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Auf vielen Feldwegen machen Schilder darauf aufmerksam, dass Hundekot nicht auf die Wiese gehört, weil er die natürliche Nahrung des Viehs verschmutzt. Außerdem dürfen Hunde während der Brut- und Setzzeit nicht ohne Leine laufen.

Hundedreck auf dem „Highway“

In Eppstein sollen Wildtiere geschützt werden - Hunde müssen an die Leine

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Die Hinterlassenschaften von Hunden sorgen derzeit für viel Ärger in Eppstein. Brennpunkt ist der „Highway“ in Bremthal.

  • In Eppstein wird um Hundekot gestritten
  • Schon drei Rinder starben durch Hunde-Hinterlassenschaften
  • Bremthals Ortsvorsteher Ernst hat sich des Themas angenommen

Eppstein - Ein Spaziergang durch die Natur - das ist derzeit das Nonplusultra für alle, die gestresst sind von Homeoffice und Zuhausebleiben. Wenn da nicht die unappetitlichen Hinterlassenschaften der Hunde wären... Seit längerem sorgt das Thema in Eppstein für Dauerärger. Die Corona-Krise scheint es verschärft zu haben. Wer in den sozialen Medien unterwegs ist - beispielsweise auf der Facebook-Seite „Eppstein inoffiziell“ - kann die teils emotionalen Diskussionen verfolgen. Mit Beiträgen und Bildern dokumentieren User das Ausmaß. Hier achtlos weggeworfene Kotbeutel, dort mitten auf der schönsten Wiese kapitale Hundehaufen.

Feldweg in Eppstein-Bremthal ist Brennpunkt der Diskussion

Ganz schlimm ist es in Bremthal - genauer auf dem Feldweg, der vom Tegut-Markt Richtung Wildsachsen führt. Scharen von Spaziergängern sind dort vor allem während der vergangenen Sonnentage unterwegs - viele davon mit ihren Hunden. Viele führen ihre Vierbeiner an der Leine und haben ein Kotbeutelchen für den Fall der Fälle dabei. Andere wiederum lassen ihre Tiere unangeleint laufen und ihr Geschäft verrichten.

„Es ist ein Riesenproblem“, bestätigt Bremthals Ortsvorsteher Guido Ernst. "Die meisten Hundebesitzer halten sich an die Vorgaben, aber leider gibt es eben viele, die dies nicht machen", weiß er. Immer wird er auf das Thema angesprochen - nicht nur von Passanten und Anwohnern, die sich durch den Hundedreck gestört fühlen. "Viel schlimmer sind die Landwirte betroffen", schildert der CDU-Mann, der selbst ein Hundefreund ist.

Schon drei tote Rinder in Eppstein wegen Hundekot

„Momentan hat sich der Weg zu einem regelrechten ,Highway' für Ausflügler entwickelt. Da werden die Picknickdecken ausgepackt und man setzt sich einfach ins frisch eingesäte Getreide“, hat er beobachtet. „Das geht gar nicht. Ein großer Teil des Wegs ist nämlich Privatbesitz - es ist kein öffentlicher Weg. Er ist weder im Besitz der Kommune noch des Landes. Den Leuten ist das nicht bewusst. Sie sind dort quasi zu Gast“.

Die Schäden, die uneinsichtige Hundehalter mit ihrem Verhalten anrichten, sind indes noch schwerwiegender: „Man muss sich vor Augen halten, welche Folgen es für die Rinder hat, wenn sie durch Hundekot verschmutztes Gras fressen. Einer unserer Landwirte hat dadurch drei Rinder verloren. Durch den Hundekot werden Würmer übertragen. Das Vieh erkrankt und geht elend zugrunde.“ Das gleiche gelte auch für den Raps, der auf den Feldern entlang der L 3017 angebaut wird und durch den Hundekot verschmutzt wird. „Die Leute möchten einerseits Fleisch oder Rapsöl aus regionalem Anbau kaufen, andererseits haben sie wenig Verständnis, dass sie auf die Landwirtschaft Rücksicht nehmen müssen.“

Eppstein: Betreten von fremden Grundstücken kann bis zu 5000 Euro kosten

Zudem weist Ernst auf ein weiteres Problem hin: „Derzeit brüten unzählige Vögel, die in ihrem Bestand gefährdet sind. Das Wild hat Setzzeit. Wissen Sie, was passiert, wenn Hunde ein ungeschütztes Rehkitz aufspüren?“, macht er auch auf die Brut- und Setzzeit aufmerksam.

Auch beim Eppsteiner Ordnungsamt gehen derzeit besonders viele Beschwerden über Spaziergänger und Hundebesitzer ein, die auf bestellten Feldern laufen. „Dass die Spaziergänger gerade im Moment die Natur zur Erholung nutzen möchten, ist verständlich“, sagt Manuela Schneider-Melis vom Ordnungsamt.

„Die Spaziergänger betreten bestellte Felder auch meist nicht vorsätzlich“. Sie wüssten oft gar nicht, welchen Schaden sie damit anrichten oder wollten die Hunde einfach mal rennen lassen, sagt Schneider-Melis. „Doch das widerrechtliche Betreten oder Befahren eines fremden Grundstückes kann zivilrechtlich verfolgt werden. Daher weisen wir vorsorglich auf die Möglichkeit der Festsetzung von Bußgeldern bis zu einer Höhe von 5000 Euro hin.“

Info zu Brut- und Setzzeit

Die Brut- und Setzzeit der Wildtiere hat im März begonnen. Ordnungsamt und Jagdpächter appellieren an die Hundebesitzer, die Vierbeiner im Wald und Feld grundsätzlich anzuleinen. Immer wieder verletzen oder stören frei laufende Hunde brütende Vögel, trächtige Tiere oder Jungtiere. „Für Hundebesitzer sollte die Tierliebe für die frei lebenden Wildtiere genauso selbstverständlich sein wie für das eigene Tier“, lautet der Appell an die Eppsteiner. sie

Ebenfalls für Unmut sorgt in Eppstein eine Ruine, die seit geraumer Zeit verfällt. Und sehr viel mehr Aufregung als Hundekot und Ruinen produzierte ein Mann, der sichin seinem Haus in Eppstein verschanzt hatte.

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