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Zigarettenkippen, Hundekot und Lärm: Nicht alle halten sich auf den Spielplätzen der Burgstadt an die Regeln wie hier auf dem Spielplatz Wooganlage.

Ärger auf dem Spielplatz

Eppstein: Selbst Spaß braucht Regeln

An der frischen Luft zu toben, ein bisschen Ausgelassenheit, - das haben vor allem die Kleinen nötiger denn je. Für die Eppsteiner Stadtverwaltung geht es auf den städtischen Spielplätzen aber bisweilen etwas zu ausgelassen zu. Denn nicht immer halten sich Kinder und Eltern an die Spielregeln.

Eppstein -Die Schaukeln bewegte nur der Wind. Der Sandkasten: verwaist. Das Kinderlachen: verstummt. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr schlossen die Gemeinden auch die öffentlichen Spielplätze - nur eine der vielen Hiobsbotschaften für die Kinder in diesem entbehrungsreichen Ausnahmejahr.

Die aktuellen Corona-Beschlüsse sehen im zweiten Shutdown jedoch keine explizite Schließung von Spielplätzen vor. Zumindest noch nicht. Umso lauter ertönt nun wieder das Kinderlachen auf den Spielplätzen und umso reger ist das Gewusel: Die Spielplätze seien "stark frequentiert", bestätigt die Stadtverwaltung. Wer könnte es den Kindern verdenken: An der frischen Luft zu toben und ein Stück Normalität zu erleben, ein bisschen Ausgelassenheit - das haben vor allem die Kleinen nötiger denn je.

Zigarettenkippen und Hundekot

Für die Stadtverwaltung geht es im Kleinod für die Kleinen bisweilen etwas zu ausgelassen zu. Denn nicht immer halten sich alle an die Spielregeln. Es seien Beschwerden über das Verhalten von Kindern - und Eltern - auf städtischen Spielplätzen eingegangen, berichtet Stadtsprecherin Monika Rohde-Reith. Freilaufende Hunde und ihre Hinterlassenschaften, Verpackungsmüll auf dem Boden, Zigarettenstummel im Sandkasten und reges Treiben außerhalb der Nutzungszeiten - bis in die späten Abendstunden: Die Liste der Kritikpunkte ist inzwischen lang. So könne es nicht weitergehen, heißt es aus dem Rathaus.

Rohde-Reith appelliert deshalb an die Eigenverantwortung der Kinder und deren Eltern. Sie müssten selbst "auf eine alters- und ordnungsgemäße Nutzung der Geräte achten, damit es keine Unfälle oder Schäden gibt."

Damit sich Kinder beim Toben und Turnen sicher fühlen können, gelten allgemeine Verhaltensregeln. Eigentlich weisen auch Schilder auf den Spielplätzen darauf hin, die aber von einigen geflissentlich übersehen werden. Hunde etwa könnten den Spielplatz verschmutzen und die Kinder beim Spielen verängstigen. Daher hätten sie auf Spielplätzen nichts verloren, betont Rohde-Reith. Der Spielplatz sei zudem grundsätzlich "rauchfreie Zone". Sie stellt klar. Zigarettenkippen im Sandkasten etwa seien für Kleinkinder, die dazu neigen, alles in den Mund zu nehmen, ein Gesundheitsrisiko. Ebenso habe Alkohol dort nichts zu suchen.

Rumtoben ist auf dem Spielplatz selbstverständlich erlaubt und erwünscht - allerdings ohne fahrbaren Untersatz. Durch Radfahrer können Kinder beim Spielen verletzt werden. Auch sollten Kinder keine Schutzhelme, etwa Fahrradhelme, auf dem Gelände tragen, denn sie bieten auf dem Spielplatz keinen Schutz - im Gegenteil: "Mit dem Helm können Kinder an Spielgeräten hängenbleiben und sich, im schlimmsten Fall, mit dem Helmriemen strangulieren."

Natürlich steigt auf einem Spielplatz auch der Lärmpegel. "Grundsätzlich muss das auch akzeptiert werden", bekräftigt Rohde-Reith. Allein: Etwas Rücksicht auf Anlieger könne man schon nehmen. Die meisten Spielplätze liegen zudem inmitten von Wohnquartieren.

Nutzungszeiten beachten

Daher verweist die Verwaltung auch auf die Nutzungszeiten: Montag bis Samstag von 8 bis 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 20 Uhr. Die Zeiten sind im Baugesetzbuch und in der Baunutzungsverordnung festgelegt. Die Stadt warnt: Im schlimmsten Fall wird der Spielplatz geschlossen, wenn dieser wiederholt in den Abendstunden genutzt wird.

Diese Verstöße klingen fast noch harmlos verglichen mit den mutwilligen Beschädigungen auf den Spielplätzen. Erst im Oktober rissen mutmaßlich jugendliche Täter den Wippbalken am Spielplatz Wooganlage mit enormer Gewalt aus der Verankerung und schleppten diesen in Richtung Straße, wo er in einem Gebüsch landete. Die Folge: circa 350 Euro Sachschaden. Pro Jahr koste Vandalismus auf Spielplätzen und anderen städtischen Grundstücken den Steuerzahler sogar mehrere Zehntausend Euro. Schäden sollten rasch gemeldet werden, am besten unter (0 61 98) 305-0.

Und natürlich macht auch das Virus vor einem Spielplatz nicht halt. Ergo: Es gelten dort die Abstandsregeln. Ist ein Spielplatz überfüllt, dann also lieber weiterziehen. Auch Spaß braucht eben ein paar Regeln. Julian Dorn

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