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Eppstein: Vom Sportplatz zum Pfarrheim: Wo soll die neue Kita hin?

  • vonManfred Becht
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Es herrscht Ungewissheit bei Vereinen an der Embsmühle, Magistrat kündigt Vorlage im September an.

Vockenhausen. Fällt dem neuen Kindergarten, den die Stadt Eppstein unbedingt bauen muss, der Sportplatz an der Embsmühle zum Opfer? Oder wird die Einrichtung für Verkehrsprobleme in der Altstadt sorgen? Oder nimmt die ganze Diskussion noch eine ganz andere, überraschende Wendung?

Magistrat erarbeitet einen Vorschlag

Antworten auf diese Fragen wird es im September geben. Dann nämlich, so Bürgermeister Alexander Simon auf Anfrage dieser Zeitung, wird der Magistrat den Stadtverordneten seinen Vorschlag für den Standort des neuen Kindergartens vorlegen. Bislang galt das Gelände gleich neben der Laurentiuskirche als Favorit. So eindeutig ist das nun offensichtlich nicht mehr.

Als die Freien Wähler vor Monaten in der Stadtverordnetenversammlung vorschlugen, alternative Standorte zu untersuchen, könnte es manchem als Formsache vorgekommen sein, dass das Parlament dem zustimmte. Dies schon deshalb, weil die katholische Kirchengemeinde neue Räume braucht und nach dem Scheitern der Pläne für Seniorenwohnungen neben der Laurentiuskirche eigentlich eine andere Lösung her muss. Die Freien Wähler hatten ihre Bedenken vor allem wegen dem zu erwartenden Verkehrsaufkommen angemeldet.

Bürgermeister Simon möchte nicht übermäßig viel über Untersuchungen sagen, bevor diese dem Parlament präsentiert werden. Aber er hat wissen lassen, dass es vor allem am Morgen ein Problem geben könnte, wenn alle Kinder in einem kurzen Zeitraum gebracht werden. Nachmittags, wenn die Eltern den Nachwuchs wieder abholen, verteilt sich dies über einen größeren Zeitraum und ist weniger problematisch.

Vorgeschlagen hat die FWG, alternativ das Gelände zwischen dem Fußballplatz und der Embsmühle zu untersuchen. In der Stadtverordnetenversammlung hatte es unterschiedliche Auffassungen darüber gegeben, ob dort genug Platz wäre für einen Kindergarten. Nach den Ermittlungen des Magistrats reicht der Raum nicht aus. Es müsste also ein Teil des Spielfeldes mit in Anspruch genommen werden.

Kleine Kicker-Gruppe und Boule-Spieler

Nun nehmen die Sportfreunde Vockenhausen seit einer Weile nicht an Punktrunden teil. Aber mehr als zwei Dutzend Aktive treffen sich dort schon zum Fußballspielen. Vor dem Abbruch des Vereinsheims hat ihnen die Stadt einen Container als Umkleidemöglichkeit zur Verfügung gestellt. Außerdem haben es sich die Kicker in Form einer Sitzecke gemütlich gemacht.

Und es gibt noch den TSV Vockenhausen. Zu hören ist, dass die Tennisplätze auf dem Gelände kaum genutzt werden, die Boule-Bahn umso stärker. Ein Verlust wäre eine neue Bebauung dort für beide Vereine. Und ein Sportplatz dieser Größe, so viel ist klar, ließe sich in Vockenhausen so schnell nicht finden.

Das weiß auch Bürgermeister Simon. Er weist aber auch darauf hin, dass die Nachfrage nach Sportplätzen im Stadtgebiet begrenzt ist. Die Fußballvereine in Niederjosbach und Bremthal hätten schon Jugendmannschaften zusammengelegt. Was bislang öffentlich nicht angesprochen wurde, aber auf der Hand liegt, ist, dass bei einem kompletten Verzicht auf den Sportplatz noch attraktive Bauplätze entstünden. Das ist in Eppstein, wo es wenige Siedlungserweiterungsflächen gibt, immer ein Argument.

Zur Zeit gebe es keine Festlegung des Magistrats, sagt Simon. Im Rennen sei auch der Standort des provisorischen Kindergartens am Eppenhainer Weg. Und wenn jemand noch eine Idee für einen anderen Standort habe, so sei dies willkommen. Fest steht damit nur: Es wird eine spannende Diskussion in den politischen Gremien der Stadt.

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