Die Triathleten der TSG Eppstein bei einer kurzen Pause.
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Die Triathleten der TSG Eppstein bei einer kurzen Pause.

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Eppstein: TSG-Athleten erradeln stolze 35 595 Höhenmeter

  • vonEsther Fuchs
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Nur am Mount Everest sind die Triathleten knapp gescheitert.

Eppstein. Sie haben die Radlerhosen übergestreift. Das Trikothemd sitzt windschnittig am Körper. Helm und Brille schützen vor Fahrtwind. Die Triathleten der TSG Eppstein sind am Samstag auf einer besonderen Mission. Es gilt, per Höhenkilometer auf dem Rad die Höhe des Mount Everest zu bezwingen. Die Chancen sind gut. Die Route führt vom Kreisel an der Hohemark immer wieder hinauf zum Feldbergplateau. So sollen die 8848 Meter des höchsten Bergs der Erde "bezwungen" werden. Die 15-köpfige Truppe um Frank Ullrich ist gut vorbereitet und "hungrig" auf Sport.

Profi Buchmann lässt sie nacheifern

Beeinflusst von einem Radprofi aus dem Bora-hansgrohe-Team, Emanuel Buchmann, hat die TSG sich zu dieser vereinsinternen Herausforderung hinreißen lassen. Der hat nämlich bereits Ende Mai die "Everest Challenge" gemeistert. In nur 7,28 Stunden erklomm Buchmann in den Pedalen im Ötztal die 8848 Höhenmeter des Bergs im Himalaya.

Die Challenge soll den Athleten der TSG Eppstein Ansporn sein für die nächste Saison und zugleich als Entschädigung für die ausgefallenen Wettkämpfe in 2020 herhalten. Fitness und Gemeinschaftsgefühl steigern sie damit nebenbei.

Die sportliche Durststrecke war lang. "Wir hatten im Winter noch unsere Trainingseinheiten. Doch dann ist alles ausgefallen. Wir haben nach einer Alternative für die entgangenen Wettkämpfe gesucht", erklärt TSG-Athlet Frank Ullrich. Die fand das Team nun mit der "Everest Challenge".

24 Stunden lang auf den Feldberg hoch

"Der frühe Vogel fängt den Wurm" - so heißt es auch unter Sportlern. Bereits morgens um Sechs treffen die Radfahrer an der Hohemark ein. Geplant ist, 24 Stunden lang, also bis zum darauffolgenden Morgen, alles auf dem Rad zu geben. Pausen gibt es nur wenige kurze. Wer die Höhenmeter schafft, darf sich mit seiner Leistung in die Runde der "Hall of Fame" der Everest-Profis einreihen.

Mit viel Schwung starten die Teilnehmer, darunter vier Frauen, in den Tag. Die Route ist fest vorgegeben und führt mit dem Rennrad die Straßen entlang vorbei an Taunuswäldern, die sich im Laufe des Tages als wertvolle Schattenspender verdienen werden.

Ziel ist das Feldbergplateau. Zeit für einen Blick über das Bergpanorama gibt es nur wenig. Die Mission ruft. Immer wieder werden die elf Männer und vier Frauen im Alter zwischen 25 und 54 Jahren die Strecke abfahren und Höhenmeter sammeln. Der Weg ist auch bei anderen Sportlern beliebt. "Das ist nichts Ungewohntes, mehrmals den Feldberg hochzufahren", gibt sich Frank Ullrich bescheiden.

Am Nachmittag krampfen die ersten Waden. Unfreiwillig werden die Sportler mit proteinhaltigen Snacks und eiweißreicher Kost "verwöhnt". Die Strecke durch den Wald zieht auch Insekten an. "Alles voller Mücken. Die landeten dann schon mal im Mund. Im Gesicht haben sie wie Sandkörnchen geklebt", berichtet Ullrich.

Erbitterte Gegner: Verkehr, Erschöpfung

In den Abendstunden gibt sich die TSG, trotz aller guten Vorsätze und enormer sportlicher Leistung, doch geschlagen. "Die Gefährdung durch den Verkehr und die hitzebedingte Erschöpfung sind nicht zu unterschätzen", erklärt Ullrich. Nach zehn Stunden nahezu ununterbrochenen Strampelns macht er Schluss. Andere hängen noch drei Stunden dran. Nach 13 Stunden hat auch der letzte ambitionierte TSG-Athlet genug. Als Einzelradsportler haben sie die 8848 Höhenmeter nicht geschafft. Aber in der Gruppe sind sie stark: 35 595 Meter. Die Freude über die erzielte Leistung macht den Tag zu einem unvergesslichen Sporterlebnis im Corona-Jahr.

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