

Carsharing mit-E-Auto

Eppstein: Mit Schritt-Tempo in die Zukunft

  • vonJulian Dorn
    schließen

Die Stadtverwaltung Eppstein bietet neuerdings Carsharing mit einem E-Auto an. Ein wichtiger Schritt in Richtung E-Mobilität und für den Klimaschutz, meint die Stadt. Doch so richtig mitgehen wollen die Bürger diesen Weg noch nicht.

Eppstein -Mit gutem Beispiel voranzugehen, oder besser: voranzufahren, das war das ambitionierte Ziel der Stadtverwaltung. Doch bisher ziehen zu wenige Bürger mit. Dabei setzte die Stadt große Hoffnungen in ihre innovative Idee: Ein Elektrofahrzeug hat die Verwaltung angeschafft, von dem auch die Bürger der Burgstadt profitieren sollen. Das Zauberwort: Carsharing.

Der E-Dienstwagen am Rathaus I in Vockenhausen steht den Bediensteten der Stadt Eppstein während der üblichen Arbeitszeiten zur Verfügung. Danach und an Wochenenden kann das Fahrzeug dann von Privatpersonen gemietet werden, bequem über eine App. Im Mai 2019 hat die Stadtverwaltung einen VW E-Golf des Unternehmens "mobileeee" für Dienst- und Botenfahrten in Betrieb genommen. "Das Elektrofahrzeug wurde ausgewählt, da es klimaschonend ist und damit auch eine Vorbildfunktion für die Bürgerinnen und Bürger eingenommen wird", sagt Stadtsprecherin Monika Rohde-Reith.

Im Klimaschutzkonzept der Burgstadt ist zudem verankert, dass ein flächendeckendes Carsharing-Angebot anzustreben ist. Nun wollte die Stadt also einen ersten Schritt in Richtung E-Mobilität gehen - und steht noch ziemlich allein auf weiter Flur. Dabei "handelt es sich um ein zukunftsorientiertes Angebot", wie Bürgermeister Alexander Simon betont.

Auch die Pandemie spielt eine Rolle

Schuld daran ist aber auch, wie so oft, die Pandemie. "Die Covid-19-Pandemie hat sich auch für die Privatnutzung des Carsharingfahrzeugs als deutlicher Einschnitt erwiesen", teilt die Stadtverwaltung mit. Es gab Höhen und Tiefen. So blieb es im April und Mai fast ausschließlich bei von mobileeee durchgeführten Servicefahrten, "die zum Erhalt der Betriebsfähigkeit des Fahrzeugs dienten". Mit zunehmendem Ende der ersten Lockdown-Maßnahmen veränderte sich das Nutzungsprofil der privaten Fahrer aber dann erheblich. Seit Juni seien die Nutzungszahlen teilweise deutlich über das bisherige Niveau angestiegen, bilanziert Rohde-Reith. Ein Grund könnte sein, dass einige Nutzer in der Pandemie lieber das E-Auto nutzen als die öffentlichen Verkehrsmittel, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Allein: So richtig zufrieden ist die Stadt nicht, räumt Rohde-Reith ein. "Die aktuellen Buchungszahlen bleiben noch immer hinter den Erwartungen zurück." Die meisten Privatnutzungen gab es bisher im Juli - insgesamt 11. Aber jetzt hat es schon Rückgänge der Buchungen gegeben. Dennoch: "Das Angebot, ein Elektrofahrzeug vor Ort nutzen zu können, wird erhalten bleiben", bekräftigt der Bürgermeister. Die Eppsteiner Bürgerstiftung beteiligt sich an der Finanzierung. Das Teilen eines Fahrzeugs habe Zukunftspotential, so Simon weiter. An weiteren Stellen im Stadtgebiet soll dieses Angebot ausgebaut werden. Julian Dorn

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare