Ortsbeiratswahl Bremthal

Eppstein: Spitzenwert für Guido Ernst

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Bei der Ortsbeiratswahl in Bremthal wird die CDU wieder stärkste Kraft und legt sogar noch zu. Der bisherige CDU-Ortsvorsteher Guido Ernst erzielt sogar einen Rekordwert. Eine Partei hat dagegen weniger Grund zur Freude.

VON JULIAN DORN

Bremthal -Welche Bilanz er von der Ortsbeiratswahl zieht? Guido Ernst muss nicht lange überlegen: "Ich bin rundum zufrieden." Das hört man dem CDU-Politiker am Telefon auch an. Gut gelaunt, fast beschwingt klingt er. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Die CDU ist in Bremthal - ebenso wie in allen anderen Stadtteilen - bei der Ortsbeiratswahl eindeutig stärkste Fraktion geworden, in Bremthal mit 46,2 Prozent der Stimmen und einem Plus von 1,9 Prozent. "Ein starkes Zeichen", findet Ernst. Die Wähler hätten honoriert, dass die CDU in den vergangenen fünf Jahren viele Projekte angestoßen habe, "die vielleicht nicht sonderlich medienwirksam und populär, dafür aber wichtig für die Bremthaler waren", meint er. Dazu zähle etwa der Glasfaserausbau, den die CDU vorangetrieben habe. "Die Wähler haben zudem gezeigt, dass sie sehr wohl differenzieren können, zwischen Bundespolitik und dem, was die lokale Politik leistet", ist Ernst überzeugt.

Den stärksten Zuwachs erzielen aber die Grünen im Bremthaler Ortsbeirat. Sie gewinnen knapp 6,3 Prozent hinzu und kommen nun auf 15,9 Prozent. Die FDP muss dagegen Federn lassen, sie verliert rund 1,7 Prozent und erreicht 7,9 Prozent der Stimmen. Die SPD büßt 0,7 Punkte ein und kommt auf 19,5 Prozent. Am stärksten aber verliert die FWG: 5,8 Prozent weniger Stimmen als 2016 auf nun 10,6 Prozent. Ein eklatanter Verlust. Woran hat es gelegen? Eine exakte Fehleranalyse für die einzelnen Gremien werde man erst in den nächsten Tagen durchführen, sagt FWG-Vorsitzender Magnus Fischer. "Vom Gesamtergebnis her sind wir aber doch ganz zufrieden", fügt er hinzu. "Wir haben keinen Sitz in den Ortsbeiräten verloren und sogar aus der Opposition heraus zwei hinzugewonnen." Bei Ortsbeiratswahlen stünden naturgemäß eher die Personen im Vordergrund. "Ich bin kurzfristig für eine Kollegin eingesprungen - vielleicht war ich in Bremthal einfach noch nicht bekannt genug", mutmaßt Fischer.

Kandidaten-Sprünge durch Kumulieren

An der Sitzverteilung hat sich indes im Vergleich zur Wahl 2016 nichts verändert. Die CDU kommt auf vier Sitze, die mit Guido Ernst, Reiner Morgenstern, Konstantin Piotrowski und Andreas Geis besetzt werden. Die SPD erhält zwei Sitze: Klaus-Peter Lange und Lisa Heidenreich werden die Fraktion bilden. Andreas Naujoks wird für die Grünen im Beirat sitzen. Für die FDP zieht Bärbel Friedemann in das Gremium ein. Die FWG erhält wieder einen Sitz, Magnus Fischer wird die Freien Wähler vertreten.

Durch Kumulieren haben zudem Kandidaten auf den Listen Sprünge nach vorn machen können. So gab es bei der SPD Abweichungen zur zuvor aufgestellten Kandidatenliste. Klaus-Peter Lange, auf Rang vier gestartet, löste den Erstplatzierten Hans-Jörg Schmidt ab, der nun nicht im Gremium vertreten sein wird. Auch die Drittplatzierte Lisa Heidenreich erreichte am Ende Platz zwei und damit einen Sitz im Beirat. Die 19 Jahre alte Newcomerin, die ebenfalls stellvertretende Vorsitzende der Eppsteiner SPD und Ansprechpartnerin für junge Leute ist, avancierte ohnehin zur sozialdemokratischen Hoffnungsträgerin. Einen Quantensprung machte sie nämlich auch auf der Kandidatenliste für die Stadtverordnetenversammlung: Dort landete sie vom neunten auf dem zweiten Platz .

In Bremthal wird der bisherige Ortsvorsteher Ernst nun auch für weitere fünf Jahre antreten. Usus ist, dass die stärkste Fraktion dann auch den Ortsvorsteherposten besetzen darf. Hinzu kommt, dass Ernst, der auch in der Stadtverordnetenversammlung vertreten ist, persönlich besonders viele Wählerstimmen auf sich vereinen konnte: Er holte 1639 Kreuze, "so viele wie wohl kein anderer Ortsvorsteher in Bremthal zuvor", wie Ernst anmerkt. Er führt den Erfolg auch auf seinen Bekanntheitsgrad zurück: Er ist ein Bremthaler "Urgestein", aktiv in vielen Vereinen, kenne "jeden Winkel" und sei "im ständigen Kontakt mit den Menschen". "Dass ich ein offenes Ohr habe und Parteipolitik dabei nicht im Vordergrund steht, sondern nur die Interessen der Bürger", spiegele sich in dem Spitzenwert wieder, glaubt Ernst. Er rechnet damit, dass er ohne Gegenkandidat wiedergewählt wird und alle Fraktionen gut kooperieren werden.

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