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Die Ehrenamtler von morgen: die Preisträger von 2018 im Eppsteiner Bürgerhaus

Ehrenamt

Eppstein: Seit 14 Jahren zeichnet Bürgerstiftung kreativen Nachwuchs aus

  • vonJulian Dorn
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EHRUNG Fahrende Bierkisten und Nachwuchs-Imker: Seit 14 Jahren ehrt die Bürgerstiftung mit dem Jugendpreis engagierten und kreativen Nachwuchs für originelle Projekte. Dieses Jahr muss der Wettbewerb ausfallen. Zeit für einen Rückblick auf die Preisträger der vergangenen Jahre - und ihre teils verblüffenden Ideen.

Eppstein -Was haben der Honig vom jüngsten Imker des MTK, die Gemälde in der Unterführung in Niederjosbach, Bierkisten als knatternde Gokarts und Schülerstreitschlichter miteinander zu tun?

Die Projekte dieser Kinder oder Jugendlichen repräsentieren alle einzeln oder als Gruppe einige der Gewinner des Jugendpreises der Eppsteiner Bürgerstiftung von 2006 bis 2019. Insgesamt wurden fast 20 000 Euro vergeben. Beim Neujahrsempfang der Stadt Eppstein stellen die Kinder und Jugendlichen dann ihre Projekte vor, erhalten dort eine Urkunde und ihren Gewinn. In diesem Jahr kann wegen der Pandemie allerdings kein neuer Wettbewerb stattfinden. Zeit für einen Rückblick auf die Preisträger der vergangenen Jahre und ihre originellen Projekte.

Viel Einsatz und Kreativität

Die Idee für diesen Jugendpreis kam 2006 von dem damals 20-jährigen Stiftungsmitglied Kilian Dambacher, der mit seinem Bruder Florian eine Firma gegründet hatte. "Sie wollten Jugendliche der Stadt anregen, eigene Ideen mit Hilfe des Jugendpreises zu verfolgen", erinnert sich Ute Jürgs, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Eppstein. Sie stellten in den ersten Jahren die Finanzierung des Wettbewerbs sicher, dann übernahm die Bürgerstiftung diese Summe. Auf Plakaten in der Stadt, in den Schulen und in der Presse warb die Bürgerstiftung für ihren Wettbewerb. "Die Initiatoren konnten so in den vergangenen 14 Jahren zahlreiche Mädchen und Jungen für einen selbstlosen und meist längerfristigen Einsatz belohnen und damit Beispiele zum Nachahmen zeigen", sagt Jürgs.

Eine Jury bestehend aus dem Vorstand und dem Beirat der Bürgerstiftung entscheidet dann darüber, wessen Projekt am Ende ausgezeichnet wird. Und in den vergangenen Jahren beeindruckten viele kreative Jugendliche die Jurymitglieder mit ihren originellen Ideen: Den allerersten Preis bekamen die Jugendlichen der Emmausgemeinde in Bremthal 2006 für ihren Film: "Mein Kriegsende - Eppsteiner erinnern sich an 1945". Die Jugendlichen befragten viele Wochen lang ältere Eppsteiner Bürger, die ihre ganz persönliche Lebensgeschichte vom Jahr 1945 vor der Kamera erzählten. Es entstand eine ergreifende Dokumentation, in der die Zeitzeugen die Geschehnisse des Kriegsendes in persönlichen Anekdoten eindrücklich schilderten.

Imker und Dokumentarfilmer

"Die Bürgerstiftung will den Film digitalisieren und für den Geschichtsunterricht zur Verfügung stellen", kündigt Vorstandsmitglied Jürgs an. In den folgenden Jahren gewannen etwa Jugendliche, die in Eigenleistung einen Jugendraum in Niederjosbach ausbauten, die Jugendfeuerwehr, die regelmäßig alle Stadtteile und den Eppsteiner Wald aufräumen sowie etliche Spendenaktionen, initiiert von Schulklassen, konnten mit dem Preisgeld aufgestockt werden: Die Basketballer des TSV-Vockenhausen kauften mit dem Gewinn Bälle, Leibchen und Übungsgeräte für die neuen Jugend- und Minigruppen ein, und Nachwuchs-Imker im Schulgarten der Freiherr-vom-Stein-Schule leisteten sich Schutzausrüstung. Außerdem konnte die Rap-Gruppe der jugendlichen Migranten im Anna-Haus mit Hilfe eines Filmregisseurs dank des Preises ein Musikvideo drehen.

Vorstandsmitglied Jürgs hofft nun, dass nächstes Jahr wieder viele Heranwachsende für ihren Einsatz ausgezeichnet werden können. Sie ist sich sicher: "Wenn wir die Jugend nicht hätten, würde in Eppstein gar nichts gehen." judo

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